Finanzen

Börse: Dax schließt unverändert

Lesezeit: 2 min
15.04.2015 18:29
Draghi zeigte sich nach der Unterbrechung durch eine Protestaktion auf der EZB-Pressekonferenz zwar optimistisch, gab aber zu, dass man über das Thema „Haircut“ für griechische Anleihen gesprochen habe. Infolge der Pressekonferenz erreichten deutsche Staatsanleihen neue Allzeittiefs. Griechenland dürfte nach Angaben des deutschen Finanzministeriums im April kein Geld mehr aus dem Hilfspaket erhalten.
Börse: Dax schließt unverändert

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Das weiter fließende billige Notenbankgeld hält die Aktienanleger bei Laune. Allerdings lieferte EZB-Chef Mario Draghi den Börsianern am Mittwoch wenig Neues. Der Dax ging nach schwunglosem Handel fast unverändert bei 12.231 Punkten aus dem Handel, während der EuroStoxx50 0,5 Prozent fester schloss.

An den Kapitalmärkten war mit Spannung erwartet worden, ob die Europäische Zentralbank erste Hinweise zu einem möglichen Ausstieg aus dem Anleihen-Kaufprogramm gibt. "Dass das heute noch nicht der Fall war, verwundert zunächst einmal nicht weiter", kommentierte Jan Holthusen von der DZ Bank. Draghi zeigte sich angesichts der Spekulationen verwundert und sieht erste Erfolge der expansiven Geldpolitik. "Die EZB wird sich aufs Abwarten und Beobachten verlegen, nachdem sie sich in den vergangenen Monaten recht handlungsfreudig zeigte", sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert.

Den Leitzins beließ die EZB auf dem Rekord-Tiefstand von 0,05 Prozent. Mit ihren monatlichen Anleihekäufen über 60 Milliarden Euro hat die EZB bereits den Wechselkurs des Euro in die Knie gezwungen, was die Exportaussichten für die Industrie in der Euro-Zone deutlich verbessert hat. Am Mittwoch notierte er bei Kursen um 1,060 Dollar erneut schwächer.

Seit Wochen drücken zudem Spekulationen auf steigende Zinsen in den USA auf den Wechselkurs. Sollte die Fed - wie von vielen erwartet - im Sommer die Zinsen erhöhen, dürfte dies den Dollar noch attraktiver machen. Erneut schwächere US-Konjunkturdaten lieferten Analysten zufolge hingegen Signale für eine spätere Zinswende. Das bremste den US-Dollar zwischenzeitlich aus. An der Wall Street lagen die Indizes zum Handelsende in Europa im Plus.

Schlechte Stimmung herrschte am Athener Aktienmarkt: der ATG-Index verlor 1,9 Prozent. Griechenland kann diesen Monat kaum noch mit dringend benötigten Finanzhilfen der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) rechnen. laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gibt es bisher keine Idee, wie der Streit über die Reformauflagen für weitere Kredite gelöst werden kann.

In Paris war das Übernahmeangebot über 15,6 Milliarden Euro von Nokia für den französischen Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent Hauptgesprächsthema. Alcatel büßten ihre Vortagesgewinne fast komplett wieder ein und fielen um 15,5 Prozent. Anleger hätten auf eine Bar-Komponente gehofft, sagte ein Händler. Nokia bietet den Aktionären von Alcatel-Lucent 0,55 Aktien an dem gemeinsamen Unternehmen für jedes ihrer bisherigen Papiere.

Weiter im Aufwind waren ThyssenKrupp, die 1,4 Prozent zulegten. Das Handelsblatt hatte berichtet, ThyssenKrupp sei sich mit dem Investor Lindsay Goldberg Vogel handelseinig. Der Preis liege bei rund 500 Millionen Euro. Der Deal könne aber noch am Widerstand der Arbeitnehmer scheitern.

Abwärts ging es für Volkswagen, die mit einem Minus von 1,5 Prozent größter Dax-Verlierer waren. In der Führungskrise sieht der Staatsfonds Katar die Aussichten für einen Verbleib von Martin Winterkorn an der VW-Spitze dem Handelsblatt zufolge schwinden. Für den mit 14,6 Prozent an VW beteiligten Großaktionär stehe fest, dass Winterkorn nur schwer zu halten sein werde, nachdem er bei Aufsichtsratschef Ferdinand Piech "in Ungnade gefallen sei".

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Was sagt uns diese Schuldengrafik der USA?

Die US-Staatsschulden haben den höchsten Stand seit Beginn des Zweiten Weltkriegs erreicht. Welche politischen Konsequenzen diese...

DWN
Politik
Politik Verfehlte Strategie: Die Nato geht gegen Russland vor - während China sich anschickt, die Welt zu beherrschen

Die große Grundsatz-Analyse von DWN-Kolumnist Ronald Barazon: Die Nato positioniert sich gegen Russland, ganz so, als sei der Kalte Krieg...

DWN
Politik
Politik DWN-Spezial: China geht als großer Sieger aus den Wahlen im Iran hervor

Ebrahim Raeissi hat die Präsidentenwahl im Iran gewonnen. Raeissi ist ein vehementer Unterstützer einer iranisch-chinesischen Allianz und...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Weltraum wird privat und eröffnet Anlegern neue Chancen

Privatunternehmen drängen in den Kosmos. Prominente Vorreiter wie SpaceX und Blue Origin bringen Satelliten ins All, versorgen die...

DWN
Politik
Politik In den letzten 500 Jahren ist die Weltbevölkerung stetig gewachsen

In den letzten 500 Jahren ist die Bevölkerung stetig gewachsen. Das bedeutet, dass es in der gesamten Geschichte des modernen...

DWN
Politik
Politik Gaddafi: Die Flüchtlinge nach Europa sind das Resultat von Kolonialismus und Diebstahl

Im Jahr 2009 hielt der damalige libysche Präsident Muammar al-Gaddafi eine Rede vor der UN. Er sagte, dass die Afrikaner nach Europa...

DWN
Technologie
Technologie Sächsische Wissenschaftler stellen aus Meeres-Schwamm Abwasserfilter her

Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg haben ein ganz besonderen Werkstoff hergestellt, der bisher kaum denkbar schien.

DWN
Politik
Politik Lafontaine gegen Biden: „Die USA und ihre westlichen Vasallen samt ihrer Propaganda-Medien sind nicht zum Frieden fähig“

Der Linkspolitiker Oskar Lafontaine teilt erneut über Twitter aus. „Schätzungsweise 20 Millionen Menschen wurden seit dem Zweiten...