Deutschland

Milliardendeal: O2 kauft E-Plus

Lesezeit: 1 min
22.07.2013 23:46
Der deutsche Mobilfunkmarkt kommt in Bewegung. Telefónica übernimmt E-Plus und wird damit zu den Konkurrenten Telekom und Vodafone aufschließen. Durch die Übernahme verspricht sich der spanische Konzern Kosteneinsparungen und mehr Marktanteile.
Milliardendeal: O2 kauft E-Plus

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der spanische Mobilfunkkonzern Telefónica hat die Verhandlungen mit dem niederländischen Konkurrenten KPN abgeschlossen und wird die KPN-Sparte E-Plus übernehmen. Bereits vor einem Jahr gab es diesbezüglich Gespräche, die jedoch scheiterten.

Der nominelle Kaufpreis beim nun fixierten Deal liegt mit 5 Milliarden Euro deutlich unter den 8,5 Milliarden Euro, die damals im Raum standen. Jedoch erhält KPN zusätzlich Anteile an Telefónica Deutschland, der börsennotierten deutschen Tochtergesellschaft der Spanier. Insgesamt hat das Geschäft damit ein Volumen von 8,1 Milliarden Euro.

Nach dem Zusammenschluss müssen die Mobilfunk-Anbieter O2 und E-Plus nicht mehr um Marktanteile konkurrieren und können stattdessen den Druck auf die anderen beiden Marktakteure, Deutsche Telekom und Vodafone, erhöhen.

Durch die Übernahme von E-Plus könnte O2 mit einem Marktanteil von 38 Prozent mit einem Schlag zum größten deutschen Mobilfunkanbieter aufsteigen.

Ob der Deal jedoch von den Kartellbehörden genehmigt wird, muss sich noch herausstellen. Mit einem Abschluss des Verkaufs ist nicht vor 2014 zu rechnen. Die Sparten O2 und E-Plus sind derzeit die dritt- und viertgrößten Mobilfunkanbieter auf dem deutschen Markt. Die Dynamik des Wettbewerbs würde sich mit einer Fusion der beiden Akteure verändern.

Ein Zusammenschluss der Marken mache aber für beide Konzerne Sinn, sagte Emmanuel Carlier, Analyst bei ING Groep NV. „Prozesskosten und Kapitalausgaben könnten gespart werden“, denn der Markt in Deutschland werde immer härter umkämpft.

Telefónica muss jedoch seine Schulden in den Griff bekommen. Der spanische Konzern hat bei einem Marktwert von 46 Milliarden Euro Schulden im Wert von 51 Milliarden Euro angehäuft. Daher wurde noch im Mai in Erwägung gezogen, sich mit dem Verkauf von O2 komplett aus dem deutschen Markt zu verabschieden (mehr hier). Stattdessen wurde die Mobilfunksparte in Irland verkauft. Auch ein Börsengang von O2 scheint möglich, um die Schulden von Telefónica zu reduzieren.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Der Konzern-Sozialismus kommt: „Great Reset“ ist das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Die wirtschaftlichen und klimapolitischen Ziele im Rahmen des „Great Reset“ bedrohen weltweit vor allem den deutschen Mittelstand....

DWN
Politik
Politik Von Diktatoren umzingelt: Wann zerbricht in Europa die Demokratie?

In Europas Peripherie herrschen Diktatoren: Aber auch auf unserem so stabil scheinenden Kontinent steht die Demokratie im Feuer, schreibt...

DWN
Politik
Politik Die Feinde von Byzanz: Putin vergleicht NATO und USA mit Kreuzfahrern

Russlands Präsident Putin hat angesichts der jüngsten Spannungen mit der NATO einen historischen Vergleich gezogen. Es dürfe niemals...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Finanzen
Finanzen Europa nach Corona: Werden die hohen Schulden eine nachhaltige Erholung bremsen?

Kann Europas Wirtschaft trotz der hohen Schuldenbelastung nach Corona wieder durchstarten? Der Chefvolkswirt der IKB Bank, Klaus Bauknecht,...

DWN
Finanzen
Finanzen In der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter rasant an

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter stark an. Offenbar decken sich die Bürger insbesondere mit Bargeld und schnell...

DWN
Finanzen
Finanzen Erster Euro-Zentralbankchef fordert offen noch stärkere Anleihekäufe durch die EZB

Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras wagt sich aus der Deckung. Er fordert von der EZB ein noch stärkeres Gelddrucken, um den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Großkonzerne verdrängen mit E-Autos und Vernetzung die kleinen Werkstätten

Zu den Verlierern von E-Mobilität und Digitalisierung gehören auch die freien Werkstätten. Die Autohersteller und ihre...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Ringen um die wichtigste Region der Welt - Teil 1

In Südostasien treffen geopolitische, wirtschaftliche und militärische Strategien von Amerikanern und Chinesen direkt aufeinander. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Reiseveranstalter sehen nur eine Rettung: Den digitalen Impfpass

Die deutsche Reisebranche will im Sommer endlich wieder höhere Umsätze machen. Sie setzt dabei auf den digitalen Impfpass, den alle...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl 2021: Jetzt werden auch noch Kritiker von Briefwahlen als Verschwörungstheoretiker diffamiert

Nun werden alle Menschen als Verschwörungstheoretiker diffamiert, die angesichts der anstehenden Bundestagswahl darauf hinweisen, dass...

DWN
Politik
Politik Lecker Essen und Geld-Spenden: Spahn beim Dinner während der Corona-Einschränkungen

Am 20. Oktober 2020 nahm Jens Spahn an einem Dinner mit mehreren Gästen teil, bei dem nach „BILD“-Informationen Geld-Spenden für ihn...

DWN
Politik
Politik Great Reset: Ansichten von SPD-Chefin Esken decken sich mit der Agenda des Weltwirtschaftsforums

Fleischverzicht, eine drastische Reduzierung von Flügen und weitere Maßnahmen sollen laut SPD-Chefin Saskia Esken gut sein, um das Klima...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung schwört Bevölkerung auf fortgesetzten Lockdown ein

Die Mehrheit der Deutschen plädiert für Lockerungen, doch die Bundesregierung und ihre Experten halten dagegen und schließen ein...