Politik

Für kleine Läden: Polen führt Steuer für Supermärkte ein

Lesezeit: 1 min
15.06.2016 02:11
Polen führt eine neue Steuer für Supermarktketten ein. Damit soll die Lage der kleinen Händler verbessert werden. Die zusätzlichen Einnahmen sollen Familien mit Kindern zugute kommen.
Für kleine Läden: Polen führt Steuer für Supermärkte ein

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die polnische Regierung hat eine neue progressive Steuer für den Einzelhandel auf den Weg gebracht. Das Kabinett von Beata Szydlo von der Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS) beschloss am Dienstag die umstrittene Abgabe, die in Polen allgemein als „Supermarktsteuer“ bekannt ist. Die von der PiS im Wahlkampf versprochene Steuer richtet sich in erster Linie gegen die ausländischen Supermarktketten, die in Polen sehr präsent sind.

Die Steuer werde „die Gleichheit der Rechte und Chancen für die kleinen polnischen Händler gegenüber den großen Akteuren“ herstellen, sagte Szydlo.

Das Gesetz sieht vor, dass Firmen mit einem monatlichen Umsatz von 17 Millionen bis 170 Millionen Zlotys (3,8 Millionen bis 38,3 Millionen Euro) eine Abgabe von 0,8 Prozent zahlen. Bei einem höheren Monatsumsatz fällt eine Steuer von 1,4 Prozent an. Wer unter der Schwelle liegt, zahlt diese zusätzliche Steuer nicht.

Die Gesetzesinitiative hat in Polen für erhebliche Diskussionen gesorgt. Auf Druck des Einzelhandels wurde der Onlinehandel von der Steuer ausgenommen, ebenso wie der Handel mit Medikamenten, gewissen Lebensmitteln sowie Kohle, Gas und Öl zu Heizzwecken.

Wegen dieser Zugeständnisse dürften die Einnahmen aus der Steuer deutlich niedriger ausfallen als ursprünglich geplant. Mit der Steuer will die Regierung unter anderem ein Kindergeld von umgerechnet 112 Euro pro Kind ab dem zweiten Kind finanzieren.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Wird der Lockdown bis Ende März 2022 andauern? Und was wusste Schäuble?

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte im April 2020 den Lockdown scharf kritisiert. Er sagte, dass man nicht alles über zwei Jahre...

DWN
Politik
Politik WHO lehnt Impfpässe ab: „Corona-Pandemie ist in 10 Monaten vorbei“

Die WHO hat sich gegen die Einführung von Impfpässen ausgesprochen. Diese seien nicht zielführend, zudem sei die Pandemie bald vorbei....

DWN
Politik
Politik „Nie dagewesene Nachfrage“: Corona-Pandemie beflügelt Pharma-Riesen Merck

Eine hohe Nachfrage nach seinen Produkten in der Corona-Pandemie gibt Merck Rückenwind.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin in Gefahr: Es drohen Hackerangriffe, Preisverfall und das endgültige Verbot

DWN-Finanzexperte Andreas Kubin analysiert die Zukunft des Bitcoin.

DWN
Finanzen
Finanzen Finanz-Skandal zieht Kreise: Stadt Osnabrück hat Millionen bei Pleite-Bank Greensill

Die niedersächsische Stadt Osnabrück hat nach eigenen Angaben 14 Millionen Euro bei der behördlich geschlossenen Greensill Bank. Wie...

DWN
Politik
Politik Wagenknecht: Daimler sparte 700 Millionen Euro durch Kurzarbeitergeld, schüttet 1,4 Milliarden Euro an Dividende aus

Die Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht kritisiert, dass während der Pandemie Großkonzerne vom Staat massiv unterstützt werden, während...

DWN
Politik
Politik Gutachten: Berliner Senat muss Pädophilen-Netzwerk offenlegen

Über Jahrzehnte haben die Berliner Jugendämter Kinder an Pädophile vermittelt. Aus einem Gutachten geht hervor, dass es in Berlin ein...

DWN
Politik
Politik DWN-EXKLUSIV - Marine-Manöver im Mittelmeer: Türkei bereitet sich auf möglichen Krieg vor

Die Türkei führt im Mittelmeer und in der Ägäis aktuell ein groß angelegtes Marinemanöver durch. Das Land bereitet sich auf einen...