Statistik des IfM Bonn, Erklärungsansätze und verzeichnete Schließungen
Das Gründungsgeschehen in Deutschland gewinnt an Dynamik. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn wurden im ersten Halbjahr rund 143.000 gewerbliche Neugründungen registriert. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 waren es noch 132.000 gewesen. Die Zahl der Betriebsaufgaben lag von Januar bis Juni bei 127.000 und verharrte damit auf dem gleichen Stand wie im ersten Halbjahr 2024. Ein Abgleich mit dem Jahr 2025 sei aufgrund von Fehlern bei der Datenerfassung nicht möglich, heißt es.
"Wir haben trotz der schwachen Konjunktur einen positiven Trend. Auch weil das Risiko von Arbeitslosigkeit steigt, wagen mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit", sagte IfM-Gründungsexperte Peter Kranzusch.
Der Erhebung zufolge wurden im Zeitraum von Januar bis Juni bundesweit etwa 53.600 sogenannte Betriebe mit einer Hauptniederlassung ins Leben gerufen – 8.000 mehr als im ersten Halbjahr 2024. Darunter versteht man Unternehmen mit einem Eintrag im Handelsregister oder in der Handwerksrolle beziehungsweise mit mindestens einem abhängig Beschäftigten. Diese Betriebe seien von besonderer Bedeutung für die Wirtschaft, da sie in der Regel Arbeitsplätze schaffen, so Kranzusch. Parallel dazu machten 35.700 dieser Betriebe dicht – das sind 2.100 Schließungen mehr als in den ersten sechs Monaten 2024.
Besonders viele Gründungen und Schließungen im Handel
In Nordrhein-Westfalen wurden in der ersten Jahreshälfte mit rund 11.000 die meisten Betriebe mit einer Hauptniederlassung gegründet – 1.320 mehr als im ersten Halbjahr 2024. Danach folgten Bayern mit 9.160 (plus 1.750) und Baden-Württemberg mit 6.160 (plus 1.230). Auch Hessen konnte deutlich zulegen und steigerte die Zahl um mehr als 1.100 auf gut 4.200. Die wenigsten Gründungen gab es in Bremen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern.
Bei den gewerblichen Existenzgründungen insgesamt entfielen laut Kranzusch besonders viele auf den Handel, das Gast- und Baugewerbe sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen. In diesen Wirtschaftszweigen gab es auch insgesamt die meisten Unternehmensschließungen.

