Politik

Venizelos: Griechenland muss auch über Euro-Austritt nachdenken

Lesezeit: 1 min
01.05.2012 13:22
Im griechischen Wahlkampf denkt der ehemalige Finanzminister Evangelos Venizelos und nunmehrige PASOK-Chef erstmals über einen Euro-Austritt Griechenlands nach. Einen solchen kategorisch auszuschließen sein eine „Fehlkonzeption“.

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Evangelos Venizelos, der im Auftrag der Troika aus EU, EZB und IWF den griechischen Schuldenschnitt durchgeführt hatte, versucht im Endspurt des Wahlkampfs nun auch das von ihm bisher als undenkbar Ausgeschlossene als Möglichkeit darzustellen – nämlich den Austritt Griechenlands aus der Währungsunion. In einem Interview mit dem Guardian sagte Venizelos: „Es gibt verschiedene Fehlkonzeptionen, die mir Sorge bereiten. Zum Beispiel die Fehlkonzeption dass, was auch immer passiert, wir nicht aus dem Euro austreten werden.“ Venizelos erwartet, dass die griechische Wahl erst in den kommenden Tagen entschieden wird, es gäbe noch viele Unentschlossene. Die Griechen litten unter den Arbeitsmarktreformen und Rentenkürzungen und seien daher versucht, Parteien zu wählen, die „etwas anderes wollen als Sicherheit und Stabilität“. Wenn sich diese Parteien durchsetzten, werde es in Europa noch weitere Turbulenzen geben.

Mit seinen Euro-kritischen Aussagen versucht Venizelos vor allem, den kleineren Parteien den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn tatsächlich war es die PASOK, die sowohl für die mangelnden Reformen als auch für das Brüsseler Diktat zum Sparen maßgeblich die Verantwortung trägt. In Brüssel setzt man vor allem auf PASOK unter der Führung von Venizelos, damit das Programm der Troika in der ursprünglich vereinbarten Weise fortgeführt werden kann.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Finanzen
Finanzen Russlands Staatsfonds verdoppelt Gewichtung von Gold und Renminbi

Der russische Staatsfonds schichtet sein Portfolio um, die großen Gewinner heißen China und Gold. Die Maßnahmen befinden sich im...

DWN
Deutschland
Deutschland Baden-Württembergs kleine Energiekrise: Vorbote für ganz Deutschland?

In Baden-Württemberg äußert sich die Energiewende in einer zunehmend schwankenden Stromversorgung. Ein Fingerzeig, wohin die Reise für...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Konfliktthema Mikrochips

Ohne Chips geht in der modernen Wirtschaft nichts. Das wissen auch die USA und China, die einen immer schärferen Konflikt um die...

DWN
Politik
Politik Die spektakulären Pleiten der Energie- und Währungspolitik

Der Kampf gegen fossile Brennstoffe treibt immer skurrilere Blüten. Und auch die Geldpolitik der Notenbanken hat nicht den Effekt, den...

DWN
Politik
Politik China verärgert über Abschuss von mutmaßlichem Spionage-Ballon

Die Regierung in Peking reagiert scharf auf den Abschuss eines mutmaßlichen Spionageballons. China behauptet, der Ballon habe keine...

DWN
Technologie
Technologie Geothermie: Wird die Technologie jemals skalierbar sein?

Weltweit wird nach Lösungen gesucht, um den Vorstoß zur Dekarbonisierung zu realisieren. Eine Option ist Geothermie. Aktuell arbeiten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Indiens Raffinerien bezahlen russisches Öl in Dirhams

Die indischen Raffinerien bezahlen den größten Teil ihrer Öl-Importe aus Russland in Dirham, der Währung der Vereinigten Arabischen...

DWN
Politik
Politik Medwedew: Mehr US-Waffen bedeuten, „ganze Ukraine wird brennen“

Mehr US-Waffenlieferungen an die Ukraine würden bedeuten, dass „das gesamte Herrschaftsgebiet Kiews brennen wird“, sagte der frühere...