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Starker Euro bringt Schweizer Franken Erleichterung

Lesezeit: 1 min
25.01.2013 12:43
Der Franken wird schwächer, die Gewerkschaften fordern trotzdem eine Anhebung der Mindestgrenze von der SNB. Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine will aber nicht am Franken herumspielen. Inzwischen bricht im Rest der Welt ein Währungskrieg aus, der einen Finanzcrash herbeiführen kann.

Der beste Wert für die Schweizer Währung liege nach Ansicht der Gewerkschaften bei 1,30 bis 1,35 Euro. Erst dann würde der Export wieder von den Wechselkursen profitieren. Davon ist die Schweiz aber noch weit entfernt. Der leichte Abschwung des Franken in dieser Woche ist zwar gern gesehen, bringe aber noch keine deutliche Entspannung für die Wirtschaft.

Kurzzeitig schwächte sich der Wert des Franken sogar auf 1,25 zum Euro ab. Die Gewerkschaften reagierten und forderten die Schweizer Nationalbank dazu auf, die feste Grenze zum Euro auf 1,25 anzuheben. Jean-Pierre Danthine, Mitglied des Direktoriums der SNB, will davon jedoch nichts wissen: Der Mindestkurs sei eine „außergewöhnliche Maßnahme für eine außergewöhnliche Situation“ und nicht dafür da, „Wechselkurs-Feinsteuerung“ zu betreiben, erklärte Danthine den Westschweizer Zeitungen Tribune de Genève und 24 Heures in einem Interview.

Die Schweizer Zentralbank hatte nach der starken Aufwertung des Franken infolge der Finanzkrise im Jahr 2009 die Währung an den Euro gekoppelt. Der Franken darf die Grenze von 1,20 SF im Vergleich zum Euro nicht unterschreiten. Dies soll die Folgen einer Deflation verhindern und die Wirtschaft vor einer Rezession schützen. Aktuell liegt der Kurs mit einem Wert von 1,23 SF leicht darüber.

Die SNB hat angekündigt, in unbegrenztem Ausmaß Euro zu kaufen, um die eigene Währung weiter abzuschwächen und die Grenze einhalten zu können. Sie hat ihre Bilanz in wenigen Jahren fast verfünffacht. Dadurch wird sie anfällig für Wechselkursschwankungen. Auch andere Währungen, Aktien und Gold sind in ihrem aufgeblähten Portfolio, um dieses Risiko einzudämmen.

Eine ähnliche Entwicklung der Geldpolitik sieht man auch in Japan, dessen Regierung ein höheres Inflationsziel beschlossen hat, um den Yen im Vergleich zum US-Dollar zu schwächen. Es werden Milliarden in den Markt gepumpt, um die Wirtschaft künstlich am Leben zu halten. Die US-amerikanische Fed hält dagegen und druckt ihrerseits Dollar. Auch die EZB und die Bank of London haben angekündigt, notfalls Geld zu drucken, um die Wechselkurse zu ihren Gunsten zu manipulieren.

Solche Währungskriege sind gefährlich für das internationale Finanzsystem. Im hochverschuldeten Japan steht Experten zufolge der Zusammenbruch der Währung kurz bevor. In den USA erwartet man schon angespannt die Auswirkungen eines Finanzcrashs.

Für die Schweiz ist dieses Problem noch nicht akut. Sie senkte ihren Zinssatz auf nahezu null, um damit die Nachfrage nach dem Schweizer Franken zu drosseln. Das führte zu einem erhöhten Investitionsaufkommen in Schweizer Immobilien und zu einem Preisanstieg. Dieser bereitet Danthine ebenfalls Sorgen, weil sich durch die Preissteigerung eine neue Immobilienblase herausbilden könnte.


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