Politik

Explosionen bei Razzia: Festnahme-Serie in Brüssel

Lesezeit: 2 min
25.03.2016 18:17
Am Freitag wurden in Brüssel drei Verdächtige verhaftet. Alle drei stünden in Verbindung zu neuen Anschlagsplänen in Frankreich. Bei den Festnahmen kam es zu mehreren Explosionen.
Explosionen bei Razzia: Festnahme-Serie in Brüssel

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Anschläge von Brüssel mit 31 Toten haben zu einer Serie von Polizeirazzien und Festnahmen geführt. In der belgischen Hauptstadt wurden am Freitag Ermittlern zufolge drei Personen in Gewahrsam genommen. Bei einer der Festnahmen kam es durch kontrollierte Sprengungen zu mehreren Explosionen. Der belgische Sender RTBF berichtete, einer der Festgenommenen habe einen Koffer mit Sprengstoff bei sich getragen. Auch in Deutschland wurden zwei Personen festgesetzt: In Gießen wurde laut Staatsanwaltschaft ein 28-jähriger Marrokaner aufgegriffen, in Düsseldorf ein Gleichaltriger aus der Salafisten-Szene. Bei dem Anschlag am Brüsseler Flughafen kam der Polizei zufolge am Dienstag auch eine Frau aus Aachen ums Leben.

Im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek riegelten schwer bewaffnete Polizisten eine größere Kreuzung ab. Der Sender RTL berichtete unter Berufung auf einen Augenzeugen, die Polizei habe eine Person an einer Straßenbahnhaltestelle aufgefordert, ihre Jacke auszuziehen. "Sie wollten ohne Zweifel überprüfen, ob die Person einen Sprengstoffgürtel trug." Dem Bürgermeister von Schaerbeek, Bernard Clerfayt, zufolge steht der Festgenommene in Verbindung zu Anschlägen in Brüssel. Ermittler gehen davon aus, dass die Attacken auf das Konto derselben Islamisten-Gruppe gehen wie die Anschläge im November in Paris mit 130 Toten.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, zwei der drei am Freitag Festgenommenen seien am Bein verletzt worden. Alle drei stünden in Verbindung zu neuen Anschlagsplänen in Frankreich. Zuvor war französischen Spezialkräften ein mutmaßlicher Extremist ins Netz gegangen. Der Franzose stehe im Verdacht, zu einer Gruppe zu gehören, die einen Anschlag vorbereitet habe, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve.

In Belgien waren bereits am Donnerstag sechs Verdächtige festgesetzt worden, laut Ermittlern sind drei von ihnen inzwischen wieder auf freiem Fuß. Ermittlungskreisen zufolge könnte unter den Festgenommenen auch ein Komplize des mutmaßlichen Selbstmordattentäters Khalid El Bakraoui sein, der sich in der U-Bahn-Station Maelbeek in die Luft gesprengt hat. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen den Mann offenbar neben El Bakraoui, dessen Bruder Ibrahim den Ermittlungen zufolge die Opfer am Brüsseler Flughafen mit in den Tod riss.

Auch bei der Identifizierung des zweiten Selbstmordattentäters im Brüsseler Flughafen meldeten die Ermittler Erfolge: Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Freitag Medienberichte, dass es sich bei ihm um Najim Laachraoui gehandelt habe. Das hätten DNA-Tests ergeben.

Die Gießener Staatsanwaltschaft teilte mit, bei dem inzwischen verhafteten Marokkaner hätten Dokumente darauf schließen lassen, dass er sich zuletzt auch in der Umgebung von Brüssel aufgehalten habe. Zudem werde sein Handy untersucht. Einer Spiegel-Meldung zufolge sind darauf zwei verdächtige SMS-Kurznachrichten vom Tag der Anschläge in Brüssel.

In Düsseldorf wurde ein 28-Jähriger aus der Salafisten-Szene verhaftet. Anlass für die Vollstreckung des Haftbefehls wegen Bandendiebstahls seien aber nicht die Brüsseler Attentate gewesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die einzige denkbare Verbindung sei, dass der Mann ebenso wie einer der mutmaßlichen Attentäter einst von der Türkei an der Weiterreise gehindert und nach Amsterdam abgeschoben worden sei.

Die Aachener Polizei teilte mit, die als vermisst geltende Ehefrau eines Aacheners sei unter den Toten identifiziert worden. Die Frau sei Deutsche, habe aber eine doppelte Staatsbürgerschaft. Ihr Mann sei bei den Anschlägen verletzt worden und werde in einem belgischen Krankenhaus behandelt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Genug ist genug: Wider den Antisemitismus auf Deutschlands Straßen

Schon wieder hat es die Politik verpasst, jüdische Gotteshäuser rechtzeitig zu sichern. Attacken auf Synagogen, Hassparolen auf...

DWN
Technologie
Technologie 50 Gigawatt stehen zur Disposition: Geplante Stilllegung von Kraftwerken gefährdet Deutschlands Stromversorgung

Die Regierung plant die Stilllegung von Atom- und Kohlekraftwerken - woher der dann fehlende Strom kommen soll, weiß niemand.

DWN
Politik
Politik Le Pen und das Militär gegen das Establishment: Frankreichs Kulturkampf spitzt sich zu

Die verfeindeten Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber. Doch im Grunde genommen kämpft jeder gegen jeden - die französische...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Politik
Politik Indien: Von Gebirgen geschützt, auf dem Meer herausgefordert

In Folge vierzehn der großen geopolitischen DWN-Serie befasst sich Moritz Enders heute mit Indien. An wohl keinem anderen Beispiel lässt...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum die Kritik an den Zentralbanken scheinheilig ist

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten sind in einer Reihe von Artikeln sehr kritisch mit den Zentralbanken umgegangen. Jetzt nimmt DWN-Autor...

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeldabschaffung nimmt immer konkretere Formen an: Nach neuem EU-Vorschlag drohen Verhältnisse wie in Schweden

DWN-Gastautor Hansjörg Stützle analysiert, wie die Abschaffung des Bargelds schrittweise voranschreitet. Zum Schluss zeigt er auf, wie...

DWN
Technologie
Technologie Biotreibstoff-Verband: Klima-Kritik an Grünem Diesel ist Unfug!

Verbraucherorganisationen behaupteten, dass der Grüne Diesel schädlicher als der Treibstoff aus Erdöl sei. Im exklusiven Interview mit...