Finanzen

Börse: Fed und EZB versprechen nach Kursstürzen neues Geld, Dax schließt leicht im Plus

Lesezeit: 1 min
16.10.2014 18:45
Der Ausverkauf an den Märkten setzte sich bis zum Nachmittag fort: Die Risikoprämien für griechische Staatsanleihen explodierten, Bankaktien des Landes verloren teilweise 25%. Dann aber griffen die Fed und die EZB ein - und die Kurse drehten wieder nach oben.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Hoffnung auf frische Geldspritzen der US-Notenbank Fed hat die Talfahrt des Dax am Donnerstag kurs vor Handelsschluss vorerst abgebremst. Er schloss 0,1 Prozent höher bei 8582,90 Punkten. Zuvor hatte ihn die Furcht der Anleger vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft und einem Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise auf ein 13-Monats-Tief von 8354,97 Punkten gedrückt.

Genährt wurden die Spekulationen auf eine längerfristig lockere US-Geldpolitik von Aussagen des Chef der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard. Dieser brachte in einem Interview mit Bloomberg TV eine Pause bei der Drosselung der Wertpapierkäufe durch die US-Notenbank ins Gespräch. Abhängig von der Konjunkturentwicklung könnten sie sogar wieder ausgeweitet werden. Damit schürte er Börsianern zufolge Spekulationen auf eine Verschiebung der geplanten US-Zinserhöhung. Bislang rechnen Anleger für Mitte 2015 mit diesem Schritt.

Der EuroStoxx50 grenzte seine Verluste daraufhin ein und lag am Abend noch 0,4 Prozent im Minus bei 2881,51 Punkten. An der Wall Street zogen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ebenfalls wieder an und notierten unverändert bis 0,2 Prozent schwächer.

In Europa richteten sich alle Augen auf Griechenland. Wegen Spekulationen auf vorgezogene Neuwahlen hat der Leitindex der Athener Börse seit Wochenbeginn mehr als 13 Prozent verloren. Auch die griechischen Staatsanleihen gingen auf Talfahrt. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel binnen weniger Tage auf mehr als neun Prozent von zuvor 6,5 Prozent. Parallel dazu verbilligte sich der Euro auf 1,2797 Dollar von 1,2837 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Erst Aussagen der EZB, Griechenland jede notwendige finanzielle Hilfe zukommen zu lassen, brachte Beruhigung in die Märkte.

Am Aktienmarkt standen vor allem die Finanzwerte unter Druck. Börsianern zufolge sorgte neben dem Kursverfall an den Börsen der EZB-Stresstest für wachsende Nervosität. Die Notenbanker wollen am 26. Oktober die Ergebnisse ihres Gesundheitschecks der europäischen Bankenbranche vorlegen.

Vor diesem Hintergrund fiel der Index für die Banken der Euro-Zone um bis zu 5,4 Prozent auf ein 13-Monats-Tief von 125,68 Punkten. Im Dax war Deutsche Bank mit einem Kursminus von 3,1 Prozent das Schlusslicht. Diesem Sog konnte sich auch US-Konkurrent Goldman Sachs nicht entziehen. Die Papiere der Großbank verloren trotz eines Gewinnsprungs 1,8 Prozent.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...

DWN
Deutschland
Deutschland ADAC startet bundesweite Fahrrad-Pannenhilfe

Pannenhilfe und individuelle Mobilität stehen für den ADAC weiterhin an erster Stelle. Nun auch, wenn ein Mitglied mit dem Fahrrad...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Beschwerden wegen IBAN-Problemen halten an

SEPA wurde vor fünf Jahren eingeführt, damit man schnell Geld ins Ausland überweisen kann. Doch die Beschwerdestelle zu IBAN-Problemen...

DWN
Deutschland
Deutschland Andrij Melnyk: Der Mann mit dem Zeigefinger

Der ukrainische Botschafter mag noch so sehr im Recht sein - er läuft Gefahr, potentielle Unterstützer zu verprellen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Finnland soll ab Samstag kein russisches Gas mehr bekommen

Russland stellt Samstagmorgen die Gaslieferungen nach Finnland ein. Ab 06:00 Uhr werde kein Gas mehr fließen, teilt der finnische...

DWN
Deutschland
Deutschland JP Morgan nimmt verstärkt deutschen Mittelstand ins Visier

Die US-Großbank JP Morgan nimmt verstärkt den deutschen Mittelstand ins Visier. Doch der Markt ist bereits hart umkämpft.