Finanzen

Continental-Aktie: Aktie fällt weiter trotz mehr Dividende

Die in den vergangenen Monaten gut gelaufenen Aktien von Continental dürften den jüngsten Rücksetzer am Mittwoch noch ausweiten.
04.03.2026 09:45
Aktualisiert: 04.03.2026 09:45
Lesezeit: 2 min
Continental-Aktie: Aktie fällt weiter trotz mehr Dividende
Continental-Aktie fällt trotz mehr Dividende (Foto: dpa) Foto: Swen Pförtner

Continental-Aktie: Aktie fällt weiter trotz mehr Dividende

Der Reifenhersteller und Kunststofftechnikkonzern Continental setzt in diesem Jahr trotz eines schwierigen Umfelds auf ein besseres Ergebnis im Tagesgeschäft. Eigene Maßnahmen dürften greifen, aber auch sinkende Rohstoffpreise sowie ein Anspringen der Konjunktur bei den Industriekunden im zweiten Halbjahr sollten dazu beitragen, sagte Finanzchef Roland Welzbacher am Mittwoch laut Mitteilung. Risiken aus dem Nahost-Krieg hat das Management dabei jedoch nicht einbezogen. Trotz eines Nettoverlusts im vergangenen Jahr wegen Buchhaltungseffekten aus der Abspaltung des Autozuliefergeschäfts und aus dem Geschäft eines Teils der Kunststofftechnik soll die Dividende steigen. Die Aktie fiel allerdings.

Conti strebt Margenverbesserung an

Nach dem Handelsstart verlor das Papier 2,5 Prozent auf 65,56 Euro. Das Kursminus seit Ausbruch des Nahost-Krieges am Wochenende weitet sich damit auf rund 10 Prozent aus. Auch die Erfolgsbilanz seit der Abspaltung der Autozulieferung unter dem Namen Aumovio trübt sich damit etwas ein - seit dem Börsen-Spin-Off der ehemaligen Tochter steht die Conti-Aktie jetzt noch rund 16 Prozent im Plus.

Nach Meinung von Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies ist Conti bei den Zielsetzungen für die wichtigste Sparte mit der Reifenherstellung etwas hinter den Erwartungen geblieben. Fraglich sei, ob das Management hier habe Vorsicht walten lassen. Nach dem starken Lauf der Aktie sei jedenfalls mit einem Rücksetzer zu rechnen, so Aspinall.

Der Dax-Konzern geht bei der um Sondereffekte bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im neuen Jahr von 11,0 bis 12,5 Prozent aus, wie die Hannoveraner mitteilten. Im Vorjahr war die Marge wie bereits im Wesentlichen bekannt von 11,0 auf 10,3 Prozent gefallen. Dabei belasteten die US-Zölle und Wechselkurse mit jeweils mehr als 100 Millionen Euro, sagte Finanzchef Welzbacher in der Pressekonferenz.

Aber auch Contitech schnitt unerwartet schwach ab. Bei der noch in diesem Jahr zu verkaufenden Sparte hat Conti bereits den Rotstift angesetzt und im November angekündigt, durch einen Stellenabbau die jährlichen Kosten ab 2028 um 150 Millionen Euro drücken zu wollen.

Zollbarrieren: Weiterer Umsatzrückgang erwartet

Beim Umsatz rechnet Unternehmenschef Christian Kötz im laufenden Jahr unter anderem wegen der Zollbarrieren mit einem weiteren Rückgang auf 17,3 bis 18,9 Milliarden Euro. So hat laut Welzbacher das jüngste Urteil des obersten US-Gerichtshofes zu den Zöllen keine Auswirkungen, der Einfuhrzoll auf Pkw-Reifen bleibe bei den erhöhten 15 Prozent. Analysten hatten für das neue Jahr bislang bei Umsatz und Marge im Schnitt etwas mehr auf dem Zettel als die Mitte der von Conti ins Auge gefassten Spannen. 2025 war der Erlös im schwierigen Umfeld wie bekannt um zwei Prozent auf 19,7 Milliarden Euro gesunken.

Unter dem Strich war Conti 2025 wegen Sonderkosten für die Abspaltung des Autozuliefergeschäfts sowie für den mittlerweile erfolgten Verkauf eines Teils der Kunststofftechniksparte in die roten Zahlen gerutscht. Weil die Umbauaktionen buchhalterisch mit rund 1,2 Milliarden Euro an Belastungen zu Buche schlugen, stand nach 1,2 Milliarden Euro Gewinn ein Jahr zuvor nun ein Verlust von 165 Millionen Euro.

Die Dividende soll jedoch von 2,50 Euro auf 2,70 Euro steigen. Conti hatte den Anlegern bereits in Aussicht gestellt, die Ausschüttungsquote nach dem Spin-Off von Aumovio etwas zu erhöhen und die buchhalterischen Sonderbelastungen nicht zu berücksichtigen. Ohne die Sondereffekte, die laut Conti den aktuellen Zahlungsmittelfluss (Free Cashflow) nicht belasten, hätte das Unternehmen auch weiter einen Gewinn erwirtschaftet.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Warum Unternehmen um jede Minute kämpfen

Im Internet ist Geld nicht länger die einzige Währung. Eine ebenso große Rolle spielt die Währung Aufmerksamkeit. Wer im Überfluss an...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Gefällt Dir das Produkt? Dann kaufe die Aktie!
19.07.2026

Früher war Aktienauswahl oft erstaunlich einfach: Wer ein Produkt mochte und verstand, investierte auch in das Unternehmen dahinter. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Die zehn reichsten Deutschen – und der Vergleich zu Elon Musk
19.07.2026

Deutschlands reichste Menschen sind Unternehmer und Erben von Unternehmern, deren Firmen weltweit Milliarden Euro umsetzen. Gründer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Japan: Der Feind ist nicht das Elektroauto, der Feind ist der Kohlenstoff
19.07.2026

Autos aus diesem asiatischen Land stehen ganz oben auf der Wunschliste potenzieller Käufer. Zu den Stärken der Branche zählen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niedrige Geburtenrate: Warum weniger Kinder die Wirtschaft produktiver machen könnten
19.07.2026

Weniger Kinder, weniger Arbeitskräfte, weniger Wachstum: Diese Rechnung klingt logisch, könnte aber falsch sein. Eine neue Studie zeigt,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hackergruppen 2026: Diese Cyber-Elite greift Deutschlands Unternehmen an
19.07.2026

Sie knacken nicht nur Passwörter, sondern manipulieren Helpdesks, missbrauchen Fernzugriffe und stehlen sogar biometrische Daten. Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Von Bauunternehmen bis hin zu Energieversorgern: Das sind die unerwarteten Gewinner des KI-Booms
19.07.2026

Für zahlreiche Unternehmen aus klassischen Industriezweigen – von Bergbauunternehmen bis hin zu Herstellern von Kühlsystemen – hat...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Opel-Chef Florian Huettl: Kann sein leiser Kurs die Traditionsmarke retten?
18.07.2026

Andere Automanager inszenieren sich, Florian Huettl hört lieber Kunden und Händlern zu. Der Opel-Chef soll eine deutsche Traditionsmarke...

DWN
Technologie
Technologie CATL: Europa baut Ladestationen, China Batteriewechselstationen
18.07.2026

Das chinesische Unternehmen CATL will bis 2030 80 Prozent des chinesischen Güterverkehrs mit einem Netz von Batteriewechselstationen...