Griechenland: 65 Prozent der Jugendlichen haben keinen Job

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
08.08.2013 18:59
Die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland steigt weiter dramatisch an. Trotz zunehmender Beschäftigung im Tourismusbereich stieg sie auf ein neues Rekordhoch von 65 Prozent. Beobachter erwarten, dass es keine mittelfristige Veränderung dieser Zahlen geben wird.
Griechenland: 65 Prozent der Jugendlichen haben keinen Job

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die griechische Arbeitslosigkeit nimmt weiter stark zu. So sind mittlerweile mehr als ein Viertel aller Griechen ohne Arbeit. Besonders dramatisch ist die Lage bei den  Jugendlichen. Etwa zwei Drittel sind ohne festen Job, wie die Statistikbehörde Elstat am Donnerstag meldete.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenrate im Mai noch einmal um etwa vier Prozent auf 27,6 Prozent an. Diese Entwicklung ist vor allem auf Lohn- und Rentenkürzungen sowie massive Entlassungen im staatlichen Sektor zurückzuführen.

Ähnlich düster verhält es sich mit der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland. Lag sie im Jahr 2012 noch bei 55,1 Prozent, sind mittlerweile 64,9 Prozent der Jugendlichen ohne Arbeit.

Vor Ausbruch der Krise im Jahr 2008 lag die Quote aller Erwerbslosen noch bei moderaten 7,3 Prozent. In den folgenden Jahren nahm sie jedoch aufgrund der einbrechenden Wirtschaftsleistung und der rigorosen Sparmaßnahmen der Troika drastisch zu.

Während ein Großteil der Rettungsgelder in die nationalen Banken des Landes fließt, spüren die griechischen Bürger keine Verbesserung. Die finanzielle Krise, in die viele infolge der Sparmaßnahmen und Entlassungen rutschten, führte sogar zu einem Anstieg der Selbstmordrate. 2011 stieg die Selbstmordrate in Griechenland um 26,5 Prozent. 2010 hatte Griechenland Eurostat zufolge noch eine der niedrigsten Selbstmordraten der EU: 2,9 Prozent (hier).

Grundsätzlich sind die Zahlen der griechischen Jugendarbeitslosigkeit mit Vorsicht zu genießen, denn sie erfassen auch Schüler, Studenten und Auszubildende. Diese stehen dem Arbeitsmarkt aber nur bedingt zur Verfügung und bleiben in Krisenzeiten erfahrungsgemäß länger in der Ausbildung, da die Aussichten auf eine Anstellung ohnehin denkbar schlecht sind.

Der Tourismussektor, welcher etwa 17 Prozent der Wirtschaftsleistung Griechenlands ausmacht, konnte zuletzt wieder ansteigende Umsätze verzeichnen. Doch ob diese Entwicklung anhält und positive Auswirkungen auf den griechischen Arbeitsmarkt haben wird, ist noch nicht abzusehen.  Ähnliche Effekte, wonach die Arbeitslosigkeit zeitweise durch Anstiege im Tourismussektor positiv beeinflusst wird,  sind bereits aus Spanien bekannt (hier).


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Unser Angebot für Sie: DWN testen und alle Artikel frei lesen für nur 1€!

Überzeugen Sie sich und bekommen Sie unbegrenzten Zugriff für nur 1€!

DWN
Deutschland
DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DIE GROSSEN IMPERIEN SCHEITERN Teil zwei: Die "Neue Seidenstraße" Chinas entwickelt sich zur holprigen Schotterpiste

China wollte mit seiner "Großen Seidenstraße" ein Handels- und Infrastruktur-Netz aufbauen, das drei Kontinente miteinander verbindet und...

DWN
Politik
Politik Showdown in der Karibik, zweiter Akt: Erster iranischer Tanker erreicht Venezuela unter Militärschutz

Trotz der von der US-Regierung erlassenen Sanktionen gegen den Iran und Venezuela hat der erste mehrerer iranischer Tanker das...

DWN
Finanzen
Finanzen Risse im Rentensystem: Defizite steigen, Steuereinnahmen brechen weg, Merkel tritt die Flucht nach vorne an

Das ohnehin angeschlagene gesetzliche Rentensystem droht infolge der Corona-Pandemie in Schieflage zu geraten. Die für Juli geplanten...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Wirtschaftsleistung schrumpft im ersten Quartal deutlich

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im ersten Quartal so stark wie zuletzt während der Finanzkrise 2008 geschrumpft. Die Einbrüche...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DIE GROSSEN IMPERIEN SCHEITERN Teil eins: Die "Globale Energie-Dominanz" der USA läuft auf Grund

Die USA waren angetreten, den weltweiten Erdöl- und Erdgas-Markt zu beherrschen. Wie die Strategie der "Globalen Energie-Dominanz"...

DWN
Panorama
Panorama Mythos Kalaschnikow: Einfach, genial, russisch

Die Kalaschnikow bleibt aufgrund ihres simplen Aufbaus eine der meistproduzierten Waffen der Welt. Wie kaum ein zweites Produkt wird das...

DWN
Deutschland
Deutschland Berichte: Bundesregierung und Lufthansa einigen sich auf Milliarden-Rettungspaket

Medienberichten zufolge haben sich die Bundesregierung und die Lufthansa auf ein milliardenschweres Rettungspaket geeinigt.

DWN
Politik
Politik Spannungen zwischen Türkei und Griechenland steigen

Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei im östlichen Mittelmeer steigen. Eine Eskalation zwischen beiden Ländern ist nicht...

DWN
Politik
Politik Trotz Kritik: Thüringen schafft die Corona-Regeln ab

Zum 6. Juni 2020 werden in Thüringen die Corona-Regeln abgeschafft. Kritik gibt es vonseiten der SPD, Grünen und aus Bayern.

DWN
Politik
Politik Die wahren Pandemien heißen Tuberkulose, Diabetes und Adipositas

Überschattet von der allgegenwärtigen Corona-Pandemie treiben seit Jahren viel gefährlichere Krankheiten ihr Unwesen. Die von ihnen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Großbritannien und Rolls-Royce: Einst der Neid der Welt, heute nur noch Mittelmaß

Rolls-Royce war noch zu erstaunlichen Innovationen fähig, als das Vereinigte Königreich seinen machtpolitischen Zenit längst...

DWN
Panorama
Panorama Lady Liberty unter Beschuss

Wie kein anderes Unternehmen symbolisiert Coca-Cola den amerikanischen Traum. Und so wie seit einigen Jahren der Softdrink-Konzern Probleme...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Forscher entdecken leistungsstarken Biokatalysator

Einer Forschergruppe der Universität Bayreuth ist im Bereich der Bioökonomie ein großer Durchbruch gelungen. Sie haben ein Enzym...

celtra_fin_Interscroller