Durchbruch in der Forschung: Beginnt nun das Zeitalter der Klon-Menschen?

Lesezeit: 2 min
16.05.2013 00:41
Forscher in den USA haben erstmals menschliche Stammzellen aus einem geklonten Embryo gewonnen. Die Forscher glauben zwar nicht, dass man mit ihrer Methode ganze Menschen klonen kann – aber ganz ausschließen wollen sie die Möglichkeit nicht.
Durchbruch in der Forschung: Beginnt nun das Zeitalter der Klon-Menschen?

Ein Forscher-Team der Health & Science University von Oregon meldet einen Durchbruch in der Stammzellen-Forschung. Dem Team von Shoukhrat Mitalipov ist es gelungen, menschliche Stammzellen aus einem zu diesem Zweck geklonten menschlichen Embryo zu gewinnen. Gewöhnliche Hautzellen von Erwachsenen wurden in die Zellkerne von weiblichen Eizellen verpflanzt. Auf diese Weise hoffen die Forscher, frisches Körpergewebe zu gewinnen. Dadurch könnten Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose, Rückenmarks-Erkrankungen oder bestimmte Herzerkrankungen geheilt werden.

Die Forscher betonen, dass es sich um therapeutisches und nicht um reproduktives Klonen handle.

In ihrer Mitteilung äußern die Forscher Zweifel, dass die Methode auch dazu verwendet werden könnten, ganze Menschen zu klonen. Jahrelange Versuche mit Affen hätten gezeigt, dass es nicht möglich auch nur einen einzigen Affen zu klonen.

Die Forscher schreiben: „Wir erwarten, dass dies auch bei Menschen nicht möglich sein wird. Wegen der in dieser Studie herausgefundenen Fragilität der menschlichen Zellen glauben wir, dass diese Fragilität verhindern wird, dass eines Tages menschliche Klone entwickelt werden können.“

Die Forscher erwarten sich zwar signifikante Fortschritte in der Verwendung von Stammzellen zur Behandlung von Krankheiten.

Wörtlich heißt es in der Stellungnahme von Dr. Mitalipov: „Erfolge in der Stammzellen-Forschung führen oft zu einer öffentlichen Diskussion über die Ethik des menschlichen Klonens. Dies war jedoch nicht der Schwerpunkt unserer Forschung. Wir glauben auch nicht, dass unsere Resultate andere in die Lage versetzen können, das reproduktive menschliche Klonen voranzutreiben.“

Es ist bemerkenswert, dass die Forscher ihren Erfolg mit nur zwei Eizellen erreichen konnten. Üblicherweise benötigt man für derartige Experimente hunderte Zellen. Die Forscher führen ihren Durchbruch auch auf die Verwendung von Koffein zurück, welches in der Nährlösung verwendet worden war.

Die Methode der Forscher ist dieselbe, aus der auch im Jahr 1997 das Klonschaf Dolly reproduziert wurde. Der sogenannte somatische Zellentransfer hat auch schon zum Klonen von Rindern, Katzen und Ziegen geführt.

Bei Menschen und bei Affen hat die Methode bisher jedoch noch keinen Erfolg gezeigt.

Beginnt nun das Zeitalter der Klon-Menschen, in dem jeder, der es sich leisten kann, sich beliebig oft identisch reproduzieren lassen kann?

Mit Sicherheit ist der Weg bis zu einem solchen weiteren Durchbruch noch weit. Der Mensch ist am Ende doch eine recht komplexe Maschine, die nicht so rasch geklont werden kann.

Noch gibt es in der Gesellschaft gewisse Ressentiments, dieser Utopie unter Aufgabe aller ethischen Maßstäbe zu verfallen.

Ausgeschlossen werden kann jedoch nicht, dass am Ende eine Industrie auf diesen Zug aufspringt und sich die Forschungs-Ergebnisse ohne weitere Bedenken zu eigen macht.

Auf absehbare Zeit wird das Klonen von Menschen wie auch die Stammzellen-Therapie eine teure Angelegenheit bleiben. Dies bedeutet: Selbst wenn es eine Tages geklonte Menschen geben wird, werden es vor allem Leute sein, die sich so etwas finanziell leisten können.

Milliardäre, Wall Street Banker, Rechtsanwälte oder Unternehmensberater kommen dafür in Frage.

Für die Menschheit insgesamt würde sich dadurch wenig ändern.

Diese Leute gleichen einander heute schon wie ein Ei dem anderen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Marsch in Richtung „FREXIT“? Frankreich kann sein üppiges Sozialsystem nicht mehr finanzieren

Frankreich kommt nicht zur Ruhe. Aus Protest gegen geplanten Reformen im Rentensystem haben die Gewerkschaften mehrere Generalstreiks...

DWN
Politik
Politik Deutsche bunkern Bargeld: Tresor-Hersteller erleben Hochkonjunktur

Die Deutschen bunkern ihr Bargeld vermehrt in Tresoren und Safes. Ein führender Tresorhersteller nennt die Angst der Bürger vor Niedrig-...

DWN
Finanzen
Finanzen Investoren setzen zunehmend auf Verbriefungen riskanter Autokredite

Im laufenden Jahr bahnt sich in den USA ein neuer Rekord bei der Ausgabe von Verbriefungen von Autokrediten an. Dass die Zahlungsverzüge...

DWN
Politik
Politik Das Schicksal der Welt in den Händen von 5 Staaten

Die UN dient faktisch als Instrument von fünf Staaten, die international ihre eigenen Interessen verfolgen. Im UN-Sicherheitsrat verfügen...

DWN
Politik
Politik Streit um Weltbank-Kredit: Rivalität zwischen China und den USA greift auf internationale Organisationen über

Die US-Regierung versucht, bei der Weltbank die finanzielle Unterstützung Chinas mit billigen Krediten in Höhe von mehr als 1 Milliarde...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Telefonica: Europas viertgrößter Telekom-Konzern in der Schuldenspirale, die EZB hängt als Gläubiger mit drin

Um seine massiven Schulden zu tilgen, plant Telefonica einen spektakulären Rückzug aus allen Märkten Lateinamerikas. Doch die dringend...

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Hellfire-Rakete schaltet ranghohen al Nusra-Befehlshaber in Idlib aus

In der syrischen Provinz Idlib hat die US-Luftwaffe ein führendes Mitglied der Al-Nusra-Front getötet. Damit leistete sie faktisch eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Während Ungelernte kommen: 180.000 Akademiker und Fachkräfte verlassen Deutschland jedes Jahr

Rund 180.000 gut ausgebildete Fachkräfte oder Akademiker verlassen Deutschland jedes Jahr. Anstatt ständig den Zuzug ausländischer...

DWN
Finanzen
Finanzen Termingeschäfte eingeschränkt: Weltgrößter Pensionsfonds geht gegen Spekulanten vor

Mit einer Neuregelung zu seinem Aktienportfolio macht Japans staatlicher Pensionsfonds Leerverkäufern einen Strich durch die Rechnung....

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank: Staatliche Kryptowährungen könnten Bargeld bis zum Jahr 2030 ersetzen

Einem Bericht der Deutschen Bank zufolge könnten von Staaten herausgegebene Kryptowährungen das Fiat-Geld bis zum Jahr 2030 ersetzen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Lithium-Reserven in Bolivien: Morales' Sturz ist ein herber Rückschlag für China

Ende September sollen die Chinesen mit der inzwischen gestürzten bolivianischen Regierung eine vertiefte Zusammenarbeit im Lithium-Markt...

DWN
Finanzen
Finanzen Schwache Nachfrage: Indiens Goldimporte brechen um 20 Prozent ein

Der zweitgrößte Goldmarkt der Welt - Indien - verzeichnet für dieses Jahr die niedrigsten Goldimporte seit mindestens 2014. Ein Anstieg...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesregierung plant deutliche Verschärfung des Strafrechts für Firmen

Das Bundesjustizministerium arbeitet an einer Verschärfung der Gesetze zur Unternehmenskriminalität.

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Ausländer investieren zunehmend in Rubel-Anleihen

Der Anteil der ausländischen Anleger an den Rubel-Staatsanleihen hat die 30-Prozent-Marke überschritten.

celtra_fin_Interscroller