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Schulden-Krise

Griechenland: Nicht schon wieder Entscheidungen ohne taugliche Grundlagen

Die Euro-Retter haben die Lage in Griechenland aufgrund völlig falscher Daten beurteilt. Deshalb hat die Therapie nicht angeschlagen. Jetzt werden dem Land wieder Alternativen aufgezwungen, die beide untauglich sind: Die Fortsetzung der internen Abwertung oder Grexit. Beides ist fatal. Solange keine realistische Datengrundlage besteht, und das Bankensystem nicht fixiert wird, wird sich die Schuldendeflation fortsetzen.

Abgesang auf die Veto-Kanzlerin: Bloomberg knöpft sich Angela Merkel vor

Die Top-Geschichte von Bloomberg am Vorabend des ultimativen Euro-Showdowns trägt die Überschrift: „Der Beweis, dass Merkel Europa wirtschaftlich drangsaliert“. Merkel behandle die anderen Euro-Staaten wie ungezogene Kinder und habe die Zone mit ihrem sturen Bestehen auf Austerität ins Unglück gestürzt. In der Kultur würde man dies eine „vernichtende Kritik“ nennen. Es könnte die erste Strophe eines Abgesangs werden.

Rette sich, wer kann: Europa taumelt dem Abgrund entgegen

Angela Merkel und die Euro-Retter stehen wie paralysiert vor dem Scherbenhaufen ihrer Politik. Doch statt Fehler zu korrigieren und sich dem Crash entschlossen entgegenzustellen, werden neue Märchen aufgetischt, die Tatsachen verdreht, die Geschichte umgeschrieben. Die Politik in Europa ist im Panik-Modus. Völlig irrational sehnt sie sich nach dem „Ende mit Schrecken“. Sie verkennt, dass der wirkliche Schrecken noch gar nicht begonnen hat.

Merkel schweigt, Gabriel rödelt: EU völlig kopflos in der Krise

Die Reaktionen der Euro-Retter am Montag nach dem Referendum zeigen klar, dass die EU politisch nicht handlungsfähig ist. Die Staaten haben mit einem beispiellosen Prozess der Selbstzerfleischung begonnen. Sie lassen sich davon blenden, dass „die Märkte“ bisher nicht besonders panisch reagiert haben. Doch der Schein trügt. Dieser Konflikt wird politisch entschieden und nicht mit dem Taschenrechner. Und was macht Angela Merkel?

Euro-Krise: IWF-Analyse zeigt Desaster von historischem Ausmaß

Nun ist klar, warum der IWF in den Panik-Modus verfallen ist: Selbst ohne Referendum hätte Griechenland weitere 50 Milliarden Euro gebraucht - nur um auf einen tragfähigen Schuldenstand zu kommen. Tatsächlich geht der Bedarf eher in Richtung 100 Milliarden Euro. Diese Zahlen sind ein Fiasko für die Reputation der Troika. Sämtliche griechischen Regierungsmitglieder der vergangenen Jahre müssten sich nun eigentlich vor Gericht verantworten.

Grexit: Nicht schon wieder Entscheidungen ohne taugliche Grundlagen

Die Euro-Retter haben die Lage in Griechenland aufgrund völlig falscher Daten beurteilt. Deshalb hat die Therapie nicht angeschlagen. Jetzt werden dem Land wieder Alternativen aufgezwungen, die beide untauglich sind: Die Fortsetzung der internen Abwertung oder Grexit. Beides ist fatal. Solange keine realistische Datengrundlage besteht, und das Bankensystem nicht fixiert wird, wird sich die Schuldendeflation fortsetzen.