Technologie

Sparkassen: Fahrenschon fordert Ende des weltweiten Geld-Druckens

Lesezeit: 1 min
12.10.2014 02:51
Der Präsident des Deutschen Sparkassen-Verbandes hat bei der Herbsttagung von Weltbank und iWF vor einer neuen Krise auf den internationalen Finanzmärkten gewarnt. Schuld an einem neuen Ungleichgewicht sei das hemmungslose globale Gelddrucken jenseits der Bedürfnisse der Realwirtschaft.

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, hat bei der Herbsttagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Washington vor einer neuen Krise auf den internationalen Finanzmärkten gewarnt. „Viele Probleme auf den Finanzmärkten sind nicht gelöst, sondern mit zu viel billigem Geld zugedeckt worden. Gleichzeitig steigen die globalen Ungleichgewichte. Dies alles ist nicht zuletzt Ergebnis von geld- und finanzpolitischen Maßnahmen zur Eindämmung der Krise“, so Fahrenschon.

Im siebten Jahr der Wirtschafts- und Finanzkrise sei es Zeit, weg von kurzfristig wirkenden Krisenmaßnahmen zu kommen. Stattdessen müssten langfristig wirkende strukturelle Veränderungen geschaffen werden. „Es muss darum gehen, solche Krisen künftig weniger wahrscheinlich zu machen“, so Fahrenschon.

Zentrale politische Gestaltungsaufgabe der Zukunft sei es, eine stärkere realwirtschaftliche Anbindung der Geld- und Währungspolitik, der Haushaltspolitik und nicht zuletzt der Finanzmärkte sicherzustellen. „Trotz der Erfahrungen der Finanzkrise haben sich die Finanzmärkte weiter von den Bedürfnissen von Millionen Menschen nach wirtschaftlicher Teilhabe entfernt. Hier muss umgesteuert werden“, sagte der DSGV-Präsident. So sei es beispielsweise eine ungewollte Nebenwirkung der intensiven Bankenregulierung, dass der Schattenbankensektor immer weiter wachse. „Geschäfte werden in Strukturen ausgelagert, die immer noch weitgehend unreguliert sind. Statt die Märkte sicherer zu machen, werden so neue Stabilitätsrisiken geschaffen“, sagte der DSGV-Präsident.

Fahrenschon wies weiter darauf hin, dass der Ordnungsrahmen für das Weltwährungssystem nicht stimmig und das System flexibler Wechselkurse eine der Ursache für Instabilitäten sei. Fahrenschon: „Es sollte daher über internationale Abstimmungen zur Begrenzung der Geldschöpfung nachgedacht werden. Es ist auf Dauer unter Stabilitätsgesichtspunkten nicht hinnehmbar, dass jenseits des Bedarfs der Realwirtschaft Geld geschöpft werden kann.“

Fahrenschon machte deutlich, dass die Zeit der Ideologie für den Vorrang von Kapitalmarkt- gegenüber Bankensystemen, für unbedingte Liberalisierungen und gegen regional ausgerichtete, durch die Bevölkerung getragene kreditwirtschaftliche Strukturen vorbei sei. So sei es z. B. in den USA völlig normal, unterschiedliche Geschäftsmodelle von Kreditinstituten auch einer deutlich abgestuften Regulierung zu unterwerfen. „Es wird Zeit, dass diese Entwicklung auch in Europa gehört, verstanden und aufgegriffen wird“, so Fahrenschon.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Heribert Prantl: „In der Geschichte der Bundesrepublik gab es noch nie so umfassende Eingriffe in die Grundrechte“

DWN-Chefredakteur Hauke Rudolph hat mit Heribert Prantl gesprochen. Der prominente Journalist und Jurist warnt davor, dass der Staat die...

DWN
Politik
Politik Eine neue Geldtheorie soll den sozialistischen Green New Deal durchsetzen

Mit der Umsetzung einer neuen Geldtheorie soll der internationale Green New Deal durchgesetzt werden. Dadurch werde Kritikern zufolge die...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanz-Insider: Der Euro ist unrettbar verloren

Durch eine Reihe extremer Maßnahmen ist es EZB und Politik noch einmal gelungen, den Zerfall der Eurozone abzuwenden. Doch die sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Explosion der Immobilien-Preise: Mieten lohnt sich immer öfter als Kauf

In 51 von 75 Städten ist die finanzielle Belastung durch die Miete geringer als beim Kauf. Die Unterschiede sind vor allem in den...

DWN
Politik
Politik Österreich: Im Westen verankert, den Blick nach Osten

In der zwölften Folge der großen geopolitischen DWN-Serie befasst sich Moritz Enders mit Österreich. Er analysiert die...

DWN
Finanzen
Finanzen Nutzt China den Bitcoin als Finanzwaffe gegen den US-Dollar?

PayPal-Mitbegründer Peter Thiel hat die US-Regierung aufgefordert, Chinas Beziehung zu Bitcoin aus einer geopolitischen Perspektive neu zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuern und Abgaben steigen kräftig: Auch Geringverdiener werden jetzt zur Kasse gebeten

Die Steuer- und Abgabenlast ist in Deutschland so hoch wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr und dürfte weiter steigen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Trotz Pandemie: Investments in Logistik-Immobilien weiter hoch im Milliarden-Bereich

Die Pandemie beeinträchtigt zwar viele Branchen. Doch bleiben die Engagements im Immobiliensektor nach wie vor äußerst hoch.