Politik

Nato will Militär-Manöver in Osteuropa verstärken

Lesezeit: 1 min
01.09.2014 02:47
Die Nato möchte ihre Aktivitäten in Osteuropa ausbauen. Es sollen in regelmäßigen Abständen Militär-Manöver durchgeführt werden. Zudem sollen fünf neue Stützpunkte errichtet werden. Das transatlantische Bündnis definiert Russland als Aggressor und will einen neuen Geist in der Nato.
Nato will Militär-Manöver in Osteuropa verstärken

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Nato plant einem Zeitungsbericht zufolge fünf neue Stützpunkte in Osteuropa. Auf den Basen in den drei baltischen Staaten sowie in Polen und Rumänien sollten Logistiker, Aufklärer und Planer Manöver vorbereiten und im Ernstfall Einsätze führen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Beamten. Einzelheiten sollten nach dem Nato-Gipfeltreffen in Wales ausgearbeitet werden, der für Donnerstag und Freitag terminiert ist.

Der Zeitung zufolge will die Nato bei dem Treffen einen Plan zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft beschließen. Darin werde Russland als „Bedrohung für die euroatlantische Sicherheit“ eingestuft. Der Plan stehe im Einklang mit Zusicherungen, die der Atommacht vor dem Beitritt der neuen Mitglieder gegeben worden seien. Es sei noch umstritten, ob dies auch erwähnt werde, berichtete das Blatt. Demnach will die Allianz auch eine Eingreiftruppe mit etwa 10000 Mann aufbauen. Sie solle innerhalb von zwei bis sieben Tagen in Krisengebiete verlegt werden können.

Währenddessen bereitet sich die Nato auf eine mögliche Kollision mit Russland vor. Am Donnerstag startete im oberpfälzischen Grafenwöhr und Island unter dem Namen „Combined Endeavor“ die jährlich stattfindende weltweit größte IT-Militärübung. An ihr nehmen 1.200 Nato-Soldaten teil, meldet Stars and Stripes. Die Militärübung bezieht mittlerweile eine russische Bedrohung in ihre Szenarien ein.

Am Freitag begann das Marinemanöver „Northern Coasts“. Die von Finnland angeführte Militärübung wird im Baltischen Meer stattfinden. Es werden insgesamt 50 Schiffe, Flugzeuge und 3.000 Soldaten aus USA, Kanada, Deutschland und Dänemark an der Übung teilnehmen. Sie endet am 12. September.

Die Nato hat Russland vorgeworfen, die Separatisten im Osten der Ukraine mit Waffen und Soldaten zu unterstützen. Die Regierung in Moskau hat dies zurückgewiesen. Vor allem Länder wie Polen oder der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen fühlen sich durch das Verhalten Russlands bedroht. Der scheidende Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte den Aufbau von Stützpunkten bereits vor einigen Tagen in einem „Guardian“-Interview angekündigt, Einzelheiten aber offengelassen.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen lehnte unterdessen eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine ab. Dies stehe jetzt nicht auf der Tagesordnung, sagte sie der „Bild am Sonntag“. „Ein tatsächlicher Beitritt würde ohnehin lange dauern, da die Ukraine in vielen Punkten nicht die Kriterien erfüllen könnte, die sich die Nato für eine Aufnahme weiterer Mitgliedstaaten gegeben hat.“

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hatte am Freitag angekündigt, sein Land werde die Mitgliedschaft in der Nato anstreben. Rasmussen hatte erklärt, er respektiere den Wunsch. Eine Nato-Mitgliedschaft gilt in absehbarer Zeit aber als unwahrscheinlich.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Finanzen
Finanzen Insider: EZB-Inflationsziel soll zeitnah angehoben werden

Bei der EZB herrscht Einigkeit darüber, dass das derzeitige Inflationsziel von "unter, aber nahe 2 Prozent" ausgedient hat. Die Bürger...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nächster Preis-Boom? Bei Rohstoffen droht der nächste Super-Zyklus

Einem Top-Investor zufolge könnte bei Rohstoffen der nächste preisliche Super-Zyklus eintreten. Die Preise könnten sogar künstlich in...

DWN
Politik
Politik Wie die USA mit einem „impotenten“ Projekt Chinas Neue Seidenstraße aushebeln wollen

Die USA wollen angeblich mit der „B3W“-Initiative die chinesische Neue Seidenstraße aushebeln. Doch die Wahrheit ist, dass die...

DWN
Finanzen
Finanzen Cannabis auf Rezept: Gegen diese Krankheiten wirkt die Heilpflanze

Cannabis ist vielen nur als Droge bekannt. Dabei nutzen Menschen das Kraut seit Jahrtausenden auch als Heilpflanze. Seit 2017 können...

DWN
Politik
Politik Spanien begnadigt katalanische Separatisten unter Auflagen

Die spanische Regierung von Pedro Sanchez hat ungeachtet des Widerstands in der Bevölkerung alle neun verurteilten Anführer der...

DWN
Politik
Politik Philippinen: Präsident Duterte droht Impfverweigerern mit Gefängnis

"Wenn Sie sich nicht impfen lassen wollen, werde ich Sie festnehmen lassen", sagte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in einer...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN-SERIE PARTEIENPROGRAMME: CDU und CSU sind gegen eine europäische Schuldenunion

Aus dem Wahlprogramm der CDU/CSU geht hervor, dass es auch künftig keine EU-Schuldenunion geben soll.

DWN
Politik
Politik Marc Friedrich: Die Bundesregierung probte schon 2012 den Umgang mit Corona

Marc Friedrich geht mit der Bundesregierung hart ins Gericht.