Unternehmensporträt

Stoïk: Cyberrisiken neu denken, bevor ein Schaden entsteht

Cyberangriffe werden häufiger und teurer. Stoïk kombiniert Cyberversicherung, Prävention und Cybersicherheitslösungen. Das Unternehmen, das in Frankreich gegründet wurde und längst auch in Deutschland aktiv ist, schützt Unternehmen gezielt vor Cyberattacken. Ein neues Modell für den Umgang mit digitalen Risiken – vielleicht auch für Ihr Unternehmen oder Ihr Zuhause.
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13.03.2026 16:45
Aktualisiert: 03.04.2026 15:36
Lesezeit: 3 min
Stoïk: Cyberrisiken neu denken, bevor ein Schaden entsteht
Stoïk setzt auf Prävention, bevor Cyberrisiken einen Schaden verursachen. (Foto: iStockphoto.com/Supatman) Foto: Supatman

Warum Unternehmen mehr als nur Versicherungsschutz brauchen

Unternehmen sehen sich 2025 einer wachsenden Flut von Cyber-Angriffen gegenüber. In Deutschland haben Unternehmen im Jahr 2025 durchschnittlich 1.223 Cyber-Angriffe pro Woche erlebt. Das entspricht einem Anstieg von rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei nutzen Betrüger immer neue Methoden, um Daten zu stehlen, Systeme lahmzulegen oder finanziellen Schaden anzurichten.

Größere Studien zeigen das Ausmaß der Bedrohung. Im Jahr 2025 waren 87 Prozent der Unternehmen von Datendiebstahl, Sabotage oder Spionage betroffen. Der dadurch entstandene Schaden belief sich auf mehr als 289 Milliarden Euro. Damit wächst der Druck auf Unternehmen, sich wirksam zu schützen. Klassische Cyberversicherungen springen oft erst ein, wenn etwas passiert ist. Stoïk setzt früher an: Das Unternehmen kombiniert Versicherungsschutz mit aktivem Schutz und will so dazu beitragen, dass Angriffe bereits im Ansatz abgewehrt werden.

Wie aus steigenden Cyberrisiken ein neues Versicherungsmodell entsteht

Stoïk wurde Anfang 2021 in Paris gegründet als erster Cyber-Assekuradeur Europas, der Versicherung und aktiven Cyberschutz zusammenführt. Ein Assekuradeur ist ein Spezialanbieter von Versicherungen, der Risiken bewertet und eigene Lösungen entwickelt, ohne selbst als klassische Versicherungsgesellschaft zu operieren. Stoïk hat diesen Ansatz genutzt, um speziell für kleine und mittlere Unternehmen einen neuen Weg im Umgang mit digitalen Risiken zu schaffen.

Ursprünglich stark im französischen Markt verankert, ist Stoïk in den vergangenen Jahren international gewachsen. Das Unternehmen ist heute in mehreren europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien, Spanien und Luxemburg.

Stoïk erhält Millionen-Finanzierung für weitere Expansion in Europa

Stoïk plant, sein Cybersicherheitsangebot weiter auszubauen und die Expansion fortzusetzen – mit Fokus auf Zentral- und Südeuropa. Eine dafür wichtige Kapitalspritze hat das französische Unternehmen gerade erst erhalten. Ende Januar schloss Stoïk eine Finanzierungsrunde über 20 Millionen Euro erfolgreich ab.

Damit steht der Expansion des InsurTechs nichts mehr im Weg, außerdem kann die Belegschaft in den kommenden zwölf Monaten wie geplant von 130 auf 200 Mitarbeiter ausgebaut werden. Ein Teil des frischen Kapitals möchte Stoïk darüber hinaus in den Ausbau fortgeschrittener proprietärer KI-Fähigkeiten für Prävention, Detection und Incident Response investieren.

Welche Leistungen Unternehmen im Alltag konkret unterstützen

Der Ansatz von Stoïk unterscheidet sich grundlegend von klassischen Cyberversicherungen. Statt nur im Schadenfall zu zahlen, verbindet das Unternehmen Versicherungsschutz direkt mit technischer Prävention. Sicherheitsmaßnahmen wirken sich damit unmittelbar auf Schutz und Deckung aus. Ein zentrales Beispiel ist Stoïk Email Security. Das Modul prüft eingehende E‑Mails auf cybergestützten Finanzbetrug und E‑Mail‑Kompromittierungen – etwa gefälschte Zahlungsanweisungen, IBAN-/Bankdaten‑Änderungen oder gefälschte Rechnungen.

Gleichzeitig bringt die Nutzung einen direkten versicherungstechnischen Hebel: Bei vollständiger Implementierung nennt Stoïk ein erhöhtes Sublimit von 40 Prozent der Versicherungssumme, gedeckelt auf 1 Mio. Euro. Zudem entfallen die Risikofragen zur Zwei‑Faktor‑Authentifizierung und zum Vier‑Augen‑Prinzip. Damit lassen sich auch Kundengruppen ansprechen, die bislang als schwerer versicherbar galten. Neben der Versicherung bietet Stoïk mit „Stoïk MDR“ auch ein Managed‑Detection‑and‑Response‑Angebot an. Es kombiniert CrowdStrike als EDR‑Technologie mit der operativen Expertise des Stoïk‑CERT, um Bedrohungen kontinuierlich zu überwachen und Vorfälle schnell einzugrenzen – ohne dass der Kunde ein eigenes 24/7‑Security‑Team aufbauen muss.

Wie Stoïk Cyberversicherung und Prävention verbindet

Hinter diesem Modell steht ein klarer Blick auf den Markt. Cyberversicherung funktioniert langfristig nur mit aktiver Prävention. Echtzeitschutz im Mailverkehr ist dabei ein zentraler Baustein eines integrierten Sicherheitsansatzes. Für Unternehmen entsteht ein klarer Mehrwert. Sie erhöhen ihre Betrugsdeckung und reduzieren gleichzeitig Häufigkeit und Schwere von Vorfällen. Für Stoïk bedeutet wirksame Prävention eine stabile Schadenquote. Kommt es dennoch zu einem Schaden, greifen Versicherung und Cyber-Response nahtlos ineinander. Zuständigkeiten sind klar geregelt und Reibungsverluste werden vermieden.

Stoïk richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, die im digitalen Umfeld angreifbar sind, aber oft nicht über große eigene Sicherheitsteams verfügen. Die Produkte werden über ein Netzwerk von mehr als 2 000 Versicherungsmaklern angeboten.

Welche Rolle Stoïk künftig im europäischen Cyberschutz spielen will

Stoïk hat sich vorgenommen, über reine Versicherungsdienstleistungen hinauszuwachsen. Die Vision des Unternehmens ist es, der „CISO Europas“ zu werden. Ziel ist es, für viele Firmen eine dauerhafte Unterstützung in Fragen der Cybersicherheit und des Risikomanagements zu sein.

In den letzten Monaten hat das Unternehmen mehrere Wachstumsschritte und strategische Erweiterungen umgesetzt. Dazu zählen die personelle Verstärkung durch Experten sowie der Ausbau des Angebots in wichtigen europäischen Märkten. Dabei geht es nicht nur um die Absicherung im Schadenfall. Im Fokus stehen vielmehr kontinuierliche Prävention, Überwachung, Schutz und schnelle Reaktion auf Bedrohungen. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf einfache Prozesse, die auch ohne große interne IT-Teams verständlich und nutzbar sind.

Cyberversicherung entwickelt sich zum aktiven Sicherheitsmodell

Cyberrisiken gehören inzwischen zu den größten Geschäftsrisiken für Unternehmen. Stoïk reagiert darauf mit einem Ansatz, der über klassische Versicherung weit hinausgeht. Prävention, kontinuierliche Überwachung und schnelle Reaktion werden direkt mit dem Versicherungsschutz verknüpft. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen kann dieses Modell eine wichtige Lücke schließen, da ihnen oft eigene Sicherheitsteams fehlen. Gleichzeitig entsteht ein wirtschaftlicher Anreiz für wirksame Schutzmaßnahmen: Weniger Angriffe bedeuten auch geringere Schäden. Ob Stoïk tatsächlich zum „CISO Europas“ werden kann, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass Cyberversicherung künftig stärker als aktiver Bestandteil der digitalen Sicherheitsstrategie gedacht werden muss.

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                                                                            ***

Iana Roth ist Redakteurin bei den DWN und schreibt über Steuern, Recht und HR-Themen. Zuvor war sie als Personalsachbearbeiterin tätig. Davor arbeitete sie mehrere Jahre als Autorin für einen russischen Verlag, der Fachliteratur vor allem für Buchhalter und Juristen produziert.

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