Deutsche Bank will Stabilität und fordert eine Große Koalition

Lesezeit: 2 min
10.09.2013 00:31
Die Deutsche Bank wünscht sich nach der Bundestagswahl eine große Koalition aus CDU und SPD. Nur diese Kombination garantiert politische Stabilität im Sinn der Deutschen Bank.
Deutsche Bank will Stabilität und fordert eine Große Koalition

Der Finanzblog Zero Hedge berichtet über eine Analyse der Deutschen Bank, in welcher die Bank zu dem Schluss kommt, dass eine große Koalition die beste Variante für eine neue Regierung nach den Wahlen sei. Deutschland müsse der wirtschaftlich starke Stabilitäts-Anker der Euro-Zone bleiben. Man brauche mehr Investitionen und neue Transferleistungen, die aus Überschüssen generiert werden sollen. Eine große Koalition ist am besten geeignet, die Konsolidierung in Europa voranzutreiben, so die Deutsche Bank.

Für tiefe, einschneidende Reformen der Sozialsysteme und des Arbeitsmarktes sei die Zeit noch nicht gekommen. Diese Maßnahmen seien frühestens 2017 möglich. Daher rechnet die Deutsche Bank im Falle einer Großen Koalition mit einem entschiedenen: Weiter so! Es werde keine Überraschungen geben.

Eine große Koalition hätte auch eine große Mehrheit im Bundesrat, der bislang von der SPD dominiert wird. Die Landtagswahlen in Bayern (15. September) und Hessen (22. September) werden daran nur wenig ändern.

Das zweite Szenario nach der Bundestagswahl ist nach Einschätzung der Deutschen Bank eine Koalition aus CDU und Grünen. Selbst wenn die beiden Partner einer solchen Regierung ihre Differenzen überwinden können und eine ganze Legislaturperiode durchhalten, seien von dieser Konstellation jedoch keinerlei Impulse zu erwarten.

Es werde weder zu nennenswerten Steuererhöhungen kommen, noch würde die Wirtschaft reguliert oder liberalisiert. Die Grünen würden versuchen, innenpolitisch zu punkten und auf Länderebene Akzente zu setzen, die CDU werde aber alle wichtigen Entscheidungen auf Bundesebene durchsetzen können.

Allerdings müsste die CDU hierfür Kompromisse mit der SPD eingehen, um die Zustimmung des Bundesrates zu erhalten. Reformen sind dann noch unwahrscheinlicher, da die Zustimmung des SPD-dominierten Bundesrates für der CDU einen zu hohen Preis bei den Verhandlungen abverlangen könne.

Dennoch glaubt die Deutsche Bank, dass es gewissermaßen zu einer übergreifenden, Großen Koalition kommen könnte: Mit den Grünen in der Regierung könnten CDU und SPD über Bande spielen - freilich immer mit dem Risiko, dass die Regierung zerbricht.

Denn die Grünen müssten in einer solchen Regierung zwangsläufig einen starken Image-Verlust hinnehmen. Sollte Schwarz/Grün scheitern, könnte es schon bald zu Neuwahlen kommen.

Die Deutsche Bank wünscht sich eine berechenbare Politik. Experimente sind gefährlich, vor allem solche mit ungewissem Ausgang.

Der Status Quo ist für die Banken gut, weil sie die Veränderungen steuern können.

Mit der Bankenunion soll dieser Status gefestigt werden: Alle Banken sind dann systemrelevant: Too big to fail.

Für diese Politik steht die Große Koalition. Diese Politik wünschen sich die Banken.

Das System würde fortgeschrieben und weiterentwickelt.

Das Geschäftsmodell der Banken müsste um nur ein Wort erweitert werden.

Too big to fail forever.



DWN
Finanzen
Finanzen Anatomie einer Jahrhundert-Blase, Teil 3: Eine Dunkelziffer namens Inflation – das gesamte Finanzsystem basiert auf morschem Zahlenwerk

Die Entwicklung der Teuerung stellt einen der Ankerpunkte des gesamten weltweiten Finanzsystems dar. Schaut man sich ihre Berechnung an...

DWN
Politik
Politik Türkei: Neue Parteien sollen Sturz Erdogans herbeiführen

Ehemalige Weggefährten des türkischen Präsidenten Erdoğan gründen zwei neue Parteien. Sie wollen die Regierung und in der Folge...

DWN
Politik
Politik Europäische Umweltagentur will Ernährung, Energiekonsum und Mobilität der Menschen radikal ändern

Der Europäischen Umweltagentur zufolge wird Europa die Klimaschutzziele nicht erreichen, wenn keine “dringenden Maßnahmen” ergriffen...

DWN
Deutschland
Deutschland Münchner Gericht: Klickarbeit ist keine richtige Arbeit

Der Niedriglohnsektor in Deutschland wird immer größer. Dazu gehört die Klickarbeit, wo Mitarbeiter auf Internetplattformen Mikrojobs...

DWN
Finanzen
Finanzen Hälfte der Deutschen erwartet Altersarmut, hat aber kein Geld zur Vorsorge

Einer aktuellen Studie zufolge sorgt sich etwa jeder Zweite vor Armut im Alter – kann aber aufgrund von Geldmangel nicht privat vorsorgen.

DWN
Deutschland
Deutschland Neue Industriestrategie: Staat fordert mehr Kontrolle bei Firmenverkäufen

Die erneuerte Industriestrategie zielt neben einigen Updates insbesondere auf eine verstärkte Kontrolle der Bundesregierung bei...

DWN
Politik
Politik Marsch in Richtung „FREXIT“? Frankreich kann sein üppiges Sozialsystem nicht mehr finanzieren

Frankreich kommt nicht zur Ruhe. Aus Protest gegen geplanten Reformen im Rentensystem haben die Gewerkschaften mehrere Generalstreiks...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Wirtschaftswissenschaft versteht den modernen Finanzkapitalismus nicht mehr

Seit der Krise von 2008 haben sich die Spielregeln im Finanzsystem und in der Weltwirtschaft grundlegend verändert. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Seen als Wärmequelle: Energieverbände fordern Masterplan für die Geothermie

Deutschland läuft Gefahr, die Klimaziele zu verfehlen. Jetzt taucht plötzlich wieder eine Form der Energiegewinnung in der Diskussion...

DWN
Politik
Politik Ein neuer Kalter Krieg? Auf den Weltmeeren wird kräftig aufgerüstet

Sowohl die Nato-Staaten als auch Russland und weitere Mächte haben in den vergangenen Jahren eine deutliche Aufrüstung ihrer maritimen...

DWN
Politik
Politik Deutsche bunkern Bargeld: Tresor-Hersteller erleben Hochkonjunktur

Die Deutschen bunkern ihr Bargeld vermehrt in Tresoren und Safes. Ein führender Tresorhersteller nennt die Angst der Bürger vor Niedrig-...

DWN
Politik
Politik Das Schicksal der Welt in den Händen von 5 Staaten

Die UN dient faktisch als Instrument von fünf Staaten, die international ihre eigenen Interessen verfolgen. Im UN-Sicherheitsrat verfügen...

DWN
Finanzen
Finanzen Termingeschäfte eingeschränkt: Weltgrößter Pensionsfonds geht gegen Spekulanten vor

Mit einer Neuregelung zu seinem Aktienportfolio macht Japans staatlicher Pensionsfonds Leerverkäufern einen Strich durch die Rechnung....

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Ausländer investieren zunehmend in Rubel-Anleihen

Der Anteil der ausländischen Anleger an den Rubel-Staatsanleihen hat die 30-Prozent-Marke überschritten.

celtra_fin_Interscroller