Technologie

Vodafone-Chef will Mobilfunk-Preise erhöhen

Lesezeit: 1 min
03.03.2015 15:26
Der Aufbau von schnelleren Datennetze soll den Mobilfunk teurer machen. „Die Preise müssen steigen, wenn wir Investitionen in 5G haben wollen“, so Vodafone-Chef Colao. Kurz zuvor hatte Google ein eigenes Mobilfunknetz vorgestellt und den etablierten Betreibern vorgeworfen, bei Netzausbau und Innovationen zu langsam zu sein.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Spanien  

Die europäischen Mobilfunk-Anbieter brauchen nach Ansicht von Vodafone-Chef Vittorio Colao höhere Preise, um den anstehenden Aufbau der superschnellen 5G-Datennetze zu finanzieren. „Die Preise müssen steigen, wenn wir Investitionen in 5G haben wollen“, sagte Colao auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress vor Journalisten. Das Mobilfunk-Geschäft in Europa brauche Fusionen: „Wenn man zu viele Player hat, zerstört das eine Industrie. Und dann gibt es nicht mehr Wettbewerb, sondern mehr Zerstörung.“

Die Ankündigung kommt direkt nachdem Google sein eigenes Mobilfunknetz vorgestellt hat. Google wolle mit einem eigenen Netz das Tempo für den Netzausbau erhöhen und die etablierten Betreiber unter Druck setzen.

Auch andere Mobilfunk-Manager wie Telekom-Chef Timotheus Höttges hatten angesichts des Wettbewerbs mit Internet-Firmen Änderungen bei der Regulierung verlangt. Colao distanzierte sich jedoch von einigen Ideen seiner Kollegen: „Ein Punkt, an dem ich mit der Deutschen Telekom, Telefónica und Telecom Italia nicht übereinstimme, ist, wenn sie sagen, vergessen wir die Wettbewerbsregeln, wir sollten machen können, was wir wollen.“ Höttges hatte am Montag erklärt: „Wir wollen die Internet-Firmen nicht in eine Regulierung zwingen. Aber wenn sie davon befreit sind, wollen wir es auch sein.“

Den Vorstoß unter anderem von Apple, keinen Zugang zu verschlüsselten Daten der Nutzer zu haben, sieht Colao kritisch. „Die Verschlüsselung von Google, Apple, Facebook ist ein Weg, die Kunden zu schützen. Gut. Aber die Kunden wollen auch nicht in die Luft gejagt werden, wenn sie in den Supermarkt gehen“, sagte er. Vodafone und andere Netzbetreiber gewährten Behörden in einem transparenten Verfahren Zugang. „Ich denke nicht, dass die richtige Lösung ist, zu sagen, ich rücke die Schlüssel nicht raus, weil ich aus einem anderen Rechtsraum komme.“


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmensnachfolge: Mittelstand in Not
12.06.2024

Keine Nachfolge im Betrieb: Damit stehen viele mittelständische Unternehmen in der nahen Zukunft vor dem Aus. Ein Viertel der Betriebe...

DWN
Finanzen
Finanzen Spesensätze 2024: Aktuelle Werte für Deutschland und Ausland
12.06.2024

Im Sommer 2024, wie in den Sommern zuvor, sind Dienstreisen auf ihrem Höhepunkt. Für alle, die beruflich viel unterwegs sind, sind Spesen...

DWN
Politik
Politik Milliardenfalle Bürgergeld: Staatsausgaben explodieren
12.06.2024

Das Bürgergeld wird für den Steuerzahler immer teurer: Die Zahl der Bürgergeldempfänger ist wieder angestiegen und damit auch die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft E-Autos aus China: EU-Kommission droht hohe Strafzölle an
12.06.2024

Preis- und Handelsstreit: Der Kampf um Absatzmärkte für E-Autos eskaliert weiter. Nach den USA könnte jetzt auch die EU Strafzölle auf...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Mehrfamilienhausbesitzer, WEGs & Unternehmer aufgepasst: Jetzt Zuschüsse für den Heizungsaustausch sichern!
12.06.2024

Profitieren Sie von den erweiterten Fördermöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)! Eigentümer von Mehrfamilienhäusern,...

DWN
Politik
Politik Europäische Union: EU-Kommission legt umfassenden Plan zur Umsetzung der Asylreform vor
12.06.2024

Die EU-Kommission hat einen Umsetzungsplan für die Asylreform vorgelegt. Jetzt sind die Mitgliedstaaten gefragt: Sie müssen ebenfalls...

DWN
Panorama
Panorama Nahost-Konflikt: Hisbollah-Kommandeur im Libanon getötet - 200 Raketen auf Israel
12.06.2024

Der brandgefährliche Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah eskaliert weiter. Nach dem tödlichen Luftangriff Israels auf einen...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Wiederaufbaukonferenz: Schulze will Städtepartnerschaften mit der Ukraine ankurbeln
12.06.2024

Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat für den Wiederaufbau der Ukraine neue Finanzierungswege über den Bundeshaushalt hinaus...