Politik

Steinmeier: Terror-Miliz ISIS ist nicht unbesiegbar

Lesezeit: 1 min
29.12.2015 01:16
Die irakischen Streitkräfte haben die Flagge des Landes über einem Regierungskomplex im Zentrum der Stadt Ramadi gehisst. Damit verliert der nach den russischen Luftangriffen auch in Syrien geschwächte IS weiter an Terrain. Russland und die USA gehen offenbar in enger Abstimmung vor.
Steinmeier: Terror-Miliz ISIS ist nicht unbesiegbar

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

"Ramadi ist befreit", sagte ein Militärsprecher am Montag im Fernsehen, das zeigte, wie Soldaten die irakische Flagge auf dem Dach eines Gebäudes hissten. Bereits am Vortag hatte die Armee erklärt, die Soldaten hätten mit dem Regierungsgebäude die Kontrolle über den letzten Rückzugsort der Extremistenmiliz Islamischer Staat in der Stadt übernommen. Der IS sei in Ramadi damit besiegt. Den Angaben zufolge gab es kaum Widerstand. Zahlreiche IS-Kämpfer seien geflohen oder bei Luftangriffen getötet worden.

Auch in Syrien scheinen die Terror-Gruppen IS und al-Nusra klar in die Defensive geraten. Der russische General Sergey Rudskoy sagte am Montag, es sei der syrischen Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe gelungen, den Sicherheitsraum um Kweires weiter auszudehnen. Außerdem seien große Geländegewinne in Aleppo und Latakia zu vermelden. In einer konzertierten Aktion ist es den Syrern offenbar gelungen, die al-Nusra-Front in einem Zangenangriff auf Al Nusra aus dem Westen von Afrin her und ISIS aus dem Osten vom eroberten Euphratdamm her in Bedrängnis zu bringen, melden unabhängige Beobachter auf Twitter.

Während die Russen die syrische Armee unterstützen, hoben die Amerikaner ihre Unterstützung für die irakische Armee hervor. Dies deutet darauf hin, dass Russland und die USA ihre militärischen Aktivitäten sehr genau koordinieren.

Iraks Regierungschef Haider Al-Abadi erklärte nach der Rückeroberung Ramadis, dass er im nächsten Jahr das gesamte Land vom IS befreien wolle. 2016 werde das "Jahr des großen und endgültigen Siegs", sagte er in einer Fernsehansprache.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier beglückwünschte den irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi zum Erfolg in Ramadi. "Nach Tikrit, Baidschi, Sindschar ist Ramadi die vierte größere Stadt im Irak, die von irakischen Kräften zurückerobert worden ist", erklärte der Minister. Mehr als ein Viertel des im Irak noch vor einem Jahr gehaltenen Territoriums habe der IS inzwischen wieder aufgeben müssen. "Das zeigt einmal mehr, dass IS nicht unbesiegbar ist, weder im Irak noch in Syrien." Das Ende der Terrorherrschaft sei aber noch lange nicht erreicht.

Iraks Finanzminister Hoschijar Sebari sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Rückeroberung Ramadis sei geschafft. Nun komme es aber darauf an, die Stadt wieder aufzubauen und die Bevölkerung zur Rückkehr zu ermutigen. Steinmeier versprach, dass Deutschland beim Wiederaufbau Ramadis helfen werde.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Lieferketten-Chaos und hohe Transportkosten fachen Inflation in Europa an

Produzenten geben die teils deutlich gestiegenen Kosten an die Kunden weiter, die Inflation in Europa erreicht die Geschäfte und...

DWN
Finanzen
Finanzen Erster Schritt zum Billionen-Konjunkturpaket aus den USA erfreut deutsche Anleger

Die Börsen haben sich in der vergangenen Woche etwas labil gezeigt. Heute Morgen hingegen haben sie sehr fest eröffnet.

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Ticker: Stimmungsumschwung - Große Mehrheit der Deutschen für Lockerungen und Öffnungen

Erstmals seit Beginn des Lockdowns im Dezember plädiert eine deutliche Mehrheit der Deutschen für ein Ende der Corona-Beschränkungen....

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld boomt: Die Federal Reserve überschwemmt die Welt mit Dollar-Banknoten

Die Nachfrage nach Dollar-Banknoten zieht derzeit weltweit spürbar an – ein Beleg für die Flucht der Bürger in den sicheren Hafen...

DWN
Politik
Politik Die Politik beschließt Corona-Maßnahmen nach dem Mephisto-Prinzip

DWN-Kolumnist Christian Kreiß wendet zur Beurteilung der Corona-Maßnahmen ein neues Verfahren an. Die Ergebnisse sind verblüffend.

DWN
Politik
Politik Italien: Ein Land kann seinen größten Trumpf nicht nutzen

In der elften Folge der großen geopolitischen DWN-Serie zeigt Moritz Enders auf, warum Italien sein Potential als Regionalmacht nicht...

DWN
Politik
Politik Südostasiens Drahtseilakt zwischen den Giganten: Wo führt China, wo die USA? - Teil 2

Wie tief und verlässlich die bilateralen Beziehungen der Vereinigten Staaten und Chinas zu ihren Partnern in Südostasien sind, lässt...

DWN
Finanzen
Finanzen Es ist noch nicht zu spät: Warum Immobilien auf dem Land eine Chance sind

Trotz der sinkenden Lebensqualität in den Städten infolge von Corona kann das Statistische Bundesamt noch immer keine Flucht aufs Land...

DWN
Deutschland
Deutschland Immunologe: Merkel soll sich live im Fernsehen impfen lassen

Angesichts der verbreiteten Skepsis gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca schlägt ein Immunologe eine Live-Impfung Merkels im Fernsehen...

DWN
Politik
Politik „Trump ist der Anführer der konservativen Bewegung“

Der republikanische Kongressabgeordnete Jim Jordan sieht den früheren US-Präsidenten Donald Trump auch nach dessen Wahlniederlage an der...

DWN
Politik
Politik Der Konzern-Sozialismus kommt: „Great Reset“ ist das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Die Ziele im Rahmen des „Great Reset“ und der Pandemie bedrohen vor allem den deutschen Mittelstand. Über 99 Prozent aller Unternehmen...

DWN
Politik
Politik Sozialismus, Rassenhass, Korruption: Südafrika steht am Abgrund

Fast 25 Jahre hat Sebastiaan Biehl in Südafrika gelebt. Im großen DWN-Interview erläutert der Politikwissenschaftler und Journalist, wie...

DWN
Politik
Politik Corona-Kontrolle in Stuttgart: Hunderte Jugendliche mit verbalen Attacken, Flaschenwürfen und Sprechchören gegen Polizei

Zu einem größeren Polizeieinsatz kam es am Samstagabend in der Stuttgarter Innenstadt. Mehrere Hundert, überwiegend junge Menschen,...

DWN
Politik
Politik Weltwirtschaftsforum feiert Lockdown auf Twitter – und zieht Tweet nach Protesten wieder zurück

Das Weltwirtschaftsforum hat die Lockdown-Politik in einem Tweet hochgelobt, um nach Tausenden von Protesten den Tweet zurückzuziehen....