Finanzen

Außenminister Fabius erwartet Spekulanten-Attacke gegen Frankreich

Lesezeit: 1 min
04.10.2012 17:48
Frankreichs Regierung will am Mittwoch den Euro-Fiskalpakt ratifizieren. Der Vertrag ist sehr umstritten, Für und Wider stellen die Regierung vor große Risiken. Jetzt wirbt auch Frankreichs Außenminister für die positive Ratifizierung. Ohne Zustimmung zum Fiskalpakt könnte Frankreich im Notfall keine Hilfen durch den ESM erhalten. Das würde die Spekulanten beflügeln.
Außenminister Fabius erwartet Spekulanten-Attacke gegen Frankreich

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Aktuell: Kriegsgefahr spitzt sich zu: Türkisches Parlament genehmigt Syrien-Einsatz

Diesen Mittwoch soll in Frankreich der Fiskalpakt ratifiziert werden. Schon im Vorfeld ist das Unbehagen über diesen Fiskalpakt auf politischer Ebene, auch in Ministerpräsident Francois Hollandes eigenen Reihen, groß (mehr hier). Zu illusionär wirkt die Wahrscheinlichkeit, das Staatsdefizit unter der 3- Prozent-Hürde halten zu können (zudem sind die 3 Prozent willkürlich – hier).

Jetzt warnte allerdings  Frankreichs Außenminister, Laurent Fabius, eindringlich vor einem Scheitern der Ratifizierung: „Ein negatives Votum würde zu Spekulationen gegen Frankreich führen, ohne der Möglichkeit zu reagieren(...), da die Mechanismen des Europäischen Stabilitätspakt nur für Länder gelten würde, die den Vertrag ratifiziert haben.“ Der Paradigmenwechsel in der Europapolitik Frankreichs sei im Gange. „Dies sind die ersten Schritte. Ich bitte um Ihre volle Unterstützung", wird er im Figaro zitiert. Fabius selber gehörte 2005 noch zu den Fiskalpakt-Gegnern, so Bloomberg. Sollte Frankreich den Fiskalpakt nicht ratifizieren, stünden dem Land im Notfall keine ESM-Hilfen zur Verfügung. Das wäre ein gefundenes Fressen für die Spekulanten.

In der Versammlung würde Hollandes Linke Partei die absolute Mehrheit mit 289 Stimmen erreichen. Allerdings drohen sie auf Schwierigkeiten im Senat zu treffen, wo die Stimmen UMP und der Zentristen erforderlich wären.

Weitere Themen

EU-Kommission überzieht Haushalt und fordert 10 Milliarden Euro von Staaten

Krise am deutschen Automarkt: Absatzeinbruch bei Daimler

Draghi lehnt EZB-Schuldenschnitt in Griechenland ab


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Politik
Politik Frankreichs Staatspräsident Macron beginnt Staatsbesuch in Deutschland
26.05.2024

Das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland wird oft und gerne gelobt. Erstaunlich ist da schon, dass der letzte richtige...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutschlands Kapitalmarkt: Hemmnis für die Finanzierung der Zukunft
26.05.2024

Die heimischen Kapitalmärkte spielen als Finanzierungsquelle deutscher Unternehmen eine untergeordnete Rolle – Bankkredite dominieren...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Europas Herausforderung für die geo-ökonomische Wettbewerbsfähigkeit
26.05.2024

Ökonomen neigen dazu, sich nicht allzu viele Gedanken über die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu machen....

DWN
Finanzen
Finanzen Service: So vermeiden Sie teure Fehler beim Berliner Testament
26.05.2024

Die Zukunft stets im Blick behalten und optimal vorsorgen. Wenn Sie Ihren Nachlass planen, kann das sogenannte Berliner Testament eine...

DWN
Panorama
Panorama Jubiläum eines Kultkastens: Die rote Telefonzelle wird 100 Jahre alt
26.05.2024

In Deutschland sind sie rar geworden, in England auch. Immerhin gibt es noch hie und da einen der nostalgischen Häuschen. Ein Foto in der...

DWN
Politik
Politik Präsidentschafts-Wahlen in Amerika: Wie Robert F. Kennedy das Rennen aufwirbelt
26.05.2024

Es gibt bei der Präsidentschaftswahl in den USA am 5. November nicht nur Blau gegen Rot, Esel oder Elefanten, Demokaten gegen...

DWN
Politik
Politik Zweiter Teil des DWN-Interviews: Deutsche Offiziere haben Warnungen ignoriert
26.05.2024

In dieser Fortsetzung des Gesprächs mit dem norwegischen Militärexperten Tor Ivar Strømmen (von gestern) erfahren Sie, warum deutsche...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz auf Obstplantagen: Schädlinge besser erkennen
26.05.2024

Die Künstliche Intelligenz (KI) erobert immer mehr Bereiche der Wirtschaft. Selbst in der Landwirtschaft könnten Anwendungen in Zukunft...