Finanzen

D-Mark-Schatz: Menschen machen alte Scheine zu Geld

Handgeschriebene Botschaften auf alten D-Mark-Scheinen: Was die Bundesbank im vergangenen Jahr zum Umtausch erhielt – und warum ein Teil der alten Währung wohl nie zurückgegeben wird.
11.01.2026 16:00
Lesezeit: 2 min

D-Mark-Schatz: Menschen machen alte Scheine zu Geld

Alt-Bestände von D-Mark machen auch mehr als 20 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds manchen Deutschen etwas reicher. Knapp 53,1 Millionen D-Mark im Gegenwert von gut 27 Millionen Euro hat die Bundesbank im vergangenen Jahr umgetauscht. Ein Jahr zuvor waren rund 53,2 Millionen D-Mark in den Filialen der Bundesbank zurückgegeben worden, im Jahr 2023 waren es gut 58 Millionen D-Mark. „Vermutlich ist ein gewisser Nachholeffekt nun vorbei, der die Zahlen in den Jahren nach der Pandemie nach oben getrieben hat“, erklärte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz.

Fünf-D-Mark-Scheine mit handschriftlichen Botschaften

Häufig tauchen die ausgedienten Scheine und Münzen bei Erbschaften auf oder als Zufallsfund beim Kauf alter Häuser. Mitunter werden sie aber auch aus nostalgischen Gründen über Jahre aufbewahrt – und dann doch irgendwann versilbert.

So reichte im vergangenen Jahr ein Kunde einige fünf D-Mark-Banknoten mit handschriftlichen Botschaften bei der Bundesbank ein. „Für den liebsten Patrick, der mit allen auf den Weihnachtsmarkt fährt. Hab Dich lieb“, ist auf einem der Scheine zu lesen. Mitunter ist auch ein Datum hinzugefügt, demnach stammen die handschriftlichen Vermerke aus den Jahren 2000 und 2001. Die Hintergründe der Botschaften indes sind nicht bekannt.

D-Mark-Bestände im Milliardenwert nicht zurückgegeben

Die Bundesbank geht davon aus, dass ein Teil der alten Scheine und Münzen nie mehr auftauchen wird - entweder, weil Sammler sich Bestände gesichert haben, oder weil Fans der einst als starken Währung geschätzten D-Mark Scheine und Münzen ins Ausland geschafft haben.

So sind auch 24 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds zum Jahreswechsel 2001/2002 mehr als 162 Millionen D-Mark-Scheine und über 23 Milliarden D-Mark-Münzen nicht zurückgegeben. Gesamtwert: gut 12,1 Milliarden D-Mark (etwa 6,2 Mrd Euro). Etwas mehr als die Hälfte der Ende Dezember 2025 noch ausstehenden Summe machen Münzen aus (6,52 Milliarden D-Mark), beim Rest handelt es sich um Banknoten (5,61 Milliarden D-Mark).

Bundesbank tauscht alte Währung unbegrenzt um

Wer noch alte Scheine oder Münzen findet, kann diese kostenlos bei allen 31 Filialen der Bundesbank oder per Postweg über die Bundesbank-Filiale in Mainz zum Umtausch einreichen. Der Wechselkurs wurde mit der Euro-Einführung festgeschrieben: Für 1,95583 D-Mark bekommt man einen Euro.

Deutschland ist eins von sieben Ländern im Euroraum, in denen der Umtausch sowohl von Scheinen als auch Münzen der alten nationalen Währung in Euro zeitlich unbegrenzt möglich ist. Ebenso handhaben das Österreich, Irland, die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie der Euro-Neuzugang Bulgarien. Banknoten der abgelösten nationalen Währungen, aber keine Münzen, kann man zudem unbefristet in Belgien, Kroatien, Luxemburg, Slowenien und der Slowakei in Euro umtauschen. In den übrigen neun Eurostaaten tauschen die Zentralbanken Alt-Währungen nicht mehr um.

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