Politik

Schweden zieht Reißleine: EU soll Flüchtlinge aus Schweden übernehmen

Lesezeit: 1 min
04.11.2015 13:28
Der schwedische Premier Stefan Löfven verlangt von Brüssel eine Umverteilung der Flüchtlinge, die in Schweden angekommen sind. Sie sollen auf andere EU-Staaten aufgeteilt werden. Die Zeit sei vorbei, in der Schweden die Hauptlast in der Krise tragen könne.
Schweden zieht Reißleine: EU soll Flüchtlinge aus Schweden übernehmen

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Schweden will bei der Europäischen Union eine teilweise Neuverteilung der bereits aufgenommenen Flüchtlinge erreichen. Die Regierung in Stockholm verlange eine „Umverteilung der Flüchtlinge in Schweden“ und ihre Aufnahme in anderen EU-Mitgliedstaaten, erklärte Ministerpräsident Stefan Löfven am Mittwoch in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. Das Land habe „lange Zeit“ viel Verantwortung im Vergleich zu anderen EU-Staaten übernommen. „Wir befinden uns nun in einer extrem angespannten Situation“, hieß es weiter. Es sei „an der Zeit, dass andere Länder ihre Verantwortung übernehmen“.

Zur Zahl der Flüchtlinge, die Schweden in anderen Ländern unterbringen will, äußerte sich der Regierungschef nicht. Insgesamt sollen innerhalb der EU knapp 160.000 Flüchtlinge umverteilt werden, etwa 66.000 von ihnen aus Griechenland. Die ersten 30 wurden von Kommissionspräsident Martin Schulz persönlich in Athen verabschiedet. Um die Umverteilung gab es zwischen den Mitgliedstaaten heftigen Streit.

Schweden sieht sich laut der Nachrichtenagentur TT imstande, 54.000 Menschen aufzunehmen. Das Land erwartet dieses Jahr jedoch bis zu 190.000 Flüchtlinge. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl entspräche dies 1,6 Millionen Migranten für Deutschland.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Finanzen
Finanzen Digitaler Euro: Banken fordern Obergrenzen für jeden Bürger

Deutschlands Finanzinstitute stellen sich überraschend deutlich gegen die derzeitigen Pläne der EZB für einen digitalen Euro. Sie...

DWN
Politik
Politik Nach Brandbrief der Landkreise: Faeser plant Migrationsgipfel noch im Februar

Nach einem Brandbrief von Landkreisen und Gemeinden angesichts der angespannten Migrationslage kündigt Innenministerin Faeser einen...

DWN
Politik
Politik Ukraine: Selenskyj tauscht Verteidigungsminister aus

Die Ukraine befördert ihren Geheimdienstchef zum neuen Verteidigungsminister. Zuvor hatte Selenskyj bereits eine Reihe hochrangiger...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Industrie: Trend bei Auftragslage geht „klar nach unten“

Trotz einer leichten Erholung im Dezember war das Jahr 2022 katastrophal für die Deutsche Industrie. Die Aufträge gingen im Vergleich zum...

DWN
Politik
Politik Nach Ballon-Abschuss: USA werten Trümmerteile aus

Vor der Küste South Carolinas bergen die USA Trümmer eines mutmaßlichen Spionageballons aus China. Von der Auswertung erhoffen sie sich...

DWN
Panorama
Panorama Schweres Erdbeben erschüttert Türkei und Syrien

Bei einem schweren Erdbeben wurden Teile der Türkei und Syriens verwüstet. Laut offiziellen Angaben starben mehr als 1400 Personen. Zudem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bundesweite Warnstreiks bei der Post am Montag und Dienstag

Verdi hat zu bundesweiten Streiks bei der Deutschen Post aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen für alle Post-Angestellten....

DWN
Politik
Politik USA warnen Türkei wegen massiver Exporte nach Russland

Trotz der westlichen Sanktionen hat Russland weiterhin Zugang zu entscheidenden Importen. Mitverantwortlich dafür ist die Türkei, wie die...