Politik

Aktivisten projizieren IS-Flagge auf saudische Botschaft in Berlin

Lesezeit: 1 min
14.05.2016 02:55
Eine Gruppe von Aktivisten hat auf die Botschaft von Saudi-Arabien in Berlin in Flagge des IS projiziert. Sie wollen auf die Rolle der Saudis als Finanzier des Terrors hinweisen. Saudi-Arabien ist der engste Verbündete der USA und der EU im Nahen Osten. Es gibt jedoch Anzeichen, dass der Westen von den Saudis abrückt.
Aktivisten projizieren IS-Flagge auf saudische Botschaft in Berlin
Die saudische Botschaft in Berlin mit IS-Flagge. (Foto: pixelhelfer via Facebook)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Gruppe pixelhelper hat in einer Aktion eine Projektion auf die Botschaft von Saudi-Arabien geworfen. Darauf stand zu lesen: „Daesh-Bank“, ein Flagge des Islamischen Staats (IS) wurde abgebildet. Der Gründer der Gruppe, Oliver Bienkowsi, über dessen Aktion die Bild-Zeitung und die staatliche russische Website Sputnik ausführlich berichteten, sagte der Freimaurer-Website AFUAMVD vor einem Jahr über das Ziel seiner Aktionen, dass ihn seine Mitgliedschaft bei den Freimaurern zu dem sozialen Engagement inspiriert habe. Auf Facebook schreibt die Gruppe, dass nach „Schätzungen diverser Geheimdienste 3.000 bis 4.000 junge Saudis in Syrien auf heiligem Kriegspfad für den Islamischen Staat“ im Kampf tätig seien.

Die Bild-Zeitung stellte die Aktion in einen politischen Kontext, der insofern überrascht, als die Bild-Zeitung per Springer-Unternehmensgrundsätzen der transatlantischen Partnerschaft und insbesondere der Unterstützung der Nato verpflichtet ist: „Tatsächlich nimmt Saudi Arabien eine zwiespältige Rolle ein. Auf der einen Seite sind die Saudis unsere Verbündeten, Deutschland schätzt den mäßigenden Einfluss auf radikale Kräfte im Nahost-Konflikt, den Saudi-Arabien ausübt. Allerdings wurde Saudi-Arabien und den Golfstaaten schon öfter vorgeworfen, dass sie ISIS auch direkt unterstützen.“

Für den Vorwurf der Unterstützung des IS zitiert die Bild den Buchautor Bruno Schirra: „Es gibt nach wie vor sowohl die substaatliche, als auch die private Unterstützung aus den Golfstaaten, namentlich: Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Emiraten, Kuwait, Bahrain – also den treuesten Verbündeten des Westens. Es wird immer noch mit Geld, Waffen, Logistik und Ideologie unterstützt.“

Seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise, dass der Westen von seiner Unterstützung für die Saudis abrücken könnte. So hatte US-Präsident Barack Obama gefordert, die islamistische Theokratie müsse durch eine Demokratie abgelöst werden. Die saudische Königsfamilie sieht ihr Wirken offenbar auch nicht mehr für die Ewigkeit angelegt: Es gibt Anzeichen, dass die Familie versucht, Öl in Dollars umzuwandeln und sich auf das Exil vorbereitet.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland IWF und Bundesregierung planen die Enteignung des deutschen Mittelstands

DWN-Kolumnist Ernst Wolff fordert den Mittelstand auf, sich zu wehren - weil seine Existenz gefährdet ist.

DWN
Politik
Politik Wie das mächtige Weltwirtschaftsforum die Klima-Aktivistin Greta Thunberg hofiert

Das Weltwirtschaftsforum hofiert seit Jahren die Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Beim Forum wird sie als „Agenda Contributor“...

DWN
Politik
Politik Starker Auftakt: Biden weist China in die Schranken - Xi hätte es lieber mit Trump zu tun

Der letzte britische Gouverneur von Hongkong, Christopher Patten, hat eine meinungsstarke Analyse verfasst. Der neue US-Präsident hat die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bosch: Mit Künstlicher Intelligenz Störungen in der Fertigung beseitigen - und Millionen einsparen

Die Künstliche Intelligenz ist überall im Vormarsch. Jetzt führt auch der Mittelständler Bosch ein neues System ein, das besonders...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin schwächelt: Ende des Bullenmarkts oder Chance zum Einstieg?

Seit seinem Rekordhoch am 21. Februar befindet sich Bitcoin in einer Phase der Schwäche. Doch Analysten erwarten weitere Rekorde, sobald...

DWN
Politik
Politik Gegenspieler von Papst Franziskus: Die Kräfte der Finsternis greifen nach der Macht

Im zweiten Teil des großen DWN-Interviews mit dem umstrittenen Erzbischof Carlo Maria Viganò gibt dieser weitere tiefe Einblicke in seine...

DWN
Politik
DWN
Politik
Politik Krankenschwester in Österreich stirbt nach AstraZeneca-Impfung - Zusammenhang wird untersucht

In Österreich ist eine Krankenschwester nach einer AstraZeneca-Impfung verstorben. Ein Zusammenhang zwischen Tod und Impfstoff wird...