Politik

Statistisches Bundesamt: Auswanderung von Deutschen auf Allzeithoch

Deutschlands Nettozuwanderung ist 2025 stark gesunken: Statt 430.000 kamen noch 235.000 Menschen hinzu. Es gibt eine rückläufige Zuwanderung aus den Staaten der Europäischen Union – zugleich wanderten mehr Deutsche ins Ausland ab.
01.06.2026 21:03
Lesezeit: 2 min
Statistisches Bundesamt: Auswanderung von Deutschen auf Allzeithoch
Exit: Laut der am Montag veröffentlichten Wanderungsstatistik des Statistischen Bundesamtes wanderten im Jahr 2025 so viele Deutsche aus wie noch nie. (Foto: dpa) Foto: Stefan Sauer

Statistisches Bundesamt: Auswanderung von Deutschen auf Allzeithoch

Während die Bevölkerung der Bundesrepublik wegen der starken Zuwanderung seit dem letzten Jahrzehnt auf mehr als 83 Millionen gestiegen ist, verlassen seit Langem jährlich viele Deutsche das Land: Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen nach Deutschland gekommen als zuvor. 2025 seien insgesamt etwa 1,48 Millionen Menschen zugezogen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Das waren demnach 13 Prozent weniger als 2024. Die Zahl der Fortzüge sei um etwa 2 Prozent auf 1,25 Millionen Menschen gesunken.

Die sogenannte Nettozuwanderung – also das Ergebnis aus Auswanderung und Einwanderung – lag laut Statistikerinnen und Statistikern bei 235.000 Menschen. Das sei ein Rückgang von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Weniger Asylsuchende, mehr Auswanderer

Eine Ursache für den Rückgang der Einwanderungen sei, dass weniger Menschen aus den Hauptherkunftsländern der Asylsuchenden gekommen seien, schrieb das Bundesamt. Die Nettozuwanderung aus Syrien sei um 67 Prozent zurückgegangen, die aus Afghanistan um 41 Prozent.

Auch aus der Ukraine wurde laut Mitteilung ein Rückgang von 21 Prozent registriert. Nach Angaben der Statistikerinnen und Statistikern kamen auch weniger Menschen aus Staaten der Europäischen Union nach Deutschland.

Deutsche wanderten 2025 demnach vor allem in die Schweiz, nach Österreich und nach Spanien aus. Innerhalb Deutschlands habe es im vergangenen Jahr insgesamt etwa 996.000 Wanderungen über die Bundesländergrenzen gegeben. Nach Verrechnung der Hin- und Fortzüge hatte Berlin mit minus 12.000 Menschen die größten Verluste, Brandenburg die meisten Gewinne mit 9.000 Menschen.

Schweiz als beliebtestes Auswandererland – Österreich und Spanien dahinter

Der in der Zeitreihe der Wanderungsstatistik extreme Auswanderungsanstieg 2016 lag vor allem an einer methodischen Änderung. Bis zum Jahr 2015 wurden nur jene Deutschen als Abwanderer gezählt, die sich von einer neuen Adresse im Ausland hierzulande abmeldeten. Das änderte sich ein Jahr später: Seitdem gehen Statistiker davon aus, dass Personen, die sich hier ab-, aber nirgends sonst in Deutschland wieder anmeldeten, ins Ausland verzogen sind.

Rückläufige Zuwanderung aus den Staaten der Europäischen Union

Eine weitere Ursache für die sinkende Nettozuwanderung ist die weiterhin rückläufige Zuwanderung aus den Staaten der Europäischen Union. Im Jahr 2025 betrug der Wanderungssaldo Deutschlands mit der EU minus 54.000 Personen. Die größten Rückgänge des Wanderungssaldos im Vergleich zum Vorjahr waren bei Polen (minus 6000 Personen), Bulgarien (minus 3000 Personen) sowie Spanien, Kroatien, Griechenland und Italien (jeweils minus 2000 Personen) zu beobachten.

Polen und Bulgarien sind gleichzeitig auch die EU-Staaten mit den größten Wanderungsdefiziten gegenüber Deutschland im Jahr 2025 (minus 17.000 beziehungsweise minus 14.000 Personen). Eine Zunahme des Wanderungssaldos im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten hingegen die Niederlande und Rumänien (jeweils plus 1000 Personen). Den höchsten Wanderungssaldo innerhalb der EU gab es mit Italien (plus 4000 Personen). Insgesamt trugen zugewanderte Personen aus Asien am meisten zur Nettozuwanderung bei (plus 158.000 Personen), gefolgt von Menschen aus Europa (plus 85.000 Personen) und aus Afrika (plus 54.000 Personen).

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