Wirtschaft

E-Auto-Produktion in Europa legt zu: Neue Studie zeigt überraschende Entwicklung

Die europäischen Strafzölle auf Elektroautos aus China sollten heimische Produktionsstandorte stärken. Erste Daten deuten tatsächlich auf eine Rückverlagerung der Fertigung hin. Gleichzeitig wachsen chinesische Hersteller in wichtigen Marktsegmenten weiter. Reicht die Zollpolitik also aus, um Europas Industrie nachhaltig zu schützen?
13.07.2026 17:41
Lesezeit: 2 min
E-Auto-Produktion in Europa legt zu: Neue Studie zeigt überraschende Entwicklung
EU-Strafzölle verändern den europäischen E-Auto-Markt. (Bild: ChatGPT)

Studie: Hersteller holen Pkw-Produktion wegen Zöllen in die EU zurück

Seit der Einführung von EU-Zöllen auf Elektroautos aus China produzieren westliche Hersteller einer Studie zufolge ihre E-Autos wieder verstärkt in Europa. Demnach sank der Anteil von in Europa verkauften "Made in China"-Batteriefahrzeugen westlicher Autobauer am gesamten E-Auto-Absatz zwischen 2024 und dem ersten Quartal dieses Jahres von 38 auf 23 Prozent.

Das geht aus einer Untersuchung des europäischen Verkehrsverbands T&E hervor. Die Zahlen basieren demnach auf Produktions- und Verkaufsdaten des Anbieters GlobalData. Die untersuchten westlichen Marken sind BMW , Dacia, Volvo, Smart und Tesla .

Tesla-Anteil sinkt um vier Prozentpunkte

So sank etwa der Anteil von in China produzierten Tesla-Fahrzeugen am Elektro-Gesamtmarkt in Europa im Vergleichszeitraum von 23 auf 19 Prozent. Die Einfuhr von E-Autos chinesischer Hersteller konnten die Zölle demnach hingegen kaum eindämmen. Insbesondere die Autobauer BYD und Geely hätten ihre Importe nach Europa trotz der Einführung der Zölle seit 2024 deutlich steigern können. Dies liege vor allem an der hohen Überproduktion dieser Unternehmen in China, heißt es in der Untersuchung des Verbands.

Ausnahme bilde das Unternehmen Saic, dessen Absatzzahlen in Europa seit 2024 stark zurückgegangen seien. T&E zufolge liegt das daran, dass für E-Autos von Saic fast doppelt so hohe Zölle anfallen wie für Fahrzeuge von BYD oder Geely.

Unterschiedliche Zölle für Hersteller

Das wiederum hat damit zu tun, dass die EU in einer Untersuchung zu dem Schluss kam, dass Saic in größerem Umfang von staatlichen Subventionen in der Wertschöpfungskette profitiere als die Wettbewerber.

Dennoch verlagerten dem Verband zufolge auch chinesische Hersteller einen größeren Teil ihrer E-Auto-Produktion nach Europa. Seit der EU-Untersuchung zu den Subventionen im Jahr 2023 seien zehn geplante Produktionsstätten auf dem Kontinent bekanntgeworden, teilte T&E mit. Zudem setzten die chinesischen Hersteller bei den Exporten aus China vermehrt auf Plug-in-Hybride (PHEV). "Chinesische Marken halten nun einen Anteil von 13 Prozent am PHEV-Markt der EU, gegenüber 3 Prozent im Jahr 2024", hieß es.

E-Auto-Produktion auch in Deutschland gestiegen

Die Ergebnisse von T&E decken sich im Grundsatz mit den Produktionsdaten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) in Deutschland. Demnach stieg die Produktion reiner Elektroautos (BEV) innerhalb Deutschlands im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 1,22 Millionen Einheiten - bei gleichzeitig einbrechendem Absatz. Ob das an der Verlagerung von Produktionskapazitäten aus China liegt, geht aus den VDA-Daten indes nicht hervor.

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