Panorama

Kampf gegen digitale Gewalt: Fernandes fordert Gesetzesreformen

Moderatorin Collien Fernandes macht auf eine gefährliche Lücke im deutschen Recht aufmerksam: Der Missbrauch intimer Aufnahmen auf Fake-Profilen wird bisher unzureichend sanktioniert. In der ARD-Sendung „Caren Miosga“ plädierte sie für einen besseren Schutz der Betroffenen und kritisierte, dass die aktuelle Gesetzgebung mit der rasanten digitalen Entwicklung nicht Schritt halte.
30.03.2026 14:10
Lesezeit: 1 min
Kampf gegen digitale Gewalt: Fernandes fordert Gesetzesreformen
Collien Fernandes kämpft für Gesetzesreformen gegen digitale Gewalt. Warum aktuelle Gesetze Fake-Profile mit Pornoinhalten nicht erfassen und was sich ändern muss (Foto: dpa). Foto: Claudius Pflug

Wo Fernandes weiteren Regelungsbedarf sieht

Fernandes sieht zudem weiteren Nachschärfungsbedarf bei derzeit diskutierten Gesetzesplänen. Geahndet werden solle die Verbreitung heimlich gemachter intimer Aufnahmen und die Verbreitung von Deepfakes, also mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellter intimer Aufnahmen, sagte sie. Nicht erfasst seien reale Aufnahmen zum Beispiel einer Pornodarstellerin, die auf einem Social-Media-Profil einer Person verbreitet werden und so den Eindruck erweckten, es handele sich um die Inhaberin des Profils.

Hintergrund sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte.

Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die "initiale Berichterstattung" des "Spiegels" gerichtliche Schritte einzuleiten.

Hubig fordert gesellschaftliche Debatte ein

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), die in der Sendung nach Fernandes als Teil einer Talkrunde auftrat, betonte, sie wolle sich zu den Vorwürfen von Fernandes nicht äußern. "Ich bin Justizministerin. Wir haben eine unabhängige Justiz."

Die SPD-Politikerin forderte eine stärkere gesellschaftliche Debatte zu sexualisierter Gewalt. Von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen müsse signalisiert werden, dass sie Unterstützung erhielten. Es sei wichtig zu sagen: "Nein, kein Mann hat das Recht, übergriffig zu werden und Gewalt auszuüben gegenüber einer Frau. Und es ist nicht die Schuld der Frau, und sie muss sich auch nicht dafür schämen. Ich finde, das müssen wir in der Gesellschaft wirklich noch mal viel deutlicher auch leben und darüber diskutieren."

Eine Klarnamenpflicht im Internet lehnte Hubig erneut ab und begründete das mit Verweis auf Selbsthilfegruppen oder auch Oppositionelle aus anderen Ländern, die die Anonymität im Netz bräuchten. Die Ministerin ist für mehrere Gesetzesvorhaben zuständig, die für einen besseren Schutz von Frauen sorgen sollen.

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