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Konsum auf Pump: Zahl der Raten-Kredite um fast 50 Prozent gestiegen

Lesezeit: 1 min
30.04.2014 00:12
Die Deutschen gewöhnen sich ans Schuldenmachen: im vergangenen Jahr nahmen sei insgesamt neue Kredite von rund 62 Milliarden Euro auf – vor allem für Elektronik, Autos und Möbel. Das ist ein Anstieg zum Vorjahr von knapp 4 Prozent. Die Rückzahlungsquote liegt laut Schufa stabil bei 97,5 Prozent.

Die Deutschen finanzieren ihren Konsum zunehmend auf Pump. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Ratenkredite um 47 Prozent auf knapp 18 Millionen, wie die Wirtschafts-Auskunftei Schufa am Dienstag mitteilte. Grund dafür sei, dass die Verbraucher immer mehr im Internet einkauften und es auch im normalen Einzelhandel immer üblicher werde, in Raten zu zahlen.

Dennoch blieb die Rückzahlungsquote in den vergangenen Jahren stabil bei 97,5 Prozent. „Die Zahlungsmoral der privaten Verbraucher ist sehr gut“, sagte Schufa-Chef Michael Freytag in Berlin. Die Schufa ist ein Unternehmen, das den Banken gehört und überprüft, welche Bonität die Bürger haben (mehr zur Schufa hier).

Die Verbraucher nahmen im vorigen Jahr durchschnittlich Kredite über 7.996 Euro auf, 2012 waren es 7.708 Euro. Die Zahl der neuen Darlehen stieg um 40.000 auf 7,7 Millionen. „Die gute wirtschaftliche Lage und Aussicht führt dazu, dass Menschen sich eher trauen, einen Kredit aufzunehmen“, sagte Konsum-Experte Karsten John von den GfK-Marktforschern.

Insgesamt liehen sich die Verbraucher 2013 neue Kredite von rund 62 Milliarden Euro - vor allem für Elektronik, Autos und Möbel. Allein die auf Finanzierung spezialisierten Kreditbanken erhöhten ihre Konsumdarlehen an Privatpersonen um 6,9 Prozent auf 41 Milliarden Euro.

„Im Gegensatz zu den Unternehmen haben die Verbraucher verstärkt investiert und auch finanziert“, sagte Jan Wagner, Chef des Bankenfachverbandes, in Frankfurt. Da sich Firmen bei Ausgaben für Maschinen und Anlagen zurückhielten, schwächelte die Investitionsfinanzierung. Das Neugeschäft der Kreditbanken sank hier um drei Prozent auf 14,1 Milliarden Euro.

Die Wiesbadener Schufa Holding AG gehört Sparkassen, Banken sowie Versandhandels- und Telekommunikationsunternehmen. Sie ist seit ihrer Gründung 1927 ein rein privatrechtliches Unternehmen. Heute firmiert sie in Form einer Aktiengesellschaft (AG).

Die Schufa verfolgt die Zuverlässigkeit von mehr als 66 Millionen Verbrauchern in Deutschland im Umgang mit ihren Schulden. Banken und Händler können bei ihr Informationen über die Bonität von Kunden abrufen. Sie entscheiden dann, welche Zinsen der Kunde zahlen muss oder ob er überhaupt ein Darlehen oder einen Handy-Vertrag bekommt. 2012 erteilte die Schufa nach eigenen Angaben mehr als 106 Millionen solcher Auskünfte.


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