Finanzen

Börse: Dax schließt kaum verändert

Lesezeit: 2 min
02.03.2015 18:40
Es herrschen Misstöne in der Eurozone: Tsipras wittert eine Verschwörung unter Führung der konservativen Regierungen Spaniens und Portugals gegen die neue griechische Regierung - sie hätten versucht, eine Einigung mit der Eurogruppe zu hintertreiben. Neue Allzeithochs bei Dow Jones und Dax, wobei der deutsche Leitindex ein bisschen müde scheint.

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Nach sieben Wochen mit steigenden Kursen haben Anleger am Montag Vorsicht walten lassen. Der Dax kletterte am Vormittag zwar kurzzeitig auf ein neues Rekordhoch, aus dem Handel ging er allerdings kaum verändert bei 11.410 Punkten. "Die Marktlage kann getrost als überkauft bezeichnet werden", schreibt Gregor Kuhn von IG Markets. Die Luft werde zusehends dünner. Allein in der vergangenen Woche hat der Dax mehr als drei Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn kommt er auf ein Plus von 16,3 Prozent.

Vor allem die expansive Geldpolitik der Europäischen Notenbank (EZB) hat den Markt zuletzt nach oben getrieben. Am Morgen sorgte zudem die Zinssenkung in China für Kauflaune. Am Wochenende hatte die People's Bank of China (PBoC) den Schlüsselzins auf 5,35 von 5,6 Prozent heruntergenommen.

Der Dax kletterte um bis zu 0,5 Prozent auf 11.455,08 Punkte und markierte damit zum siebten Mal in acht Handelstagen eine neue Bestmarke. Der EuroStoxx50 notierte mit 3607,97 Zählern zeitweise so hoch wie zuletzt vor knapp sieben Jahren, schloss dann aber 0,3 Prozent schwächer. In den USA hofften Anleger nach den zuletzt eher enttäuschenden Konjunkturdaten darauf, dass die geplante Zinserhöhung nach hinten verschoben wird. Die Wall Street legte zu, der Nasdaq-Composite knackte erstmals seit März 2000 wieder die 5.000-Punkte-Marke. Die US-Währung notierte zum Euro bei 1,1191 Dollar und lag damit in Reichweite ihres Freitagsschlusses.

Am Rentenmarkt drückten die nahenden Anleihekäufe der EZB die Rendite der südeuropäischen Papiere zeitweise auf Rekordtiefs. Die zehnjährigen Titel aus Italien rentierten bei 1,296 Prozent, die Bonds aus Spanien bei 1,228 Prozent und ihre Pendants aus Portugal bei 1,754 Prozent.

Offenbar setzten einige Anleger darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geplanten Anleihekäufen bereits begonnen hat, sagte Commerzbank-Anlagestratege Rainer Guntermann. Die Währungshüter würden aber bei ihrer Ratssitzung am Donnerstag sicher erst einmal die letzten Details festzurren und dann in der kommenden Woche mit dem sogenannten Quantitative Easing (QE) starten.

Die EZB will rund eine Billion Euro in die Finanzmärkte pumpen. Damit soll die schwächelnde Konjunktur der Euro-Zone angekurbelt und eine drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abgewendet werden.

Deutlich im Minus lag der Athener Leitindex, er gab bis zu 3,2 Prozent nach. Der griechische Bankenindex 9,9 Prozent. Hier sorgten Börsianern zufolge Äußerungen des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis vom Wochenende für Unruhe. Dieser hatte in einem TV-Interview die Rückzahlung von Staatsanleihen im Volumen von 6,7 Milliarden Euro infrage gestellt. Die Papiere werden von der EZB gehalten und sind im Sommer fällig.

Im Dax legten Merck im Vorfeld der Zahlen am Dienstag um 2,3 Prozent zu. Analystenschätzungen zufolge hat der Pharma- und Spezialchemiekonzern Umsatz und Gewinn im Schlussquartal gesteigert.

Im MDax rutschten Elringklinger in der Spitze um sieben Prozent ab. Die vorgelegten Zahlen seien durch die Bank hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Im EuroStoxx50 ging es für Vivendi in der Spitze um knapp sieben Prozent bergab. Der Medienkonzern verkauft für 3,9 Milliarden Euro seinen Anteil am Kabelnetzbetreiber Numericable-SFR. Der Verkaufspreis sei zu niedrig, kritisierten Börsianer. Vivendi legte zudem seine Bilanz vor und blieb dabei mit einem Umsatz von rund zehn Milliarden Euro etwas unter den Erwartungen.


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