Finanzen

Außer Kontrolle: In Japan explodieren die Staatsschulden

Lesezeit: 1 min
11.11.2012 22:24
Bis zum Jahresende wird erstmals damit gerechnet, dass die japanischen Staatsschulden die Marke von einer Billiarde Yen überschreiten. Außerdem verzeichnet das Land das erste Mal seit drei Jahrzehnten eine negative Leistungsbilanz.
Außer Kontrolle: In Japan explodieren die Staatsschulden

Im September haben die japanischen Staatsschulden den Rekordstand von 983 Billionen Yen (9,83 Billionen Euro) erreicht. Bis zum Jahresende könnte sogar die Billiardengrenze überschritten werden. 2012 wird das Staatsdefizit 9,7 Prozent betragen nach einem Defizit von 9 Prozent im Vorjahr, so Trading Economics. Die hohen Defizite sind vor allem auf die Folgen des Tsunamis im März 2011 zurückzuführen (mehr hier).

Japan ist das Land mit der höchsten Staatsschuldenquote (211,7 Prozent) vor Griechenland (170,6 Prozent) und Italien (120,7 Prozent). Deutschlands Schuldenquote liegt bei 80,5 Prozent. Bisher konnte in Japan ein wirtschaftlicher Abstieg wie in Griechenland verhindert werden. Die Arbeitslosenrate liegt aktuell bei nur 4,2 Prozent. Grund dafür ist einerseits, dass sich Japan in großem Umfang Geld bei der eigenen Bevölkerung borgen kann. Andererseits konnte Japan seit über drei Jahrzehnten auf einen Leistungsbilanzüberschuss verweisen.

Im September verzeichnete Japan nun das erste Mal seit März 1981 eine negative Leistungsbilanz. Masaaki Kanno, leitender Ökonom bei J.P. Morgan in Tokyo, hatte erst für 2015 ein vierteljährliches Leistungsbilanzdefizit erwartet. „Jetzt besteht das Risiko, dass es früher passiert“, sagte er dem Wall Street Journal. Der japanische Finanzminister Tsutomu Okubo spielte die Daten herunter und sprach von „vorübergehenden Schwankungen“.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Unternehmen
Unternehmen Gaspreis in Europa steigt unaufhörlich weiter

Der Gaspreis in Europa hat diese Woche wieder zu einem Höhenflug angesetzt. Die Auswirkungen in den Unternehmen sind verheerend.

DWN
Politik
Politik Nach Party-Video: Finnlands Regierungschefin macht Drogentest

Finnlands Ministerpräsidentin feiert gern. Durch ein Video gerät sie dafür nun erstmals heftig in die Kritik und macht sogar einen...

DWN
Deutschland
Deutschland Kubicki fordert Öffnung von Nord Stream 2, FDP distanziert sich

Führende Politiker der FDP haben den Parteivize Kubicki teils scharf kritisiert, nachdem dieser die Öffnung der Ostsee-Gaspipeline Nord...

DWN
Politik
Politik Berliner Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung gegen Abbas

Der Holocaust-Vorwurf von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gegen Israel ruft nun auch die Berliner Polizei auf den Plan.

DWN
Politik
Politik Schlappe für die USA: Putin reist zu G20-Gipfel nach Bali

Russlands Präsident Putin wird nach Bali zum G20-Gipfel reisen. Damit sind Forderungen der USA, den Kremlchef von dem Treffen...

DWN
Deutschland
Deutschland Inflation: Deutsche Erzeugerpreise steigen um 37,2 Prozent

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind um 37,2 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Bestehen der Bundesrepublik. Doch im...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Britisches Konsumklima fällt auf Rekordtief, Experte spricht von "Verzweiflung"

Die Kauflaune der Briten ist angesichts der hohen Inflation so schlecht wie nie zuvor. "Über die Runden zu kommen, ist zu einem Albtraum...