Finanzen

Zu unrentabel: Deutsche Bank trennt sich von niederländischen Privatkunden

Lesezeit: 1 min
11.04.2013 13:48
Die Deutsche Bank braucht mehr Geld. Sie will sich in den Niederlanden von rund 18.000 Privatkunden und kleinen Firmen trennen. Die Konzentration auf Großkunden sei notwendig.
Zu unrentabel: Deutsche Bank trennt sich von niederländischen Privatkunden

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Mit Privatleuten und kleinen Unternehmen lässt sich bei der Deutschen Bank nicht genügend Geld akkumulieren. Aus diesem Grund will die Deutsche Bank in den Niederlanden etwa 2.000 Privatkunden sowie 16.000 kleinere Firmen loswerden. Man wolle sich nun auf größere mittelständische Unternehmen und Großkunden konzentrieren.

In den kommenden Monaten wolle die Bank Kontakt zu den Kunden aufnehmen, für die sie „nicht mehr die angemessene Bank sind“, heißt es in der Mitteilung der Deutschen Bank. Dann könne man zusammen den Wechsel zu einer anderen Bank besprechen. „Die Kunden, von denen wir uns verabschieden, haben nur einen kleinen Teil an Darlehen oder eine Gutschrift.“

Der Schritt der Deutschen Bank ist insofern nicht ungewöhnlich, als dass die Bank sich seit Jahren immer stärker auf den Derivatehandel konzentriert hat. Fast 60 Billionen Euro umfasst das Risiko, das bei der Deutschen Bank im Derivategeschäft liegt (hier). Großkunden haben mehr Geld, mit dem sich spekulieren lässt. Da sind die von der ABN-Amro Bank geerbten Kunden (hier) beispielsweise völlig unwichtig geworden. Die Deutsche Bank scheint sich zunehmend von einer Kundenbank zu entfernen – das damit verbundene Risiko für den Steuerzahler wächst dennoch.

Der Schritt der Deutschen Bank hat für die kleinen Firmen und Privatkunden jedoch einen Vorteil, crasht die Bank tatsächlich - und die Richtung dazu hat sie ja bereits eingeschlagen - werden sie mit ihren Einlagen zumindest nicht haften. Schließlich besitzen sie dann keine Einlagen bei der Bank mehr. Allerdings ist davon auszugehen, dass bei der Größe der Deutschen Bank letztlich alle Steuerzahler über Rettungsgelder etc. hinzugezogen werden. Die Deutsche Bank ist nämlich systemrelevant und ein extremes Risiko für den gesamten europäischen Finanzmarkt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik G7-Gipfel verhängt weitere Sanktionen gegen Russland - keine Einigung bei Öl und Gold

Unter der Leitung der US-Regierung wird das Sanktionsregime gegen Russland ausgeweitet. Auf wichtigen Feldern besteht aber weiterhin...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das WEF als Selbstbedienungsladen: Die Nebengeschäfte des Klaus Schwab

DWN-Kolumnist Ernst Wolff zeigt auf: Der Chef des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, ist ein umtriebiger Geschäftsmann.

DWN
Deutschland
Deutschland KREISS PRANGERT AN: Mehr als 400 Milliarden Euro wandern in die falschen Taschen

DWN-Autor Christian Kreiss stellt höhere Steuern und Enteignungen zur Diskussion.

DWN
Finanzen
Finanzen Was können wir vom Schweizer Rentensystem lernen?

Für die deutsche Altersvorsorge sieht es düster aus. Das belegen Statistiken mittlerweile zu hunderten. Vielleicht hilft ein Blick zu...

DWN
Politik
Politik Mythos Europa: Was bleibt außer Überwachung, Bürokratie und dem digitalen Euro?

Prof. Dr. Werner Thiede setzt sich kritisch mit der Vorstellung auseinander, dass ein geeintes Europa die Lösung für alle Probleme sein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gefährdet der Ukraine-Krieg die Neue Seidenstraße?

Um sein gigantisches Projekt umzusetzen, ist für China eines ganz besonders wichtig: Frieden. Doch in der Ukraine tobt der Krieg. Wie wird...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz soll Senioren schützen

Zwei Unternehmen wollen die Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Pflegeeinrichtungen vorantreiben.