Finanzen

Sparen für die Banken: Irland kürzt Arbeitslosengeld für Jugendliche

Lesezeit: 1 min
16.10.2013 15:17
Irland will das Bailout-Programm so schnell wie möglich verlassen. Deshalb werden noch einmal Ausgaben in Millionenhöhe gekürzt. Diesmal trifft es vor allem die verbleibende irische Jugend. 177.000 Junge sind seit 2008 ausgewandert.
Sparen für die Banken: Irland kürzt Arbeitslosengeld für Jugendliche

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

„Die Ära der Sparsamkeit“ soll beendet werden, so die irische Regierung. Seit dem Platzen der Immobilienblase 2008 hat Irland 31 Milliarden Euro eingespart, fast ein Fünftel der aktuellen Wirtschaftsleistung. Für 2014 sind nochmals 2,5 Milliarden an Einschränkungen geplant. Die angeblich letzte Runde von Sparmaßnahmen trifft die Jungen und Alten dafür nochmal besonders hart.

Irlands „Ära der Sparsamkeit“ begann 2008, als im Land die Immobilienblase platzte und die Banken vor der Insolvenz standen. Die Kosten für die Rettung der Banken zwang Irland sein Haushaltsdefizit auszubauen: Auf dem Höhepunkt im Jahr 2010 betrug es 30,8 Prozent, vergangenes Jahr stand das Haushaltsdefizit bei 7,6 Prozent. Insgesamt umfasste das Rettungspaket 67, Milliarden Euro, den größten Anteil bekamen die Banken (mehr hier).  32 Milliarden Euro Steuergelder flossen in die Bank of Ireland, Permanent TBS und die AIB.

Die nun beschlossene Kürzung des Arbeitslosengeldes für alle unter 25 Jahre trifft genau jene Iren, die an der schlechten wirtschaftlichen Situation des Landes unschuldig sind, warnt Irlands Jugendschutzorganisation. Die Befürchtung ist, dass noch mehr junge Menschen werden das Land verlassen als bisher. 177.000 Junge sind seit 2008 ausgewandert, die Jugendarbeitslosigkeit stieg in der Zeit von 13 Prozent im Jahr 2008 auf fast 29 Prozent in diesem Jahr, berichtet FT.

Die Regierung plant für 2014 weitere Sparmaßnahmen beziehungsweise Steuererhöhungen: Die Steuer für Sparzinsen wird von 33 Prozent auf 41 Prozent angehoben, das Mutterschaftsgeld gekürzt, die Rezeptgebühr wird um einen Euro auf 2,50 Euro angehoben und der staatliche Beerdigungszuschuss in Höhe von 850 Euro für sozial schwache Familien entfällt komplett. Die Luftverkehrssteuer wird abgeschafft und bei Lohnfortzahlungen von kranken Arbeitnehmern gespart.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik DWN-Interview mit Ex-Militärberater Jörg Barandat: „Wasser und Energie sind untrennbar miteinander verbunden.“
19.05.2024

Wasser sollte nicht getrennt von anderen Faktoren wie Energie und Klima betrachtet werden, sagt Jörg Barandat, langjähriger Berater...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Im Sog der Krise: Chinas Immobilienbranche unter Druck
19.05.2024

Seit einigen Jahren belastet die Immobilienkrise China und beeinträchtigt das wirtschaftliche Wachstum. Die Geduld vieler Gläubiger...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft EU-Kommission unterstützt Lausitz: Auf dem Weg zum "Netto-Null-Valley"
19.05.2024

Wie kann man ohne die Freisetzung von Treibhausgasen produzieren? Das Kohlerevier in der Lausitz strebt danach, als Modellregion in Europa...

DWN
Politik
Politik 75 Jahre Europarat: Ein Jubiläum in turbulenten Zeiten
19.05.2024

Der einst stolze Europarat feiert sein 75-jähriges Bestehen, doch das Jubiläum findet inmitten von Krisen und Unsicherheit statt,...

DWN
Finanzen
Finanzen P2P-Kredite als alternative Geldanlage: Chancen und Risiken
19.05.2024

P2P-Kredite sind eine aufstrebende Anlageklasse, die Privatpersonen ermöglicht, direkt in den Kreditbedarf anderer Privatpersonen zu...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Vom Erfolg zur Krise: Wie Adidas seine Dominanz im Sportmarkt verlor
19.05.2024

Adidas, einst ein Riese im Sportmarkt, kämpft nach katastrophalen Kooperationen und einem Börsenabsturz gegen den Aufstieg von Nike. Mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Kreditanstalt für Wiederaufbau in der Kritik, nutzt Potenzial unzureichend
19.05.2024

Eine neue Studie der Stiftung Klimaneutralität zieht eine kritische Bilanz zur Rolle der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Demnach...

DWN
Politik
Politik Scholz verspricht Hilfe - Überschwemmungen im Saarland zeigen Naturgewalt
19.05.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz besuchte Kleinblittersdorf im Saarland, um nach den heftigen Regenfällen und Überschwemmungen Hilfe zu...