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Lufthansa-Streik legt Drehkreuze lahm: Hunderte Flüge am zweiten Tag gestrichen

Der Tarifstreit im Cockpit eskaliert weiter: Auch am zweiten Streiktag hinterlässt der Arbeitskampf der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eine Spur der Verwüstung in den Flugplänen der Lufthansa. Über 600 Flugausfälle und tausende festsitzende Passagiere sind die Bilanz eines festgefahrenen Konflikts um die Betriebsrenten. Während die Gewerkschaft eine unerwartet hohe Streikbeteiligung feiert, hoffen die Kunden am Frankfurter Drehkreuz vergeblich auf ein Einlenken – eine Normalisierung ist frühestens für das Wochenende in Sicht.
13.03.2026 14:45
Lesezeit: 1 min
Lufthansa-Streik legt Drehkreuze lahm: Hunderte Flüge am zweiten Tag gestrichen
Pilotenstreik legt Frankfurter und Münchner Drehkreuz lahm: Über 600 Flugausfälle, tausende gestrandete Passagiere. Wann ist eine Normalisierung in Sicht? (Foto: dpa) Foto: Daniel Bockwoldt

Nach Angaben des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport fielen am zweiten Streiktag in Frankfurt rund 450 von 1.225 geplanten Starts und Landungen aus. In München wurden 180 von rund 800 Flugbewegungen gestrichen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Fluggesellschaften, die Ausfälle sind wesentlich der Lufthansa zuzuordnen. An den anderen deutschen Flughäfen sind nur Lufthansaflüge in die beiden Drehkreuze betroffen, während zum Beispiel Eurowings wie gewohnt fliegt.

Lufthansa: Halten Sonderflugplan ein

Lufthansa hat für die Streikzeit einen Sonderflugplan aufgestellt, der mindestens die Hälfte der üblichen Flüge anbietet. Auf der Langstrecke sollten 60 Prozent stattfinden. Dieser Flugplan werde weiterhin eingehalten, erklärte eine Sprecherin. Lufthansa wollte nach eigener Ankündigung größere Flugzeuge einsetzen, Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines erledigen lassen und freiwillige Crews einsetzen.

Vorwurf der Schönfärberei

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sprach am Freitagmittag hingegen von einer Ausfallquote von mehr als 65 Prozent. VC-Vizepräsidentin Katharina Diesseldorff warf dem Unternehmen erneut "Schönfärberei" vor. Sie sagte: "Die Lufthansa hat natürlich ein Interesse daran, ihre Zahlen möglichst positiv darzustellen und damit zu suggerieren, der Streik sei weniger wirksam. Unsere Zahlen zeigen jedoch sehr deutlich, dass die Beteiligung sehr hoch ist."

Ein Lufthansa-Sprecher reagierte darauf mit den Worten: "Wir halten nichts von gegenseitigen öffentlichen Bezichtigungen und werden uns insofern nicht daran beteiligen."

Cityline fliegt wieder

Der am Donnerstag begonnene Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft und der Fracht-Tochter Cargo sollte noch bis Mitternacht dauern. Es geht in dem Tarifkonflikt um die Betriebsrenten von rund 4.800 Pilotinnen und Piloten. Beendet wurde hingegen der nur auf einen Tag geplante Streik bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline. Dort wollen die Piloten höhere Gehälter durchsetzen.

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