Politik

Terror-Verdacht: Groß-Razzien in Berlin und Paris

Lesezeit: 1 min
16.01.2015 12:14
In Deutschland und Frankreich hat die Polizei breitangelegte Razzien durchgeführt. In Berlin wurden zwei Personen verhaftet, in Paris zwölf. Die Polizei gibt an, dass es sich bei den Festgenommenen um Terror-Verdächtige handeln soll.
Terror-Verdacht: Groß-Razzien in Berlin und Paris

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Die Polizei in Berlin und Paris hat breitangelegte Razzien durchgeführt. Die Berliner Polizei hat am Freitag bei einem Großeinsatz zwei Männer festgenommen. Sie sollen Teil einer Extremisten-Zelle sein, die Kämpfer für den Dschihad in Syrien angeworben und logistisch sowie finanziell unterstützt haben soll, sagte ein Polizeisprecher zu Reuters.

An den Razzien in zwölf Privatwohnungen und einem Moschee-Verein in mehreren Berliner Bezirken waren 250 Beamte im Einsatz, darunter drei Spezialkommandos. Es lägen keine Anhaltspunkte vor, dass Anschläge in Deutschland geplant worden seien, so die Polizei weiter.

Den Razzien seien mehrmonatige Ermittlungen gegen fünf türkische Staatsangehörige im Alter von 31 bis 44 Jahren vorausgegangen, die „der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Syrien“ und der Geldwäsche verdächtigt würden, teilte die Polizei mit. Im Zentrum der Ermittlungen stehe ein nun festgenommener 41-jähriger Türke, der eine Gruppe türkischer und russischer Staatsangehöriger tschetschenischer und dagestanischer Herkunft in Berlin-Tiergarten anführe. Der Vorwurf: Er habe die Extremisten-Gruppe durch den von ihm abgehaltenen Islamunterricht radikalisiert. Bei dem anderen Festgenommenen handle es sich einen 43-Jährigen, der für die Finanzen der Gruppen zuständig gewesen sei

In Paris hat die französische Polizei in der Nacht zum Freitag zwölf Personen festgenommen. Sie stünden im Verdacht, die Attentäter von Paris logistisch unterstützt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Festnahmen seien im Süden der Hauptstadt gemacht worden - unter anderem im Bezirk Montrouge, wo einer der Täter eine Polizistin getötet hatte.

In Belgien wurden am Donnerstag bei einem Anti-Terror-Einsatz zwei mutmaßliche Islamisten von der Polizei erschossen. Der belgischen Staatsanwaltschaft zufolge hatten sie größere Anschläge geplant.

Die Polizei gab in allen Fällen als Grund an, dass es sich um Terror-Verdächtige gehandelt hat. Genauere Angaben gibt es nicht. Die Anschläge von Paris sind bis heute nicht aufgeklärt. Über die Täter ist wenig bekannt, über die Drahtzieher oder Hintermänner noch viel weniger. Um die Frage aufzuklären, wer Europa tatsächlich destabilisieren will, helfen keine pathetischen Reden, sondern nur nüchterne Realpolitik.

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