Immobilien

Ifo: Schärfere Mietpreisbremse verschärft Wohnungsnot

Der Wohnungsbau in Deutschland liegt am Boden. Denn die Kosten sind so hoch, dass sich der Bau für Vermieter vielerorts nicht lohnt. Ein führender Ökonom hält nichts von der Mietpreisbremse.
28.02.2026 09:03
Lesezeit: 1 min

Ifo: Schärfere Mietpreisbremse verschärft Wohnungsnot

Eine schärfere Mietpreisbremse würde nach Einschätzung eines der führenden deutschen Ökonomen nur zu größerer Wohnungsnot führen. Leidtragende wären vor allem junge Menschen und Arbeitssuchende, prophezeite Clemens Fuest, der Chef des Münchner Ifo-Instituts. «Solche Eingriffe entlasten den Wohnungsmarkt nicht, sie verschlimmern die Knappheit und verringern die Arbeitsmobilität.»

Fuest reagierte damit auf die Forderungen von Justizministerin Stephanie Hubig (SPD), die Mietpreisbremse zu verschärfen. Fuest und seine Kollegen am Ifo-Institut hingegen argumentieren, dass die Deckelung der Mieten sowohl den Wohnungsbau bremst als auch den Wohnungsmarkt insgesamt einfrieren lässt, weil Mieter aus Furcht vor höheren Mieten bei einem Wohnungswechsel kaum noch umziehen.

Hohe Neubaumieten großes Hindernis bei Wohnungssuche

Nach Berechnungen der Münchner Wirtschaftswissenschaftler sind die Mieten für neue Wohnungen mittlerweile im Schnitt 30 Prozent höher als die Bestandsmieten, in begehrten Großstädten sogar bis zu knapp 50 Prozent. Ein Effekt ist nach Fuests Einschätzung, dass viele Menschen in für sie zu großen Wohnungen bleiben, weil der Umzug in eine kleinere Bleibe dennoch mit einer noch höheren Miete verbunden wäre.

Fuest plädierte stattdessen dafür, den Wohnungsbau anzukurbeln: «Wichtig wären Maßnahmen, die den Wohnungsbau fördern und die Nutzung des Bestands verbessern.»

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