Politik

Wende in Syrien: Ankara begrüßt das Aus für kurdische SDF-Miliz

Die Entscheidung zur Auflösung der kurdisch geführten Streitkräfte im Nachbarland Syrien stößt in Ankara auf direkte Zustimmung. Die türkische Führung sieht in dem Schritt, auf den sie lange gedrängt hatte, eine Chance für mehr Stabilität in der Region.
27.08.2026 15:00
Lesezeit: 1 min
Wende in Syrien: Ankara begrüßt das Aus für kurdische SDF-Miliz
Die kurdische SDF Miliz in Syrien löst sich auf: Ankara begrüßt den Schritt als Chance für Stabilität (Foto: dpa).

Zustimmung aus Ankara nach Vereinbarung in Damaskus

Die Resolution zur Auflösung der von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) trifft in der Türkei auf Wohlwollen. Das Verteidigungsministerium in Ankara bezeichnete den Vollzug als wesentlichen Beitrag zur Festigung der nationalen Einheit Syriens. Die türkische Regierung pflegt enge Beziehungen zur Führung in Damaskus und verfolgt die Ereignisse auch vor dem Hintergrund der eigenen kurdischen Bevölkerung aufmerksam.

Der militärische Anführer der SDF, Maslum Abdi, hatte das Ende der vor allem im Norden und Nordosten Syriens operierenden Allianz am Dienstag nach Gesprächen mit Syriens Interimspräsident Ahmed al-Scharaa in Damaskus verkündet. Über die staatliche Agentur Sana wurde den Kurden durch al-Scharaa zudem erneut die Aussicht auf Unterricht in ihrer Muttersprache zugesagt.

Ankara unterhält Friedensprozess mit der PKK

Die Türkei betrachtet die von den USA unterstützten SDF als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Sie hat in der Vergangenheit immer wieder Militäroperationen in Nordsyrien durchgeführt und weiterhin Truppen dort stationiert.

Die Entwicklungen in Syrien sind für die Türkei auch mit Blick auf den Friedensprozess mit der PKK im Inland von Bedeutung. Die PKK hatte vergangenes Jahr ihre Auflösung verkündet, in diesem Zusammenhang forderte Ankara auch immer wieder ein Ende der SDF in Syrien.

Vor gut zwei Wochen hatte das türkische Parlament zudem ein Gesetz verabschiedet, das eine Freilassung von inhaftierten PKK-Mitgliedern zur Folge haben könnte. Von kurdischen Politikern geforderte demokratische Reformen oder Zusagen für mehr Rechte für die Minderheit wie etwa muttersprachlichen Unterricht blieben jedoch bislang aus.

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