Finanzen

USA schaffen im Juli mehr Stellen als erwartet

Lesezeit: 1 min
06.08.2016 01:02
In der amerikanischen Wirtschaft wurden im Juli mehr Stellen geschaffen als erwartet. Einen nachhaltigen Anlass, die Leitzinsen zu erhöhen, bietet dies der Zentralbank Fed jedoch wahrscheinlich nicht.
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In der US-Wirtschaft sind im Juli weit mehr Jobs entstanden als erwartet. Es wurden insgesamt 255.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekanntgab. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit lediglich 180.000 gerechnet. Zudem wurde das Stellenplus vom Juni um 5000 Jobs auf 292.000 nach oben revidiert. Die getrennt erhobene Arbeitslosenquote verharrte im Juli bei 4,9 Prozent. Insgesamt setzte sich somit der Aufwärtstrend fort. „Der US-Arbeitsmarkt läuft weiterhin rund. Das Stellenplus fällt äußerst kräftig aus“, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Vaduz. Allein die Firmen zwischen San Francisco und New York heuerten 217.000 neue Mitarbeiter ein. Beim Staat waren es immerhin 38.000.

 Problematisch ist, dass der größte Teil der neu geschaffenen Stellen auf den Niedriglohn-Bereich entfällt. Fraglich ist außerdem, wie etwa 27.000 neue Stellen im Bereich der Bildung zu einer Zeit entstehen konnten, in der Schulen keine Anstellungen tätigen, schreibt der Finanzblog Zerohedge.

Die überraschend positiven Daten vom Arbeitsmarkt machten Anlegern jedoch Mut. Der Dax baute seine Kursgewinne aus und stieg um 0,8 Prozent auf 10.306 Punkte. Die Aktien-Futures an der Wall Street deuteten auf einen positiven Handelsstart hin. Auch der Dollar-Kurs erhielt Auftrieb: Der Euro fiel unter die Marke von 1,11 Dollar. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Vollbeschäftigung anstrebt, hatte jüngst bereits auf den starken Stellenzuwachs im Juni verwiesen nachdem der Arbeitsmarkt zuvor einen Durchhänger hatte. Experten schätzen dennoch die Chancen auf eine Anhebung des Leitzinses auf der nächsten Fed-Sitzung im September als eher gering ein.

Die meisten Fachleute erwarten, dass die Währungshüter einen Schritt nach oben frühestens Ende des Jahres wagen werden, wenn sich die Folgen des Brexit-Votums in Großbritannien besser abschätzen lassen und das Rennen um das Weiße Haus zwischen der Demokratin Hillary Clinton und ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump gelaufen ist. Der Leitzins liegt seit Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

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