Finanzen

Novo Nordisk-Aktie stürzt ab: Studie zum Abnehmmittel Cagrisema enttäuscht

Die Novo Nordisk-Aktie ist am Montag wieder eingebrochen. Ausgerechnet Hoffnungsträger Cagrisema liefert in einer entscheidenden Studie schwächere Ergebnisse als erwartet. Der Konkurrenzkampf im boomenden Adipositas-Markt spitzt sich zu – kann Novo Nordisk den Rückstand noch aufholen?
23.02.2026 11:27
Aktualisiert: 23.02.2026 11:27
Lesezeit: 2 min
Novo Nordisk-Aktie stürzt ab: Studie zum Abnehmmittel Cagrisema enttäuscht
Novo Nordisk-News schocken Investoren: Die Novo Nordisk-Aktie reagiert (Foto: dpa) Foto: Victor Golmer

Novo Nordisk enttäuscht mit Studie zum Abnehmmittel Cagrisema – Novo Nordisk-Aktie unter Druck

Die Novo Nordisk-Aktie gerät erneut massiv unter Druck. Auslöser sind aktuelle Novo Nordisk-News zur Phase-3-Studie des Abnehmmittels Cagrisema. Der dänische Pharmakonzern (ISIN: DK0062498333) hat mit seinem Hoffnungsträger in der REDEFINE-4-Studie schlechter abgeschnitten als erhofft – und damit die Märkte enttäuscht.

Nach 84 Wochen erreichte Cagrisema eine Gewichtsreduktion von 23,0 Prozent. Das teilte Novo Nordisk am Montag mit. Damit wurde jedoch der primäre Studienendpunkt verfehlt. Ziel war es zu zeigen, dass das Mittel dem Konkurrenzprodukt Zepbound des US-Konzerns Eli Lilly beim Gewichtsverlust nicht unterlegen ist.

An der Börse sorgte diese Novo Nordisk-Studie für deutliche Kursverluste. Die Novo Nordisk-Aktie verlor in Kopenhagen zuletzt gut elf Prozent. Zeitweise büßte die Novo Nordisk-Aktie rund 8 Prozent ein, insgesamt rutschte sie prozentual zweistellig ab.

Direktes Duell mit dem Marktführer

In der REDEFINE-4-Studie wurde Cagrisema direkt mit Tirzepatid verglichen, einem Wirkstoff von Eli Lilly, der unter dem Namen Zepbound verkauft wird. Beide Medikamente werden einmal pro Woche gespritzt. Tirzepatid (15 Milligramm) erreichte in der Studie eine Gewichtsabnahme von 25,5 Prozent – und schnitt damit besser ab als das Kombinationspräparat aus Semaglutid und Cagrilintid.

Semaglutid ist bereits in den Top-Sellern Wegovy und Ozempic enthalten. Cagrisema kombiniert Semaglutid mit Cagrilintid, um das Hungergefühl zu dämpfen und schneller satt zu machen. Ziel ist es, dass Patienten weniger essen und dauerhaft Gewicht verlieren. Tirzepatid greift auf ähnliche Weise in den Stoffwechsel ein, zeigte in dieser Studie jedoch die stärkere Wirkung.

Das Ergebnis ist besonders bitter, da Tirzepatid auch in den Blockbustern Zepbound (Adipositas) und Mounjaro (Diabetes) enthalten ist. Bereits im Dezember 2024 hatte Cagrisema mit ersten Resultaten aus dem umfangreichen REDEFINE-Studienprogramm enttäuscht.

Medizinisch relevant – aber nicht ausreichend für die Börse

Dabei gilt auch eine Gewichtsreduktion von 23 Prozent medizinisch als sehr deutlich. Das durchschnittliche Ausgangsgewicht der Studienteilnehmer lag bei gut 114 kg. Ein Minus von 23 Prozent entspricht rund 26 kg weniger Körpergewicht – für viele Betroffene ein erheblicher gesundheitlicher Fortschritt.

Doch für die Novo Nordisk-Aktie zählen vor allem Wettbewerbsfähigkeit und Margenperspektiven. Der Markt für Abnehmmedikamente gilt als potenzieller Milliardenmarkt. Weltweit leiden immer mehr Menschen an starkem Übergewicht. Novo Nordisk gehört zu den Pionieren in diesem Segment, steht jedoch zunehmend unter Konkurrenzdruck aus den USA.

Zulassung weiter geplant – Entscheidung bis Ende 2026

Trotz des verfehlten primären Endpunkts rechnet sich Novo Nordisk weiterhin Chancen auf eine Zulassung aus. Ende 2025 wurde Cagrisema bei der US-Arzneimittelbehörde zur Zulassung eingereicht. Bereits im Dezember hatten die Dänen auf Basis der Studien REDEFINE 1 und REDEFINE 2 bei der FDA den Antrag gestellt. Eine Entscheidung wird bis Ende 2026 erwartet.

Parallel laufen weitere Studien, unter anderem mit höheren Dosierungen. Dennoch bleibt der negative Newsflow für die Novo Nordisk-Aktie belastend. Selbst die frühe Marktakzeptanz der Abnehmpille Wegovy, die im Dezember die FDA-Zulassung in den USA erhielt, konnte die Kursentwicklung nicht nachhaltig stützen.

Wichtig ist nun, dass der Bereich um 267 Dänische Kronen (35,74 Euro) nicht nachhaltig unterschritten wird. Andernfalls drohen weitere Anschlussverkäufe. Investierte Anleger beachten den Stopp bei 35 Euro.

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