Finanzen

Strom- und Gaskunden: Verivox-Chef warnt vor deutlich steigenden Gaspreisen

Wer Auto fährt, wird entlastet - doch auch für die Strom- und Gaskunden kennen die Preise derzeit nur eine Richtung: nach oben.
24.04.2026 13:03
Lesezeit: 1 min
Strom- und Gaskunden: Verivox-Chef warnt vor deutlich steigenden Gaspreisen
Hintergrund der Preissteigerungen sei das Merit-Order-Prinzip an der Europäischen Strombörse, wonach sich der Preis an den teuersten Energiequellen ausrichte. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Verivox-Chef: Gaspreise könnten weiter deutlich steigen

Der Chef des Energie-Vergleichsportals Verivox, Daniel Puschmann, sieht angesichts steigender Gaspreise durch den Iran-Konflikt anhaltend hohe Heiz- und Stromkosten für die deutschen Haushalte voraus. «Wir stehen eher am Anfang höherer Preise bei Gas als am Ende der Entwicklung», sagte Puschmann der «Augsburger Allgemeinen» (Freitagausgabe). «Je länger aber der Konflikt andauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die höheren Beschaffungspreise für Erdgas auch in höheren Endkundenpreisen niederschlagen», erklärte er.

«Gas ist so teuer wie seit März 2023 nicht mehr»

«Gas ist so teuer wie seit März 2023 nicht mehr», sagte der Verivox-Chef. «Wer neu abschließt, muss derzeit im Schnitt 11 Cent pro Kilowattstunde Gas zahlen.» Damit seien nahezu die 12 Cent der Gaspreis-Bremse erreicht, die die Ampel-Regierung nach Beginn des Ukraine-Kriegs festgelegt habe. Die hohen Gaspreise wirkten zeitversetzt auch auf die Strompreise. «Kostensteigerungen von zehn Prozent pro Haushalt sind möglich», sagte Puschmann.

Merit-Order-Prinzip der Europäischen Strombörse

Hintergrund sei das Merit-Order-Prinzip an der Europäischen Strombörse, wonach sich der Preis an den teuersten Energiequellen ausrichte, die häufig Strom aus Gaskraftwerken seien. «Wir sehen, dass die Börsenstrompreise jetzt schon auf die Gaskrise reagieren», erklärte der Verivox-Chef. Der Neukundenpreis liege schon jetzt mit 28 Cent pro Kilowattstunde zweieinhalb Cent über dem Wert vor Kriegsbeginn. «Je länger diese Krise dauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die Gaspreise in höheren Strompreisen für die Haushalte niederschlagen», warnte er.

Senkung der Stromsteuer

Um die Verbraucher zu entlasten, könnte eine Senkung der Stromsteuer auf das europäisch vereinbarte Minimum helfen. «Die Stromsteuersenkung wäre wirksamer als die 17 Cent Entlastung pro Liter an der Tankstelle», sagte der Verivox-Chef. «Wer 40 Kilometer am Tag fährt, spart sich durch den Tankrabatt in zwei Monaten rund 20 bis 25 Euro» fügte er hinzu. «Sinkt die Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau, wäre pro Haushalt eine Entlastung von 90 Euro möglich, gerechnet für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden.»

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