Belgien: Angeblich heiße Spur zu Terrorist verläuft im Sand

Lesezeit: 1 min
28.03.2016 19:16
Eine nach dem Anschlag auf den Brüsseler Flughafen verfolgte heiße Spur hat sich als Irrtum herausgestellt: Der Mann mit dem Hut wurde am Montag wieder freigelassen - die Behörden konnten bei ihm keine Hinweise auf seine Beteiligung finden.
Belgien: Angeblich heiße Spur zu Terrorist verläuft im Sand
Die belgische Polizei veröffentlichte dieses Foto von einer Überwachungskamera. Es soll drei Verdächtigte am Flughafen von Brüssel Zaventem zeigen. (Foto: BELGA PHOTO/BELGIAN FEDERAL POLICE)

Sechs Tage nach den Anschlägen in Brüssel haben die Ermittler den Verdächtigen Faycal C. wieder freigelassen, den sie für den überlebenden mutmaßlichen Attentäter vom Flughafen hielten. Der Verdacht gegen ihn habe sich nicht erhärtet, teilten sie am Montag mit. Sie baten zudem um Hinweise zu dem "Mann mit dem Hut", der auf einem Überwachungsvideo mit den Selbstmord-Attentätern einen Gepäckwagen vor sich herschiebt.

Die Ermittler waren nach Angaben aus Sicherheitskreisen davon ausgegangen, dass der am Donnerstag festgenommene Faycal C. der Komplize vom Flughafen ist. Seine Wohnung wurde durchsucht, es wurden jedoch weder Waffen noch Sprengstoff gefunden. Etwa ein halbes Dutzend Männer ist in Brüssel wegen Terror-Vorwürfen in Haft. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft beschuldigte am Montag drei weitere Personen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Gruppe. Festnahmen gab es über das Wochenende auch in Italien und in den Niederlanden.

Durch die Selbstmord-Attentate im Flughafen und in der U-Bahn am Dienstag voriger Woche starben nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums 38 Menschen, darunter drei Attentäter. Vier Patienten seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, teilte Gesundheitsministerin Maggie De Block mit. Zunächst war von 35 Toten einschließlich der Attentäter die Rede. Die Toten stammen neben Belgien unter anderem aus Großbritannien, Italien, China, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Schweden und den USA. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt. 96 Personen werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums immer noch im Krankenhaus behandelt, 55 von ihnen auf der Intensivstation.

In und um Brüssel durchsuchte die Polizei am Wochenende zahlreiche Gebäude. Mehrere Menschen wurden vorübergehend festgenommen und verhört. In Italien wurde Medienberichten zufolge ein Algerier festgenommen, der Pässe für Extremisten gefälscht haben soll, die mit den Anschlägen in Verbindung gebracht werden. Die Ermittler seien ihm durch Razzien und Festnahmen in Belgien und Deutschland auf die Spur gekommen. Sein Name sei auch in Dokumenten aufgetaucht, die bei der Durchsuchung einer Wohnung nahe Brüssel im Oktober entdeckt worden seien. Dabei seien auch Fotos von Extremisten gefunden worden, die in die Anschläge von Brüssel und Paris verwickelt sein sollen. Niederländische Anti-Terror-Einheiten nahmen am Sonntag in Rotterdam einen Mann in Gewahrsam, der einen Anschlag in Frankreich geplant haben soll.

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