Finanzen

Börse: Dax schließt 0,5 Prozent im Minus

Lesezeit: 2 min
18.03.2015 21:16
Der Börsentag am Mittwoch: Die Fed hat es endlich realisiert: sie senkt ihre Zinsprojektionen für Ende 2015 und 2016 deutlich, zeigt sich pessimistischer für die Wirtschaft - und nimmt auch ihre Inflationserwartung deutlich zurück. Ansonsten haussieren die Aktienmärkte in den USA, während der Dollar auf breiter Front abverkauft wird.
Börse: Dax schließt 0,5 Prozent im Minus

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Ungewissheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank hat die Investoren am Mittwoch in Schach gehalten. Anleger rätselten, ob die Fed nach ihrer zweitägigen Zinssitzung am Abend ihre Wortwahl ändern und damit eine baldige Zinserhöhung signalisieren könnte. Es dürfte fast jedes Wort des Sitzungsprotokolls der US-Währungshüter auf die Goldwaage gelegt werden, sagte Analyst Christian Henke von IG Markets.

Der Dax verlor zum Handelsschluss 0,5 Prozent auf 11.922,77 Punkte und entfernte sich damit weiter von der 12.000-Zähler-Marke, die er zum Wochenauftakt erstmals in seiner Geschichte durchbrochen hatte. Der EuroStoxx50 gab um 0,1 Prozent auf 3668,52 Zähler nach. An der Wall Street fielen Dow-Jones und S&P500 um 0,6 und 0,4 Prozent.

Sollte die US-Notenbank tatsächlich schon bald die Zinswende einleiten, dürfte der Euro seine Talfahrt noch einmal beschleunigen, denn höhere Zinsen machen den Dollar für Investoren attraktiver. Die Gemeinschaftswährung hat seit Jahresbeginn zeitweise mehr als 13 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Vor dem Zins-Entscheids stieg der Euro auf 1,0642 Dollar.

Profiteur einer anhaltenden Euro-Schwäche wäre dagegen der Dax, da ein niedriger Euro die Geschäfte der deutschen Exportindustrie ankurbelt. "Nur wenn die Gemeinschaftswährung auf Erholungskurs geht, sollte der Dax-Rally die Puste ausgehen," sagte ein Händler. Der deutsche Leitindex kommt seit Jahresbeginn auf ein Plus von rund 22 Prozent. Der Dax eilte zuletzt von einem Rekordhoch zum nächsten. Anleger suchen ihr Heil zunehmend in Aktien, da die Renditen am Anleihemarkt aufgrund der Bondkäufe der EZB zuletzt stark gefallen sind.

An der Dax-Spitze gewannen die zuletzt arg gebeutelten RWE -Papiere 3,7 Prozent. Ein Investor aus der Golf-Region steigt womöglich beim angeschlagenen Energiekonzern ein. "Das Interesse aus dem arabischen Raum ist auf jeden Fall ein positives Zeichen", sagte ein Händler. Womöglich würden die schwach gelaufenen Versorger-Werte wiederentdeckt. Zudem würde ein Einstieg bei RWE die Macht der Kommunen zurückdrängen.

Die zuletzt stark gefragten BMW-Aktien gingen als Dax-Schlusslicht 4,2 Prozent tiefer aus dem Handel. Das Management strebt im laufenden Geschäftsjahr bei Absatz und Konzernergebnis vor Steuern "solide Zuwächse auf jeweils neue Bestmarken an". "Die Ansprüche sind inzwischen so hoch, das reicht den Investoren nicht mehr," sagte ein Händler. Anleger strichen daher lieber ihre Gewinne ein. BMW-Aktien haben seit Jahresbeginn um über 30 Prozent zugelegt. Bergab ging es auch für die übrigen Autowerte im Dax: Daimler, Continental und Volkswagen verloren zwischen zwei und 3,2 Prozent.

An der Wall Street überzeugte Oracle mit einer kräftig erhöhten Quartalsdividende. Die Aktie des des US-Softwareherstellers zog um 2,3 Prozent an. Auf der Verliererseite standen dagegen die Titel des US-Paketdienstes FedEx mit einem Abschlag von zwei Prozent. Der Gewinnausblick für das Geschäftsjahr 2015 lag leicht unter den Erwartungen von Analysten.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IWF-Urteil von „Bretton Woods“: Digitale Zentralbankwährungen werden das Bargeld abschaffen

Der neue „Bretton Woods“-Moment wirkt sich bereits auf das internationale Finanzsystem aus. Durch die Einführung digitaler...

DWN
Politik
Politik Aktive Militärs gegen Macron: In Frankreich droht ein gewaltsamer Umsturz

In Frankreich haben aktive Militärs einen offenen Brief gegen die Macron-Regierung veröffentlicht. Der Brief wurde bisher fast 250.000...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Hackerangriff auf US-Pipeline: Investoren bereiten Aufkauf von Benzin in Europa vor

Medienberichten zufolge haben Großhändler Öltanker gebucht, um Benzin und Diesel aus Europa in die Vereinigten Staaten zu bringen.

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Studie der Uni Bayreuth: Deutlicher Anstieg des Radfahrens in Großstädten nach Lockdown-Beginn 2020

Die pandemiebedingte Schließung von Sportplätzen, Sporthallen und Fitness-Studios in Deutschland hat zu einem signifikanten Anstieg des...

DWN
Panorama
Panorama Kinder und Jugendliche erhalten wohl ab Sommer Biontech-Impfstoff

Der Impfstoff von Biontech steht vor der Zulassung auch für Kinder und Jugendliche. Doch der Präsident des Kinderärzte-Verbands spricht...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN-SPEZIAL / Nato-Nordflanke: Deutsche Marine testet Raketen vor Norwegen

Die Deutsche Marine hat in den vergangenen Tagen Boden-Luft-Raketen vor Norwegen getestet.