EZB dürfte Leitzinsen zunächst unverändert lassen
Nach der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) nun abwarten. Volkswirte rechnen damit, dass die Euro-Währungshüter bei ihrer geldpolitischen Sitzung an diesem Donnerstag die Leitzinsen unverändert lassen werden.
Damit bliebe der für Banken und Sparer im Euroraum wichtige Einlagenzins bei 2,25 Prozent. Eine weitere Anhebung könnte im September folgen, wenn der Notenbank neue Prognosen zur Inflation und Konjunktur vorliegen. Denn die Risiken für die Teuerung sind nicht gebannt, solange der Iran-Krieg weiter schwelt und eine dauerhafte Lösung für den Konflikt im Nahen Osten ausbleibt.
Iran-Krieg treibt Inflation nach oben
Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hatte die Teuerung in den vergangenen Monaten kräftig nach oben getrieben. Im Juni schwächte sich der Preisauftrieb ab. Die Verbraucherpreise im Euroraum lagen um 2,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Mai hatte die Inflation noch 3,2 Prozent betragen.
Die EZB sieht die Preisstabilität bei einer mittelfristigen Inflation von zwei Prozent im Euroraum gewahrt. Mit höheren Zinsen kann sie die Inflation dämpfen, weil Kredite dann teurer werden und die Nachfrage sinkt. Zugleich belasten höhere Zinsen jedoch alle, die investieren wollen. Hebt die EZB die Zinsen zu stark an, riskiert sie, die Wirtschaft abzuwürgen.
