Politik

Geheimer Deal: Iran einigt sich mit Russland auf Kauf tragbarer Raketensysteme

Ein geheimer Rüstungsdeal zwischen Iran und Russland sorgt für neue Spannungen im Nahen Osten. Für rund 500 Millionen Euro soll Teheran moderne Flugabwehrsysteme erhalten. Die Lieferung könnte das militärische Gleichgewicht in der Region erneut verschieben.
23.02.2026 16:00
Lesezeit: 2 min

500-Millionen-Euro-Vertrag für moderne Flugabwehr

Der Iran hat mit Russland ein geheimes Rüstungsgeschäft im Umfang von rund 500 Millionen Euro abgeschlossen. Ziel ist der Kauf mehrerer tausend moderner tragbarer Raketensysteme des Typs Verba. Mit diesen Systemen will Teheran seine Luftabwehr nach dem Konflikt mit Israel im vergangenen Jahr wieder aufbauen. Aus geleakten Dokumenten geht hervor, dass Russland innerhalb von drei Jahren mehrere hundert Abschusseinheiten und mehrere tausend Raketen liefern soll, berichtet das slowenische Wirtschaftsportal Casnik Finance unter Berufung auf die Financial Times.

Das System Verba gilt als eines der moderneren tragbaren Flugabwehrsysteme Russlands. Es ist für die Bekämpfung von Marschflugkörpern, tief fliegenden Flugzeugen und Drohnen ausgelegt.

Lieferungen bis 2029 geplant

Gemäß dem Vertrag über Verba im Wert von 495 Millionen Euro sind die Lieferungen in drei Tranchen vorgesehen. Diese sollen von 2027 bis 2029 erfolgen. Eine Quelle der Financial Times erklärte, dass eine kleinere Anzahl der Systeme möglicherweise bereits früher an Iran geliefert werden könnte.

Teheran forderte die Systeme offiziell im Juli vergangenen Jahres an. Laut dem von der Financial Times eingesehenen Vertrag geschah dies nur wenige Tage nach dem Ende des zwölf Tage dauernden Konflikts, in dem sich die USA kurzzeitig an Israels Angriffen auf drei zentrale iranische Nuklearanlagen beteiligten. Während dieser Kampagne wurde das integrierte iranische Luftverteidigungsnetz erheblich geschwächt. Dies ermöglichte der israelischen Luftwaffe, rasch die Lufthoheit über große Teile des Landes zu erlangen und aufrechtzuerhalten.

Moskau sucht strategische Annäherung

Russland dürfte das Abkommen als Möglichkeit sehen, die Beziehungen zum Iran wieder zu festigen. Während des zwölf Tage dauernden Krieges mit Israel hatte Moskau seinem Verbündeten offenbar nicht aktiv geholfen. Dies erklärte ein ehemaliger hochrangiger US-Beamter. „Sie wollen, dass Iran ihr Partner bleibt. Und selbst wenn sie mitten in einer Krise nicht reagieren können, werden sie nach der Krise versuchen, die Beziehung zu reparieren“, sagte er.

Dieser Waffenhandel erfolgt in einer Phase zunehmender Spannungen zwischen dem Westen, Israel und Teheran. Die militärische Schwächung der iranischen Luftabwehr im vergangenen Konflikt hat die strategische Verwundbarkeit des Landes offengelegt. Gleichzeitig steht Russland unter massivem westlichen Sanktionsdruck und sucht neue Hebel zur Sicherung geopolitischer Allianzen. Der Deal verdeutlicht, dass Moskau trotz internationaler Isolation weiterhin als zentraler Rüstungspartner im Nahen Osten agiert.

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Marius Vaitiekūnas

Zum Autor:

Marius Vaitiekūnas ist ein ausgewiesener Experte für Geopolitik und internationale Wirtschaftsverflechtungen. Geboren 1985 in Kaunas, Litauen, schreibt er als freier Autor regelmäßig für verschiedene europäische Medien über die geopolitischen Auswirkungen internationaler Konflikte, wirtschaftlicher Machtverschiebungen und sicherheitspolitischer Entwicklungen. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind die globale Energiepolitik und die sicherheitspolitischen Dynamiken im osteuropäischen Raum.

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