Politik

Merkel in der Klemme: IWF steigt aus Griechenland-„Rettung“ aus

Lesezeit: 1 min
30.07.2015 17:06
Das Board des IWF hat beschlossen, sich nicht an der nächsten Kredit-Runde für Griechenland zu beteiligen. Die Schulden seien zu hoch, die Implementierung der „Reformen“ erfolge nicht ausreichend. Damit steht die auf dem Krisen-Gipfel beschlossene „Rettung“ auf der Kippe.
Merkel in der Klemme: IWF steigt aus Griechenland-„Rettung“ aus

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das Board des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat am Mittwoch beschlossen, bei der nächsten Kredit-Runde für Griechenland nicht mitzuwirken. Wie die FT in Erfahrung gebracht hat, verweigerte das Board die Ausreichung neuer Kredite an Athen, weil die Schulden des Landes zu hoch seien und die griechische Regierung die von der Troika verlangten Reformen nur unzureichend umsetze. Der IWF werde sich zwar an den laufenden Bailout-Verhandlungen beteiligen. Doch über einen neuen Kredit werde man erst in einigen Monaten entscheiden. Die FT hat Einblick in ein vierseitiges, „streng geheimes“ Dokument erhalten. Darin sagt der IWF, dass man zwar die Verhandlungen weiter begleiten werde, um zu sehen, ob der neue Deal den strengen Regeln des IWF entspreche.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen: Der IWF wird sich damit definitiv nicht an einem „staff level agreement“ beteiligen, welches die Grundlage für einen neuen Kredit ist. Man wolle prüfen, ob man in der „Phase 2“ der nächsten „Rettung“ in die Verhandlungen über ein solches Agreement eintreten möchte.

Der deutsche Vertreter im IWF bedauerte die Entscheidung und sagte laut FT, Deutschland hätte sich gewünscht, der IWF würde seine Kredit-Entscheidung „parallel“ zu der der Euro-Retter treffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach dem Brüsseler Gipfel verkündet, dass es ein ESM-Kredit-Programm nur geben werde, wenn der IWF an Bord ist. Anders als der IWF es fordert, lehnt Merkel einen Schuldenschnitt für Griechenland ab.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik China entsendet 5.000 Soldaten in den Iran

China wird 5.000 Soldaten in den Iran entsenden, um seine dortigen Investitionen zu schützen. Die Truppen-Verlegung muss vor dem...

DWN
Politik
Politik Datenschutzbeauftragter: Spahn versucht, Digitalisierung des Gesundheitswesens im Eiltempo durchzuziehen

Der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung beklagt eine überstürzte Digitalisierung des Gesundheitswesens. Oft würden seinem Büro...

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Sind auf Ausschluss aus globalem Zahlungsnetzwerk Swift vorbereitet

Die russische Regierung ist eigenen Angaben zufolge auf einen möglichen Ausschluss aus dem weltweit wichtigsten Zahlungsnetzwerk...

DWN
Deutschland
Deutschland Europa erlebte den kältesten April seit 2003

Der zurückliegende April war in ganz Europa der kühlste April seit 2003. Glaubt man den Weinbauern, ist auch der Mai bislang auffallend...

DWN
Technologie
Technologie Die Renaissance der deutschen Atomkraft wirft ihre Schatten voraus

Die US-Regierung hat offenbar erkannt, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern nur unter Einbeziehung der Atomkraft machbar sein wird....

DWN
Finanzen
Finanzen Extreme Märkte werden viele in Panik versetzen, aber wenige sehr reich machen

Banken und Politik fürchten sowohl Inflation als auch Deflation, wenn diese zu stark werden. Doch verhindern können sie beide letztlich...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung führt Zweiklassengesellschaft ein: Geimpfte erhalten Teile ihrer Bürgerrechte zurück

Die Bundesregierung hat offiziell eine Zweiklassengesellschaft in Deutschland verordnet.

DWN
Finanzen
Finanzen 17 Kommunen fordern von Pleite-Bank Greensill Geld zurück

Nach dem Zusammenbruch der Bremer Greensill Bank wollen zahlreiche Kommunen ihre dort angelegten Gelder zurückholen.