Politik

Nato-Gipfel: Zahlreiche Festnahmen in der Türkei

Die Behörden haben kurz vor dem Nato-Gipfel, der am 7. und 8. Juli stattfindet, ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Razzien treffen unter anderen Journalisten und linke Gruppierungen. Das stößt auf Kritik.
06.07.2026 08:08
Lesezeit: 1 min
Nato-Gipfel: Zahlreiche Festnahmen in der Türkei
Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, die Polizei habe bei Razzien zahlreiche Verdächtige festgenommen. (Foto: dpa) Foto: Erdem Sahin

Zahlreiche Festnahmen vor Nato-Gipfel in der Türkei

Wenige Tage vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara haben die türkischen Behörden bei Razzien in mehreren Provinzen zahlreiche Menschen festgenommen. Darunter befänden sich Journalisten, Wissenschaftler und Mitglieder linker Gruppierungen, berichteten türkische Medien und Gewerkschaften.

Die Regierung hatte vor Beginn des Nato-Gipfels am 7. und 8. Juli ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Die Behörden bezeichnen die Razzien als Teil von Ermittlungen zur Terrorismusbekämpfung. Kritiker sagen indes, die Operationen zielten darauf ab, Proteste zu verhindern.

Zahlreiche Verdächtige festgenommen

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, die Polizei habe bei Razzien in acht Provinzen 39 Verdächtige festgenommen. Der Einsatz sei demnach gegen den Jugendflügel einer verbotenen linken Gruppe gerichtet gewesen. Bei einer weiteren Operation in der westlichen Provinz Kocaeli nahm die Polizei laut Anadolu zudem 28 Verdächtige fest, die mutmaßlich Verbindungen zu extremistischen Gruppen haben. Bei den Razzien beschlagnahmten die Behörden Munition und verbotene digitale Materialien.

Der türkische Journalistenverband (TGC) und der Verband progressiver Anwälte (CHD) forderten auf der Plattform X die Freilassung der festgenommenen Journalisten. Sie bezeichneten die Festnahmen als Verstoß gegen die Pressefreiheit und nannten die Razzien einen Versuch, oppositionelle Stimmen im Vorfeld des Nato-Treffens einzuschüchtern. Bereits in der vergangenen Woche hatte es Festnahmen gegeben.

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