Gemischtes

Volkswagen beendet Streit mit Zulieferern

Lesezeit: 2 min
23.08.2016 11:04
Der Streit zwischen Volkswagen und zwei Zulieferern ist offenbar beendet. Das Unternehmen gab bekannt, dass man sich auf eine langfristige Zusammenarbeit geeinigt hätte. Die betroffenen Standorte sollten nun schrittweise die Wiederaufnahme der Produktion vorbereiten.
Volkswagen beendet Streit mit Zulieferern

Mehr zum Thema:  
Auto >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Auto  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der Streit zwischen Volkswagen und zwei Lieferanten ist nach einem Verhandlungsmarathon beigelegt: Der Wolfsburger Autobauer einigte sich am Dienstag mit den Firmen der Prevent-Gruppe auf ein Ende des Lieferstopps, der zu Produktionsausfällen in mehreren VW-Werke führt. „Der Lieferstopp wird ab sofort aufgehoben“, sagte ein Prevent-Sprecher. Die betroffenen Standorte bereiteten nun schrittweise die Wiederaufnahme der Produktion vor, teilte VW mit. Über weitere Inhalte der Einigung sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete, die beiden Parteien hätten eine langfristige Partnerschaft beschlossen.

Mit einem Kursaufschlag von 2,5 Prozent war die VW-Aktie der größte Gewinner im Aktienindex Dax.

Beide Seiten hatten zuvor mehr als 20 Stunden fast ununterbrochen über eine Lösung in dem Streit über ausgesetzte Teile-Lieferungen verhandelt. Am Morgen hatte ein Insider der Nachrichtenagentur-Reuters berichtet, die Gespräche befänden sich auf der Zielgeraden. Wegen fehlender Sitzbezüge und Gussteile der Firmen Car Trim und ES Automobilguss hatte VW für fast 30.000 Mitarbeiter in sechs Werken Kurzarbeit vorbereitet. Seit Montag ruht im VW-Stammwerk Wolfsburg und im sächsischen Zwickau die Golf-Produktion. Im Passat-Werk Emden sind bereits vergangene Woche 7500 Mitarbeiter in Kurzarbeit gegangen. An weiteren Standorten sollten im Laufe der Woche Teile der Produktion in die Zwangspause gehen.

Der Streit war in der vergangenen Woche eskaliert, weil keine der beiden Seiten nachgeben wollte. Dazu dürfte nach Einschätzung von Experten auch beigetragen haben, dass die Wolfsburger ihrer ertragsschwachen Hauptmarke VW, die unter anderem vom Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte belastet wird, einen Sparkurs verordnet haben.

Die Beantragung von Kurzarbeit durch VW hatte in der Politik eine Debatte ausgelöst. Während die SPD die Unterstützung für gerechtfertigt hält, übte die Union Kritik: Der CDU-Arbeitsmarktexperte Karl Schiewerling sprach sich dagegen aus, den von Produktionsengpässen durch fehlende Zulieferteile betroffenen VW-Mitarbeitern Kurzarbeitergeld zu zahlen. „Kurzarbeit ist keine Streikkasse für Unternehmen, die sich im Wirtschaftskampf befinden und eingegangene Verträge mutwillig nicht einhalten“, sagte er. Ähnliche äußerten sich die Mittelstandspolitiker Hans Michelbach (CSU) und Thomas Gambke (Grüne).

Die Produktionsausfälle bei VW haben nach Einschätzung des Branchenverbandes weitere Zulieferer in Schwierigkeiten gebracht. „Die Folgewirkungen für die gesamte Wertschöpfungskette sind schon heute beträchtlich“, sagte Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik BME). Wegen des Produktionsstillstands bei VW könnten die Firmen ihre Teile nicht ausliefern und müssten Bestände aufbauen. Allein bei der Produktion des wichtigsten VW-Modells Golf seien rund 500 Lieferanten beteiligt.

Ungemach droht VW womöglich auch von anderer Seite: Die Finanzaufsicht Bafin nimmt die Kommunikation des Autobauers über den Zwist unter die Lupe. „Wir schauen uns an, ob im Zusammenhang mit den Streitigkeiten mit den Zuliefern und dem daraus folgenden Produktionsstopp eine veröffentlichungspflichtige Insider-Tatsache vorlag, die VW per ad-hoc-Mitteilung hätte herausgeben müssen“, sagte eine BaFin-Sprecherin.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Auto >

DWN
Finanzen
Finanzen Trader von JPMorgen wegen Manipulatinonen des Gold-Markts verurteilt

Nach einem langen Prozess in Chicago haben die Geschworenen zwei Goldhändler von JPMorgan wegen Spoofing, also jahrelanger Manipulationen...

DWN
Politik
Politik Energie-Krise offenbart Planlosigkeit: Scholz will jetzt Pipeline aus Portugal

Eigentlich sollte es die Pipeline von Portugal über Spanien nach Mitteleuropa längst geben. Doch das Projekt wurde gestoppt. Das rächt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen China wird für deutsche Industrie zum Risiko-Standort

Ein chinesischer Überfall auf Taiwan ist eine reale Gefahr. Den deutschen Unternehmen, die Milliardensummen in China investiert haben,...

DWN
Deutschland
Deutschland Energie-Krise weitet sich aus: Steigende Rohölnachfrage erwartet

Der Rohölpreis ist zuletzt gesunken, Heizölkäufer profitieren davon bisher nicht – und bald könnte die weltweite Nachfrage nach...

DWN
Deutschland
Deutschland IW-Analyse: Teure Energie ist verheerend für Deutschland

Die Experten des IW haben durchgespielt, was teure Energie für deutsche Verbraucher, Firmen und die Wirtschaft bedeutet. Die Aussichten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BASF: Chemieriese blickt zuversichtlich in die Zukunft

Der weltweit größte Chemiekonzern und größte Erdgasverbraucher Deutschlands sieht keinen Grund zur Panik und setzt sich ambitionierte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Telekom: Auf stabilem Wachstumskurs

Trotz einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wächst die Deutsche Telekom weiter.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Siemens meldet ersten Quartalsverlust seit 2010

Siemens hat erstmals seit 2010 in einem Quartal Verlust gemacht. Dennoch sieht sich das Unternehmen derzeit gut aufgestellt.