Finanzen

China und Russland bereiten Angriff auf den Dollar vor

Lesezeit: 1 min
27.06.2014 01:15
Hochrangige Finanz-Vertreter aus Russland und China haben sich in Shanghai zu Gesprächen eingefunden. Sie wollen den gesamten bilateralen Handeln vom US-Dollar auf den Yuan oder Rubel umstellen. Zuvor hatte ein Putin-Berater zu einer weltweiten Anti-Dollar-Allianz aufgerufen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

China und Russland wollen sich schon seit geraumer Zeit vom US-Dollar lösen. Am Mittwoch haben sich zwei hochrangige Vertreter der Chinesischen Volksbank und der Zentralbank Russland in Shanghai getroffen, um weitere Schritte zu planen. Dmitry Skobelkin und Jin Qi möchten gemeinsam gegen die US-Währung vorgehen.

So soll der gesamte bilaterale Handel entweder in Rubel oder Yuan abgewickelt werden. Die Sanktionen des Westens gegen Russland haben offenbar ihre Wirkung verfehlt. Sie haben Moskau in eine engere Kooperation mit Peking getrieben, meldet Zerohedge.

Es sei aktuell von einer strategischen Allianz in Eurasien die Rede. Der russische Energie-Riese Gazprom überlege sogar, Anleihen in Singapur-Dollars zu verkaufen. Offenbar möchten die Russen und Chinesen den US-Dollar als Handelswährung um jeden Preis umgehen. Sie fühlen sich bedroht. Doch sollte sich der Yuan oder Rubel etablieren, müsste der Rest der Welt ohnehin mitziehen. Das würde die weltweite Ablösung des US-Dollars als Handelswährung nach sich ziehen.

Im April wollte Gazprom seine Kunden darauf vorbereiten, Verträge künftig in Euro statt in US-Dollar abzuschließen. Neben Gazprom Neft hatten auch viele andere Rohstoff-Konzerne Gespräche mit Banken über eine mögliche Umstellung der Geschäfte von Dollar auf Euro geführt (mehr hier).

Vergangene Woche hatte der russische Präsidenten-Berater Sergej Glasjew eine weltweite Anti-Dollar-Allianz gefordert. Doch um die „US-Kriegsmaschine“ zu stoppen, sei eine Kooperation mit den Europäern wichtig. Die stünden unter der Abhängigkeit der Amerikaner und müssten sich endlich befreien.

Das schlussendliche Ziel Russlands ist es, den Zusammenbruch des US-Finanzsystems herbeizuführen (mehr hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Kampf gegen Inflation: Die EZB steuert auf eine neue Eurokrise zu

Die EZB ist in der Zwickmühle. Wenn sie die Inflation bekämpfen will, muss sie ihr Anleihekaufprogramm stoppen. Doch schon die bloße...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Bargeld-Verbot: Edward Snowden warnt vor „digitalem Finanz-Faschismus“

Ohne Bargeld wäre es Edgard Snowden niemals gelungen, zu fliehen – und die Welt über die Überwachungspraktiken der US-Geheimdienste zu...

DWN
Politik
Politik Kriegsgefahr: Kann China den USA Paroli bieten?

Wie schlagkräftig ist die chinesische Armee? Trotz gigantischem Rüstungsbudget ist die Antwort schwer einzuschätzen. Warum die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die selbsterfüllende nächste Rezession – und ihre Parallelen zur „großen Depression“

Die Stimmungslage unter den Verbrauchern ist so niedrig wie noch nie. Ein Wirtschaftsabschwung ist nicht mehr aufzuhalten – es droht...

DWN
Technologie
Technologie US-Sanktionen kurbeln Chinas Chip-Industrie kräftig an

Die US-Sanktionen gegen China scheinen ihren Zweck zu verfehlen. Ex-Google-Chef Eric Schmidt warnt sogar: "Amerika steht kurz davor, den...

DWN
Deutschland
Deutschland Ostdeutschland könnte zur neuen Industrie-Hochburg der Bundesrepublik werden

Lange galten die neuen Bundesländer wirtschaftlich betrachtet als Sorgenkinder. Doch mit dem Einzug mehrerer Big Player der...

DWN
Finanzen
Finanzen Japans Notenbank droht Crash der globalen Finanzmärkte auszulösen

Namhafte Spekulanten wetten massiv auf einen Zinsanstieg in Japan, da die Notenbank keine andere Wahl zu haben scheint. Doch die globalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Hilflos auf dem Weg in die nächste Flutkatastrophe

Mit dem Juli 2022 wird die Erinnerung an die Flutkatastrophe im Juli des vergangenen Jahres wach. Schon mehren sich die Anzeichen, dass...