Öko-Türme sollen Chinas Luft reinigen

 

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05.11.2014 11:03
Kilometerhohe Ökotürme sollen in China die Umweltverschmutzung bekämpfen. Ein Hochhaus soll dazu Wind- und Solar-Strom generieren. Der zweite Turm wird mit neusten Umwelt-Technologien zur Müllverwertung, Wasserfiltersystem und Luftreinigung ausgestattet. Das Projekt soll bereits 2018 fertig sein.
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Allein die Höhe der Wolkenkratzer ist Rekord. Exakt einen Kilometer hoch sollen die größten dieser Öko-Tower sein.

Der Plan der Architekten: zwei Wolkenkratzer nebeneinander. Der größere Tower der beiden, soll für die Energiegewinnung und Wasserreinigung zuständig sein. Das nur unwesentlich kleinere Öko-Hochhaus dient der Luftreinigung.

Die Chinesen haben ehrgeizige Ziele. Es gilt nicht nur das aktuell höchste Gebäude der Welt, das Burj Khalifa in Dubai, in den Schatten zu stellen, berichtet fastcoexist.com. Vielmehr sollen die Tower eine Art Terraforming schaffen, wie es bisher nur aus Science-Fiction-Romanen bekannt und vor allem für andere Planeten gedacht war. Doch die Umwelt auf unserem Planeten erfordert inzwischen scheinbar so drastische Modelle.

Die Industrie hat in China nicht nur für einen Boom an Arbeitsplätzen und Wohlstand gesorgt. Atemschutzmasken nicht nur beim Motorradfahren sind wegen der Umweltbelastung vielerorts an der Tagesordnung. Zahlreiche Flüsse sind durch chemisches Abwasser der Fabriken bereits verseucht. Akute Gefahr durch Smog und Klimaschäden sind der Preis für die günstige Produktion von Waren.

Um der immer schlimmer werdenden Umweltverschmutzung Herr zu werden, sollen diese Öko-Tower für saubere Luft und Wasser sorgen. Eine Kombination aus Energiegewinnung und Reinigung kann weltweit einzigartige Effekte für die Natur haben.

Das ganze System besteht dabei aus zwei Wolkenkratzern, die auf einer eigenen Insel in einem See gebaut werden. Der ein Kilometer Hohe Turm ist der Stromlieferant. An der Spitze soll eine Windturbine für Energie sorgen. Weiter unten sind großflächig Solarpanele aufgereiht, die dazu in der Lage sind, enorme Mengen an Sonnenenergie in Strom umzuwandeln.

Ebenerdig wird Regenwasser aufgefangen und aufbereitet. Außerdem pumpt der Tower Wasser aus dem See und leitet es durch mehrere Filter. Nachdem Prozess wird das Wasser mit Luft angereichert und wieder in den See abgelassen. Dadurch soll die Wasserqualität im See steigen.

Im zweiten Tower wird eine Kombination aus bewachsenen Wänden und Insektenhotels angebaut. Dies dient als eine natürliche Luftreinigung. Zusätzlich erfreuen sich die umliegenden Pflanzen über mehr nützliche Insekten.

Hintergrund für diese neuartiges Gestaltung ist die besondere Beschaffenheit der Industriemetropole Wuhan. Sie ist durchzogen von sehr vielen Seen, mehr als doppelt so viele, wie um Berlin. Diese einzigartige Situationen ermöglichst wiederum erst den Bau von zahlreichen dieser Öko-Hochhäuser. Denn jedes zweiköpfige Tower-Gespann wird auf einer eigenen künstlichen Insel gebaut.

Für die Region in und um Wuhan sind das natürlich gute Nachrichten, da die Umweltbelastung derart hohe Werte erreicht hat, dass dringend etwas dagegen getan werden muss. Und auch wenn eine Senkung der Grenzwerte für Industrieabfälle wohl eine europäische Lösung des Problems ist, so können die Bewohner Wuhans stolz auf diese Neuerungen sein.

Voraussetzung, dass diese Tower gebaut werden, ist das OK vom Bürgermeister von Wuhan. Darauf warten aktuell noch die Architekten. Hat das Stadtoberhaupt Sigel und den Vertrag gemacht, können die Bauarbeiten noch dieses Jahr beginnen. In gewohnt chinesischem Tempo, sollen dann die ersten ökologischen Hochhäuser bereits 2017 oder 2018 fertig gestellt sein.

Insbesondere schwärmen die britischen Architekten von den möglichen Kunden aus China. „Während einem in England als Designer viele Steine in den Weg gelegt werden, sind die Chinesen dagegen unglaublich optimistisch“, so Laurie Chetwood, Leiterin des zuständigen Architekturbüros. Im Hinterkopf hat sie auch schon neue Aufträge: „Wenn wir es schaffen die Seen durch unser Design besser zu schützen, könnten daraus neue Projekte entstehen, die die Seen noch mehr schützen.“

Doch was wäre ein derartiges Hochhausprojekt ohne ein Restaurant in schwindelerregender Höhe? Beide Tower sind so gestaltet, dass zwischen ihnen kugelförmige Konstruktionen wie Planeten herunterhängen, die den Besuchern der unterschiedlichen Lokale einen atemberaubenden Blick auf die Seenlandschaft ermöglichen. Mit dem Müll, den die Restaurants erzeugen, werden übrigens Energiezellen aus Wasserstoff im Gebäude befeuert. Dadurch ist das System tatsächlich autark und verwertet den eigenen Abfall direkt selbst.

Eine ähnliche Variante gibt es im zweiten Tower, der mit vertikalen Gärten versehen wird. So wird an dessen Fuß ein Biomassekessel errichtet, der seinerseits Energie und Dünger produziert.

Macht dieses Modell Schule, könnte es bald in vielen chinesischen Städte derartige Bauten geben. Der Bevölkerung die aktuell unter den Schadstoffen in Wasser und Luft leidet, sei es nur zu wünschen. Nach der industriellen könnte China somit Kurs auf die ökologische Revolution nehmen.

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