Deutschland

Lufthansa: Flugbegleiter wollen ab Freitag streiken

Lesezeit: 1 min
02.11.2015 14:19
Passagiere der Lufthansa müssen sich schon bald erneut auf Flugausfälle gefasst machen. Denn die Tarifverhandlungen mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo sind gescheitert. Ab Freitag wollen die Flugbegleiter streiken.
Lufthansa: Flugbegleiter wollen ab Freitag streiken

Passagieren der Lufthansa stehen neue Streiks bevor. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO kündigte am Montag tagelange Arbeitsniederlegungen ab Freitag an, sollte das Unternehmen nicht bis Donnerstag um 17.00 Uhr ein neues Angebot zur umstrittenen Übergangsversorgung vorlegen. Sollte diese Frist verstreichen, werde es bei der Lufthansa im Zeitraum vom 6. bis zum 13. November Streiks geben, sagte UFO-Chef Nicoley Baublies in Mörfelden-Walldorf.

Die Kunden würden kurzfristig informiert, welche Flüge betroffen seien, sagte Baublies weiter. Sie sollten sich aber zunächst einmal darauf einrichten, dass ihr Flug in der Zeitspanne nicht stattfinden könne.

UFO habe zwei Jahre lang auf friedlichem Weg versucht, sich mit der Lufthansa im Tarifkonflikt zu einigen, sagte der Gewerkschaftschef. „Dieser Weg ist tot“, ergänzte er. Die UFO sei in vielen Punkten weit auf den Arbeitgeber zugekommen und habe erst im Sommer einen Lösungsvorschlag zur Einsparung von 130 Millionen Euro pro Jahr gemacht - doch der Lufthansa habe dies nicht gereicht.

Im Streitpunkt um die Vorsorge ihrer Mitglieder will die Gewerkschaft nicht nachgeben: Weil die Flugbegleiter mit einem Einstiegsgehalt von 1600 Euro brutto schon jetzt wenig verdienten, bräuchten sie eine Betriebsrente, um später Altersarmut zu verhindern, sagte Baublies. Auch die Übergangsversorgung fürs Kabinenpersonal, das aufgrund der hohen körperlichen Belastungen oft frühzeitig in Rente gehen müsse, sei enorm wichtig. Bis Donnerstag habe die Lufthansa nun Zeit, auf ein Angebot der Flugbegleiter zum Thema Versorgung einzugehen. Das Angebot ist demnach für die Lufthansa nicht neu, UFO hat es der Airline bereits im Sommer unterbreitet. Zu Details äußerte sich Baublies zunächst nicht.

Neben dem Themenkomplex Versorgung, bei dem bereits eine Schlichtung gescheitert ist, sind Baublies zufolge noch rund 20 andere Verhandlungspunkte offen. Die Airline habe UFO angeboten, in Schlichtungen zu einzelnen Punkten zu gehen. Die Gewerkschaft werde dies in jedem Fall prüfen, sagte der UFO-Chef.

Die Lufthansa reagierte mit Bedauern auf die Streikankündigung. "Wir bieten heute bei Lufthansa unseren Flugbegleitern die beste Versorgung in unserer Branche", sagte eine Sprecherin. Nach wie vor gelte, dass die Airline "jederzeit" gesprächsbereit sei.

Die Gewerkschaft hatte am Wochenende die Tarifgespräche mit Deutschlands größter Fluggesellschaft für gescheitert erklärt. Die Lufthansa verhandelt derzeit mit mehreren Gewerkschaften. Knackpunkte in den Verhandlungen sind Regelungen zu Alters- und Übergangsversorgung der Mitarbeiter.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Völkerrechtler: Der Great Reset ist ein großer Schwindel - das Weltwirtschaftsforum gehört aufgelöst

Lesen Sie heute den zweiten Teil des Interviews, das DWN-Autor Ralf Paulsen mit Alfred de Zayas, dem ehemaligen Sekretär der...

DWN
Deutschland
Deutschland Kubicki deckt auf: Grundrechte der Deutschen wurden jahrelang auf Basis von Behauptungen beschnitten

Die Deutschen wurden in den vergangenen zwei Jahren offenbar auf Basis bloßer Behauptungen von RKI und Gesundheitsministerium gegängelt....

DWN
Politik
Politik Putins Tauschbörse: Getreideexporte aus der Ukraine gegen Aufhebung der Sanktionen

Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert mit dem italienischen Regierungschef Mario Draghi.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Ukraine: Deutschland soll sich selbst das Gas abdrehen

Der ukrainische Netzbetreiber fordert von Deutschland, sich selbst schweren Schaden zuzufügen.

DWN
Politik
Politik Nach russisch-chinesischem Manöver: Japan und USA setzen auf Abschreckung

Der Konflikt im Indopazifik schaukelt sich zunehmend hoch.

DWN
Politik
Politik China wirft NATO und USA Einmischung, Übertreibung und Doppelmoral vor

Die USA versuche, so der chinesische Außenamtssprecher Wang Wenbin, "Chinas Entwicklung einzudämmen und zu unterdrücken und die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chinesische Frachten zu teuer: Turbulenzen auf hoher See

Nicht nur gebrochene Lieferketten, sondern auch die globalen Frachtpreise bereiten deutschen Unternehmen Kopfzerbrechen.