Finanzen

Irland-Rettung dauert sieben Jahre länger als geplant

Lesezeit: 1 min
10.04.2013 13:11
Die Troika will Irland sieben Jahre mehr Zeit geben, um die erhaltenen Finanzhilfen zurückzuzahlen. So werde Druck von dem Land genommen und die Rückkehr zu den Finanzmärkten erleichtert. In Portugal sieht die Troika einen ähnlichen Handlungsbedarf.
Irland-Rettung dauert sieben Jahre länger als geplant

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Irland ist den EU-Regierungschefs zufolge auf einem guten Weg. Theoretisch soll das Land noch in diesem Jahr an die Finanzmärkte zurückkehren. Doch Irland leidet weiterhin unter den strengen Sparmaßnahmen. Anfang Februar erreichte die irische Regierung bereits eine Umstrukturierung der Schulden, um mehr Zeit für die Rückzahlung zu gewinnen (hier).

Das allein reicht jedoch nicht. Ein von der Troika ausgearbeitetes Papier empfiehlt nun, Irland sieben Jahre zusätzlich für die Rückzahlung der Hilfskredite zu geben. Bisher liegt die durchschnittliche Laufzeit der vergebenen EU-Kredite an Irland bei 12 Jahren. Eine Verlängerung um sieben Jahre würde die Rückkehr Irlands zu den Finanzmärkten erleichtern, zitiert der Irish Independent aus dem Troika-Papier. Außerdem könnte dadurch die Belastung für den Haushalt des Landes gesenkt werden. Insgesamt umfasst das Rettungspaket für Irland 67,5 Milliarden Euro, wovon der größte Teil in die Rettung der Banken geflossen ist. Alleinzwischen 2016 und 2020 müsste das Land 20 Milliarden Euro zurückzahlen, so die Troika.

Auch mehr Zeit für Portugal

Beim Treffen der EU-Minister  am Freitag und Samstag in Dublin, soll das Papier mit der Troika-Empfehlung vorgelegt werden. Eine Entscheidung werde aber erst gegen Ende des Monats erwartet, da die Troika auch Portugal sieben Jahre mehr Zeit geben will. Hier allerdings dürften die Verhandlungen schwieriger werden. Denn noch muss Portugals Premier Coelho nach neuen Einsparungsmöglichkeiten in Höhe von 1,3 Milliarden Euro suchen, nachdem das Verfassungsgericht des Landes einige Sparmaßnahmen für verfassungswidrig erklärt hatte. Die EU-Kommission ermahnte Coelho bereits, die Richter wieder auf den Sparkurs einzuschwören (hier). Die deutsche Bundesregierung indes sieht eine Verlängerung der Rückzahlungsphasen skeptisch, sie will eine dadurch notwendige Abstimmung im Bundestag vermeiden. Schließlich steht auch noch eine Entscheidung über das Zypern-Bailout aus – und das muss schnell gehen (mehr hier).


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DWN-Kommentar: Wie Russland den Westen in der Ostsee testet - und China uns im Zollstreit
24.05.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Hessen will Ukrainisch an Schulen als zweite Fremdsprache einführen
24.05.2024

Manchen jungen Ukrainern fehlt in Hessen die zweite Fremdsprache für die gymnasiale Oberstufe. Sie müssen vorerst aufs Abitur verzichten....

DWN
Technologie
Technologie „Mission KI“: Deutschlands Initiative für Künstliche Intelligenz und Datenökonomie
24.05.2024

„Mission KI“ heißt die nationale Initiative zur Stärkung der KI- und Datenökonomie in Deutschland. Gemeinsam mit Acatech und dem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn leicht gewachsen
24.05.2024

Keine große Überraschung, aber erste Anzeichen für Zuversicht: Das Statistische Bundesamt meldet erste Anzeichen für einen...

DWN
Immobilien
Immobilien Studie: Worüber sorgen sich die Akteure am Immobilienmarkt?
24.05.2024

Eine Studie hat die Lage der deutschen Immobilienwirtschaft aus der Sicht von Kauf- und Bauinteressenten, Immobilienbesitzern und...

DWN
Politik
Politik Demokratiefest rund um Kanzleramt und Bundestag
24.05.2024

75 Jahre Grundgesetz - mit Diskussionen, Konzerten und allerhand Informationen feiert Deutschland seine Verfassung. Die Bundesregierung...

DWN
Politik
Politik Kritik am Hartz-IV-Nachfolger: Bestraft das Bürgergeld aufrichtige Arbeitnehmer?
24.05.2024

Nach Zeiten-, Energie- und Wirtschaftswende fordert jetzt auch die CDU eine Wende bei der Sozialpolitik. Arbeit soll sich wieder lohnen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Was bei „Workation“ beachten? Umfassender Ratgeber zu Steuer- und Sozialversicherungsfragen
24.05.2024

Entdecken Sie die Welt der Workation - eine aufregende Mischung aus Arbeit und Urlaub! Arbeiten Sie von den schönsten Orten der Welt aus,...