Sparkassen kritisieren Einlagen-Sicherung der EU

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
Weltwirtschaft  
Fahrenschon  
EU  
BIP  
DSGV  
EZB  
 
Lesezeit: 1 min
02.02.2016 14:55
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat am Dienstag seine Konjunkturprognose zum laufenden Jahr vorgestellt. Kritik äußerte der Verband an der zunehmenden Zentralisierung in der EU: Insbesondere die geplante gemeinsame Einlagen-Sicherung führe zu unklaren Zuständigkeiten und einer Abkopplung von Risiko und Haftung.
Sparkassen kritisieren Einlagen-Sicherung der EU

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Weltwirtschaft  
Fahrenschon  
EU  
BIP  
DSGV  
EZB  

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erwartet 2016 einen Anstieg des deutschen BIP um 1,8 Prozent, wie er am Dienstag in Berlin mitteilte. Insbesondere der starke Binnenkonsum trage demnach zum Wachstum bei. Dieser habe durch niedrige Zinsen, den schwächeren Euro und den Ölpreisverfall künstlichen Rückenwind. Der erwartete Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt werde nur unter dieser Einwirkung erreicht. Von Investitionen in Infrastruktur und Maschinen werden dagegen keine deutlichen Impulse zu erwarten sein. Von der Politik forderte der Verband deshalb größere Anstrengungen, um die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern. DSGV-Präsident Georg Fahrenschon verwies auf die zahlreichen geopolitischen und finanziellen Risiken, welche Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung schnell hinfällig machen könnten.

Kritik äußerte der DSGV an einigen Zentralisierungstendenzen in der EU. Auf scharfe Ablehnung stieß dabei vor allem der Plan zur Schaffung eines europäischen Einlagensicherungsfonds. Fahrenschon verwies darauf, dass es bereits ein Konzept zur Verbesserung der Einlagensicherung in Europa gäbe, dieses aber von wichtigen Ländern wie Italien, Polen oder Schweden noch gar nicht umgesetzt worden sei. „In dieser Situation das neue Projekt eines zentralen Sicherungsfonds voranzutreiben, ist nicht schlüssig. Das Ansinnen, über eine Verschmelzung der nationalen Fonds mehr Sicherheit zu generieren, ist abwegig. Im Fall von Bankenschieflagen werden dadurch Risiken in andere Länder transportiert und es findet eine Abkoppelung von Risiko und Haftung statt“, sagte Fahrenschon.

Auch die Europäische Zentralbank stand in der Kritik. Der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater, wies in diesem Zusammenhang auf die weitgehende Erfolglosigkeit der Notenbank hin, die Konjunktur der Eurozone anzuschieben: „Insgesamt sehen wir, dass bedeutende Notenbanken eine Überfrachtung der Geldpolitik betreiben – ihre Aktionen werden indes immer weniger wirksam. Wir gehen aber davon aus, dass die EZB trotzdem auf Sicht mehrerer Jahre an dem eingeschlagenen Kurs einer expansiven Geldpolitik festhalten wird.“ Die EZB sei mit ihren negativen Einlagenzinsen für das Bankensystem in Regionen vorgedrungen, wo die Gefahr besteht, dass einzelne Banken die Negativzinsen an ihre Kunden weitergeben, so Kater.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Slowenischer Außenminister im DWN-Interview: Die EU ließ uns während der Flüchtlingskrise im Stich

Die slowenische Online-Zeitung "Finance" hat für die DWN den ehemaligen slowenischen Ministerpräsidenten und jetzigen Außenminister,...

DWN
Politik
Politik Südamerika: Kontinent ohne Hoffnung

Über 500 Jahre nach seiner Entdeckung funktioniert Südamerika noch immer wie zu den Zeiten der spanisch-portugiesischen Herrschaft. Ist...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rekordhohe Schulden der Unternehmen bedrohen das globale Finanzsystem

Die Anleiheschulden der weltweiten Unternehmen haben ein neues Rekordniveau erreicht. Die OECD sieht in diesem Zusammenhang eine Bedrohung...

DWN
Politik
Politik Deutsche Entwicklungshilfe landet in den Geldkoffern afrikanischer Eliten

Eine Studie der Weltbank kommt zu dem Schluss, dass die Eliten in armen Ländern erhebliche Teile der Entwicklungshilfe-Zahlungen auf die...

DWN
Politik
Politik „Westlessness“, oder: Der Traum von der guten alten Zeit, die es nie gab

"Westlessness" hieß das Schlagwort auf der diesjährigen, vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Münchener Sicherheitskonferenz. Es drückt...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschland: Demenzerkrankungen steigen dramatisch an

In Deutschland leben derzeit 1,8 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis zum Jahr 2050 wird es einen drastischen Anstieg...

DWN
Technologie
Technologie Corona-Krise zeigt die Macht von Chinas Überwachungs-Technologie

Im Kampf gegen die Corona-Krise weitet China die technologische Überwachung und Kontrolle seiner Bürger massiv aus. Auch wenn die...

DWN
Politik
Politik Südamerika: Ein Kontinent steht in Flammen

Das neue Jahrhundert sollte eine Zeit der politischen Stabilität und des wirtschaftlichen Aufschwungs für Südamerika werden. Doch die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Tesla - der Überflieger unter den E-Autoherstellern

Kein Hersteller ist so eng mit der E-Mobilität verbunden wie Tesla: Das Unternehmen hat seine Umsätze innerhalb nur weniger Jahre weit...

DWN
Finanzen
Finanzen Noch mehr Enteignung? Spar-Zinsen in der Eurozone könnten weiter gesenkt werden

Die Bestrebungen der EZB, den Einlagensatz von aktuell minus 0,5 Prozent weiter in den negativen Bereich zu senken, treffen auf heftigen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft China: Einkaufsmanager-Index stürzt wegen Corona-Virus auf Rekord-Tief

Die Investmentbank Nomura erwartet einen Absturz des chinesischen Einkaufsmanager-Index für Februar auf unter 40 Punkte.

DWN
Deutschland
Deutschland Einkommen und Hausbau: Eine Ausbildung lohnt sich mehr als ein Studium

Einer Studie zufolge haben Menschen mit Ausbildungen in der Lebensphase, in der die Familiengründung und der Hausbau erfolgt, die Nase...

DWN
Politik
Politik Völker, hört die Signale: Kamerad Trump

Mr. President war einmal. Jetzt heißt es: Kamerad Trump. Nina L. Chruschtschowa, Politikwissenschaftlerin und Enkelin von Nikita...

DWN
Politik
Politik Teurer „Green Deal“: Tiefe Gräben zwischen Nettozahlern und Kommission um künftige EU-Beiträge

In den Verhandlungen um die künftigen EU-Beiträge sind die Fronten verhärtet. Auf der einen Seite stehen die Nettozahler wie...

celtra_fin_Interscroller