EZB treibt Ankauf riskanter Schuld-Papiere voran

 

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12.04.2014 00:04
EZB und Bank of England fordern gemeinsam einen Abbau der Regulierungen für Asset Backed Securities. Die beiden größten Zentralbanken Europas wollen den maroden Banken Europas helfen, indem sie ihnen die riskanten Papiere abkaufen. Dies ist Bankenrettung mit der Notenpresse.
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Die EZB und die Bank of England wollen die Asset Backed Securities (ABS) wiederbeleben. Diese Art von Wertpapieren spielte beim Finanz-Crash eine negative Rolle.

Trotz ihres langfristigen sozialen Nutzens, leiden die Verbriefungen heute unter Vorurteilen. Dies widerspiegelt sowohl ihren schlechten Ruf unter Investoren als auch einen Konservativismus unter den Regulatoren“, zitiert die FT aus dem Papier der beiden Zentralbanken. „Die Wiederbelebung des Börsenhandels mit ABS im größeren Maßstab würde gemeinsames politisches Handeln in verschieden Feldern erfordern und eine Reihe von Institutionen einbeziehen.“

Die beiden wichtigsten Zentralbanken Europas fordern eine Lockerung von „unangemessen strengen“ Regeln, die den Kauf von ABS unattraktiv machen. Die Asset Backed Securities sind Wertpapiere, die mit Forderungen hinterlegt sind und auf den Märkten gehandelt werden können.

Bei den zu Bündeln vereinten Forderungen handelt es sich neben Hypotheken, Kreditkarten- und Auto-Krediten vor allem um Unternehmenskredite. Banken nutzen die ABS als Geld-Quelle. Sie verkaufen die gebündelten Papiere an Investoren, um an liquide Mittel zu kommen.

In den USA nimmt die Federal Reserve den Banken jeden Monat einen zweistelligen Milliardenbetrag dieser riskanten Papiere ab (Quantitative Easing). Die Banken können die ABS auf diese Weise über Marktwert verkaufen. Dies ist praktisch eine Form der Bankenrettung mit der Notenpresse.

EZB-Präsident Mario Draghi hat angedeutet, dass auch die EZB bereit dazu ist, ABS zu kaufen. Dies begründet die Zentralbank mit dem Kampf gegen eine angeblich gefährliche Deflation in der Eurozone. Es bestehe die Gefahr für die Bürger, dass die Preise fallen. Der Chef der Bank of England, Mark Carney, unterstützt den EZB-Chef in diesem Plan.

Die Bündelung verschiedener Forderungen zu komplizierten Wertpapieren wurde in der Vergangenheit für die Probleme im US-Markt für riskante Immobilien-Kredite verantwortlich gemacht. Zwar gab es bei derartigen Papieren in Europa viel weniger Ausfälle als in den USA. Doch der Markt für gebündelte Kredit-Verbriefungen besteht weiter.

Seit 2007 sind in Europa nur 1,5 Prozent der ABS ausgefallen, so die Rating-Agentur S&P. In den USA liegt der entsprechende Wert bei 18,4 Prozent.

Der europäische Markt für ABS ist nur ein Viertel so groß wie der US-Markt, so das gemeinsame Papier der beiden Zentralbanken. Zudem seien die Restforderungen seit ihrem Höhepunkt um ein Drittel zurückgegangen.

Dieses Jahr ist die Ausgabe neuer ASB in Europa so niedrig wie seit 2009 nicht mehr. Nach Daten von Dealogic ist der Markt im Vergleich zum Vorjahr um 3 Milliarden Dollar geschrumpft.

In Anbetracht der langfristigen positiven Wirkungen dieser Wertpapiere seien die Regulierungen zu streng, vor allem wenn sie etwa mit den Regulierungen von forderungsbesicherten Anleihen vergleicht, so die beiden Zentralbanken. Es müsse zwischen „einfach und umsichtig“ strukturierten ABS und komplexeren, undurchsichtigen Strukturen unterschieden werden.

Zwar seien die Vorschläge der Basel-Kommission „weniger ungünstig“ für die ABS, so die Zentralbanken. Doch auch diese enthielten noch immer recht hohe Kapitalkosten. Auch die relativ strengen Liquiditätsregeln für Banken stehen den ABS noch im Weg.

EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch sagte bereits im November, die Höhe der Kapitalkosten sei so, „als würde man eine Flut-Versicherung für eine Stadt wie Madrid auf den Erfahrungen von New Orleans aufbauen“.

Nicht nur durch den Ankauf von ABS will die EZB Geld in den Markt schießen. Hinzu kommen Pläne der Zentralbank, pro Jahr für eine Billion Euro Staatsanleihen zu kaufen (mehr hier). Auch damit soll laut EZB die Deflation bekämpft werden. So wird sie endgültig zur Bad Bank.


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